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  • DE-89073 Ulm, DE-89075 Ulm
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-217826)

Hindenburgkaserne Ulm


  • Anerkennung


    Architekten
    Architekturbüro Huber, Kempten (DE), Betzigau (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Viktor Filimonow Architekt, München (DE)

    Preisgeld
    3.600 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau

    Die städtebauliche Struktur wird bestimmt durch die Wettbewerbsvorgabe „ein neues Stück Stadt“ entstehen zu lassen. Der neu gestaltete Stadtteil soll durch seine städtebauliche Konfiguration eine eigene Identität erhalten, welche sich als unverkennbares Ensemble im Stadtbild präsentiert.
    Nutzungsmischung, kleinmaßstäbliche Parzellierung sowie Nutzbarkeit
    der öffentlichen Räume bestimmen das Bild des Areals.

    Die neu entwickelte Stadtstruktur sucht den besonderen Ort mit seinen Bezügen und Verankerungen. Durch die räumliche Artikulation einer brachliegenden Situation soll ein unvergleichlicher Ort, innerhalb des Stadtgefüges von Ulm geschaffen werden.

    Das Herzstück des neuen Quartiers ist die Esplanade, welche sich von Norden nach Süden entwickelt und im südlichen Teil mit einer Brücke das Quartier mit dem Fort Unterer Eselsberg verbindet. Auftakt in das Quartier ist ein Platz mit einer Überdachung, unter welcher Boxen für Stadtinformation, Fahrplan-und Kassen, sowie Kleingewebe untergebracht sind.
    Die Esplanade erhält als nördlichen Abschluss ein 9-geschoßiges Gebäude, das von weitem als städtebauliches Signet den Eingang des Quartiers markiert.

    Dreh- und Angelpunkt der Esplanade ist der Marktplatz, auf dem die wöchentlichen Märkte stattfinden. Er ist das eindeutige Zentrum des gesamten Quartiers.
    Auf Ihm können Flohmärkte und Feste aller Art über das ganze Jahr stattfinden.
    Das südliche Ende der Esplanade wird vom Inhouse-Treffpunkt mit Cafe und Gemeinschaftseinrichtungen gebildet. Das ganzjährig unterhaltene Cafe dient zugleich zur Bewirtschaftung der Festwiese, auf der mehrmals jährlich Quartiersfeste als auch größere Veranstaltungen stattfinden können.

    Die drei bestehenden Mannschaftsgebäude werden in die städtebauliche Struktur in drei Wohnhöfe unterschiedlicher Größe eingebunden. Die neuen Wohngebäude in dem Hofquartier sollen eine Entwicklung von preiswertem, gefördertem Wohnraum erlauben.
    Westlich des Quartiers entwickelt sich eine Wohnbebauung die sich zwischen Punktbauten und Zeilenbauten abwechselt. Die offene Struktur der Bebauung nach Westen soll sich mit dem anschließenden Grünzug verbinden.
    Die anschließende nördliche 5-geschoßige Gewerbespange mit Wohnungen und angrenzendem Turm, schafft einen Abschluss zur Weinbergstraße und dient zugleich als baulicher Schallschutz für das angrenzende Wohnquartier.


    Erschließung

    Die Haupterschließung des neuen Quartiers erfolgt über die Weinbergstraße und den Mähringer Weg. Das gesamte Areal ist als verkehrsberuhigter Bereich konzipiert. Alle Straßen weisen eine einheitliche Hierarchie auf, in der nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist.
    Die Esplanade kann über eine Nord- und Südschleife befahren werden, Kurzzeitparken ist am Seitenstreifen möglich.
    Die oberirdischen Stellplätze dienen dem Kurzzeitparken und sind über das gesamte Areal verteilt; die Anzahl folgt dem Stellplatzschlüssel.
    Die beiden Quartiersstraßen im westlichen Gebiet sind als Spielstraßen gestaltet, die Hauseingänge der Wohnbauten sind bewusst in Richtung Spielstraße gerichtet.
    Für die Anlieferung der Möbel und die Entsorgung durch Müllfahrzeuge, kann der 3m breite Weg entlang des Grünzugs als Sonderrecht befahren werden, Wendemanöver werden somit durch große Fahrzeuge vermieden.

    Der ruhende Verkehr ist in Tiefgaragen untergebracht, welche das gesamte Quartier abdecken. Von den 4-5-geschossigen Einheiten kann der Bewohner über Aufzüge in die jeweiligen Tiefgaragen gelangen.
    Der Geländesprung am Marktplatz/Stadtteilinfo wird für ein unterirdisches Parkdeck genutzt, welches kurze Wege zu den 3 Wohnhöfen ermöglicht.


    Nutzungsmischung

    Die gemischte Nutzung von Wohnen und Arbeiten wird unter der Vorgabe einer hohen räumlichen Dichte erfüllt. Im westlichen Gebäudeteil der Esplanade ist im Erdgeschoss kleinteiliges, finanzstarkes Gewerbe und Gastronomie vorgesehen. Die Gastronomie kann sich auf die Esplanade ausbreiten, sie gibt dem öffentlichen Raum das städtische Flair.
    Der westseitige Bau der Esplanade wird ab dem 1. Obergeschoß über Laubengänge erschlossen. Der nördliche 5- geschossige Gebäudeteil zur Weinbergstraße beinhaltet in den ersten zwei Geschossen Gewerbe und in den oberen Geschossen das Wohnen. Wohnen und Arbeiten können hier kombiniert werden, ohne dass das Gesamtquartier gestört wird. Der 9-geschossige Turm dient der Unterbringung von Büroräumlichkeiten.



    Öffentlicher Raum

    Der öffentliche Raum ist geprägt durch die räumliche Ausbildung der Esplanade. Er ist überwiegend als Kommunikations- und Begegnungsraum konzipiert.
    Östlich und westlich der Esplanade erhält der Raum halböffentlichen Charakter, durch die ostseitigen Höfe und die westseitige Zeilen- und Punkthausbebauung mit Privatgärten.
    Im Westen und Süden des Planungsgebietes bleibt der öffentliche Grünzug erhalten und wird durch eine neue Wegeführung und Bepflanzungen neu aktiviert. Eine direkte Verbindung mit dem Einkaufszentrum Stifterweg wird dabei erstellt. Die Wege bleiben dabei als wichtige Verknüpfung im Rad- und Fußwegesystem der Stadt erhalten. Der Grünzug bildet eine Freifläche, die unter stadtklimatischen Aspekten die grüne Lunge des ganzen Stadtteils darstellt. Der Freiraum mit vielfältigem Angebot an Spiel- und Freizeitmöglichkeiten gibt dem Quartier eine eigene Identität und den gewünschten räumlichen Zusammenhang.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser bieten für das neue Quartier eine kammartige Struktur, die grundsätzlich für das Wohnen gut geeignet ist. Der Auftaktplatz bei der Straßenbahnhaltestelle, der im Westen durch ein neungeschossiges Wohngebäude begrenzt, ist für die zu erwartende Frequenz zu groß dimensioniert. Die Umlenkung auf die Esplanade nach Süden ist zwar räumlich gut, leider ist die Geste zu groß, der steinerne öffentliche Raum kann an diesem peripheren Standort nicht mit belebt werden. Das Angebot von nur fünf großen Tiefgaragen erschwert die Realisierung von Projekten auf einzelnen Grundstücksparzellen. Zudem liegen die Tiefgaragen auch in Straßenbereichen, so dass die Verlegung der Sparten keine Standardlösung sein kann. Die geförderte Bruttogrundfläche wird zwar erreicht, freilich um den Preis zu großer Gebäudetiefen. Der geforderte Stadtteilplatz für den Eselsberg wird am Südrand als Veranstaltungswiese platziert, wirkt aber angesichts der riesigen Esplanade etwas verloren im Raum. Insgesamt kann die im Kern belastbare Struktur in der Weiterentwicklung nicht überzeugen.


INFO-BOX

Angelegt am 27.10.2016, 10:47
Zuletzt aktualisiert 24.04.2019, 11:07
Beitrags-ID 4-129778
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