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  • CH-3232 Ins, CH-3232 Ins
  • 11/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-230338)

Ersatz Pfarreigebäude St. Maria Ins


  • 3. Preis

    kein Bild vorhanden
    Projekt
    Am Platz

    Landschaftsarchitekten
    SIMA | BREER, Winterthur (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: giulio bettini, Zürich (CH)
    Architekten: Atelier Penzis, Zürich (CH)

    Preisgeld
    14.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit «Am Platz» schlägt das Verfasserteam ein kompaktes, annähernd quadratisches Neubauvolumen in der südlichen Ecke des Grundstückes vor, das sich gegenüber dem Fauggersweg leicht abgewinkelt über die Stützmauerkante schiebt. Entlang der Nordostfassade führt eine vom Fauggersweg zurückversetzte Freitreppe zu einem Platzraum, der zwischen Kirche und Neubau vermittelt.

    In seiner Körnung integriert sich das Volumen angemessen im Quartier und spielt die Kirche in einem sie umfliessenden Landschaftsraum weitgehend frei. Mit dem sich gegen den Bestand hin aufrichtenden Giebeldach wird dem Kirchturm ein starkes Pendant gegenübergestellt. Der Aufgang zum Kirchenniveau ist richtig platziert, und die leichte Absenkung der wegbegleitenden Stützmauer bildet eine einladende Geste. Nur die Ausführung ohne Zwischenpodeste entspricht nicht ganz der Dimensionierung und Funktion der Treppenanlage.

    In Bezug auf die landschaftsarchitektonischen Ansätze führt das Zurücksetzen des neuen Gebäudes auf Niveau Fauggersweg zu einer grosszügigen Öffnung des Vorlandes, beengt jedoch auf Niveau der Kirche den verbindenden Platz. Gegen Westen zum Fussweg ist der Platz nicht präzise definiert, und gegen Osten wirkt er abgeschnitten. Die Sakristei ist nur mit einem schmalen Weg direkt an der Fassade der Kirche erschlossen. Es ergibt sich ein unausgewogenes Gleichgewicht zwischen dem an den Fussweg gedrängten, befestigten Kirchplatz und dem Garten der Sinne in der nordöstlichen Grundstücksecke, der an dieser Stelle als zu gross erscheint. Die bestehende Buche verträgt keine Eingriffe im Kronenbereich.

    Die Parkierung wird entlang dem Fauggersweg vorgeschlagen. Durch die Ausrichtung der Büroräume gegen Südwesten wird der Problematik des direkten Bezugs zwischen Arbeiten und Parken geschickt entgegengewirkt.

    Die architektonische Erscheinung des Gebäudes als pavillonartige Holzstruktur auf einem massiven Sockel mit der Möglichkeit, die Fassaden auf Kirchenniveau grossflächig zu öffnen und damit Innen- und Aussenraum zu verweben, bilden einen bestechenden Ansatz. Das auf die Kirche zustrebende Dach impliziert jedoch eine Dynamik anstelle eines in sich ruhenden Ortes, der nicht dem angestrebten, vertrauten Raumgefühl entspricht. Hinterfragt wird auch die Ausformulierung des Aussenzugangs zu den kollektiven Nutzungen. Zwar wird damit eine direkte Wegführung zum Kirchenraum hergestellt, vom Fauggersweg herkommend ist der Zugang um die Ecke des Gebäudes herum aber umständlich.

    Aus denkmalpflegerischer Sicht werden das Freispielen und die Sichtbarkeit der Kirche begrüsst. Der am bestehenden Standort belassene Ersatzneubau für die Sakristei scheint, soweit beurteilbar, unaufdringlich und zweckmässig.

    Das Raumprogramm ist auf beiden Geschossen geschickt untergebracht. Auf Kirchenniveau werden überzeugende Bezüge des Foyers, Saals und Unterrichtsraums zur Umgebung hergestellt, und die Flexibilität in der Nutzung ist gewährleistet. Leider widersprechen die nach aussen öffnenden Faltfenstertüren der schutzbietenden Vordachtypologie, segmentieren sie diesen Raum doch in drei einzelne, kleinteilige Bereiche. Die auf Strassenniveau untergebrachten Administrationsräume sind zweckmässig organisiert. Mit ihrer Ausrichtung nach Südwesten erhalten die Büros eine qualitätsvolle und nicht durch die Parkierung obstruierte Belichtung. Aus betrieblicher Sicht ist der Zugang zum Lift über den als Windfang ausgebildeten Vorbereich zu begrüssen, eine interne Treppenverbindung wird vermisst.

    Die behandelten Themen wie Konstruktionsweise, Materialisierung und Sonnenschutz zeigen auf, dass das Erreichen des angestrebten Zieles Minergie P Eco möglich ist. Der Projektvorschlag weist im Vergleich eine sehr kompakte Geschossfläche und ein kleines Gebäudevolumen auf. Dies lässt auf durchschnittliche Investitionskosten schliessen. Der Landverbrauch ist relativ klein.

    Gesamtwürdigung

    Das Projekt «Am Platz» zeichnet sich durch einen sorgfältigen Umgang mit bestehenden Qualitäten vor Ort und schönen innenräumlichen Stimmungen aus. Das Thema eines ausladenden, fast über dem massiven Sockel schwebenden Daches bildet einen poetischen Ansatz, der, konsequenter durchgearbeitet, einen würdigen Beitrag zur Aufgabenstellung leisten könnte.


INFO-BOX

Angelegt am 15.11.2016, 15:47
Zuletzt aktualisiert 10.01.2017, 12:22
Beitrags-ID 4-130828
Seitenaufrufe 29