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  • DE-37073 Göttingen, DE-37077 Göttingen
  • 06/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-225042)

Neubau Studentenwohnheim Lutterterrasse


  • 1. Preis

    Lageplan, © LIMA* architekten, silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: LIMA architekten | Lisa Bogner und Tobias Manzke, Stuttgart (DE)
    Tragwerksplaner: wh-p Weischede, Herrmann und Partner, Stuttgart (DE), Basel (CH)

    Preisgeld
    4.900 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das städtebauliche Konzept findet seinen Schwerpunkt in der kubischen Ausprägung und setzt damit konsequent die Grundstruktur der Bebauung im Nordgebiet fort. Die Gebäudekanten im Westen und Süden nehmen vorhandene Fluchten auf. Sie finden durch die Massivität und der südlichen Gebäudekante einen Abschluss an den sog. Lutterterrassen. Das EG bildet das Grundgerüst für die zentralen Räume des Studierendenwohnheimes und stellen gleichzeitig die Verbindung zu den zentralen Wege- und Verkehrsflächen.

    Die Erschließung des Gebäudes befindet sich auf der Nordseite und ist damit ein konsequenter Anschluss an das vorhandene Wegenetz. Durch die bewusste Aufständerung des Erdgeschosses auf der Nord-/ Ostseite werden die geforderten Funktionen wie Fahrradstellplätze, sowie die Anbindung an die Technik- und Gemeinschaftsräume sehr gut umgesetzt. Die Kompaktheit des Baukörpers führt dazu, dass die Stellplätze ebenerdig auf der Ostseite untergebracht werden und der Anschluss an den bestehenden Parkplatz der nördlichen Universität erreicht wird. Die klare Trennung zwischen EG in massiver Bauweise zu den 3 OGs in Holztafelbauweise betont die klare Architektursprache. Die Wohnbereiche in den OGs der Flurgliederungen der 3 Wohnbereiche, die immer wieder auf der Nord- und Südseite differenzierte Flurbreiten aufzeigen. Dunkle Flure werden durch dieses Windmühlenflügelprinzip vermieden, zusätzlich bieten zum Innenhof gewandte Flure Aufenthaltsqualität.

    Durch das stark aufgelöste EG entstehen Gebäudebereiche, die rein rechnerisch zu einem größerem Volumen führen. Durch die modulare Bauweise der OGs ist ein hoher Vorfertigungsgrad möglich.

    Durch die vorgesehenen vorgehängten Polycarbonatfassadenplatten erreicht man eine ruhige kühle Fassadengestaltung. Besonders betont werden die überdurchschnittlichen großen Fensterelemente, die jedoch geschickt durch die geschlossenen Lüftungspanele reduziert werden. Die sichtbare Trennung des massiven EGs mit den Sichtbetonflächen zu den transluzenten OGs ist ein logischer Kontrast zu den Wohngeschossen. Die Möblierung der Zimmer mit der Anordnung der Pantry zum Flur hin und der Wohnfläche nach Außen ist gut gelungen. Die geforderte Barrierefreiheit ist bei einer begrenzten Anzahl von Zimmern sowie den Gemeinschaftsflächen im EG gegeben. Die Belichtung über den Innenhof im EG ist unkritisch, da dort keine Aufenthaltsflächen geplant sind. Für eine vorgeschlagene Aufstockung ist der Innenhof zu schmal. Der Gebäudeabstand im Innenhof wird geprüft hinterfragt.

    Das energetische Konzept basiert auf einer autarken Energieversorgung durch Biomasse sowie Solarthermie. Die vorgesehene Beheizung durch Einzelheizkörper ist positiv zu bewerten.

    Bei der gewählten Holztafelbauweise muss die Brandschutzanforderung durch eine zugelassene Kapselung der Oberflächen erreicht werden. Die übrigen Anforderungen an die Rettungswege werden eingehalten. Die notwendigen Flure müssen in Abschnitte unterteilt werden.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr guten durchdachten Beitrag dar; die konsequente Umsetzung der kubischen Architektur des Baukörpers wird auch in der Fassadengestaltung der Wohnbereiche sehr geschickt und subtil umgesetzt.