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  • DE-80995 München
  • 11/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-249999)

Quartier an der Hochmuttinger Straße


  • 1. Preis

    Blick in eine Wohngasse, © Ammann Albers StadtWerke

    Architekten, Stadtplaner
    Ammann Albers StadtWerke, Zürich (CH) Büroprofil

    Verfasser
    Priska Ammann , Martin Albers

    Mitarbeit
    Bartlomiej Cybula

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Burkhardt | Engelmayer Landschaftsarchitekten Stadtplaner Partnerschaft mbB, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Beitrag entwickelt die städtebauliche Struktur aus der Beziehung zum bestehenden Dorfkern von Feldmoching. Die fächerförmige Anordnung der Baufelder wächst in fast natürlicher Art und Weise aus den vorhandenen Geometrien der Umgebung heraus und wirkt sehr selbstverständlich. Innerhalb dieser Wegeführung teilt sich das neue Quartier in drei Zonen, die jedoch immer das Ganze erkennen lassen. Zur bestehenden Bebauung im Süden an der Herbergstraße schließt eine durchlässige in Nordsüdrichtung orientierte Baufeldschiene an. Hier wird an der Kreuzung zur Hochmuttinger Straße in einem recht massiven und langgezogenen Baukörper Gewerbe, Wohnen und eine Kita untergebracht. Ob diese Dimension dem Ort gerecht wird, wird im Preisgericht kontrovers diskutiert. Ob die fünfgeschossige Bebauung eine nachteilige Auswirkung auf die Belichtung der Nachbargebäude hat, wäre in einer vertiefenden Ausarbeitung zu untersuchen. Im weiteren Verlauf dieser Bebauung verbindet sich eine Reihe von typologisch unterschiedlichen Punkt- und Zeilengebäude zu einem klaren und harmonischen Gesamtbild, dessen moderate Höhenentwicklung zwischen zwei und fünf Geschossen pendelt. Der nördlich angrenzende Straßenraum wird hierdurch gut ausgebildet. Dieser umschließt mehrere Baufelder im mittleren Quartiersbereich, die in West- Ostrichtung orientiert sind und durch gemeinsame, dorfartig aufgeweitete Gassen und grüne Höfe miteinander verbunden sind. Die Adressbildung erfolgt jeweils zu den Gassen hin, die Wohnungen orientieren sich zu den grünen Höfen. Die privatgemeinschaftliche Nutzung der Höfe wird durch die Höhenlage unterstützt, jedoch stellt sich die Frage, ob die Abgrenzung zum öffentlichen Raum ausreichend ist. Die Baufelder setzen sich im Wesentlichen aus zwei Grundtypologien zusammen: einem viergeschossigen Punkthaus und einer dreigeschossigen, eher horizontal orientierten Zeile. Mit diesen Typologien kann eine differenzierte Nachfrage von Wohnmodellen und Lebensformen abgedeckt werden. Hierbei werden auch erdgeschossig, zum Gassenraum hin, kleinere Wohnungen angeboten. Ob diese durch ein Hochparterre zum öffentlichen Raum hin abgeschirmt werden, lässt sich aus den Zeichnungen nicht abschließend herauslesen. Am westlichen Rand dieser mittleren Bauschiene wird zur Hochmuttinger Straße ein weiterer Sonderbaukörper ausgebildet. Hier soll im Erdgeschoss ebenfalls eine gewerbliche Nutzung stattfinden, in den oberen Geschossen sind Wohnungen vorgesehen. Der nördliche Abschluss wird durch vier Zeilen zum Landschaftsraum hin begrenzt. Hierdurch entsteht ein sehr klarer und gegliederter Ortsrand. Die Körnung nimmt die bestehenden Ränder auf und fügt die unterschiedlichen Siedlungsteile zu einem Ganzen zusammen. Drei öffentliche Freiräume bzw. Grünflächen bestimmen den Entwurf qualitätsvoll und richtig dimensioniert: von der großen Wiese im Süden im Anschluss an den bestehenden Bolzplatz verbindet sich der Anger in Fortsetzung der Schaarschmidtstraße mit dem offenen Landschaftsraum im Norden des Areals. Die große Wiese in Verbindung mit der bestehenden Grünanlage samt Bolzplatz wird als große Qualität gesehen, insbesondere als Verbindungsglied zur bestehenden Bebauung und Nutzung. Die etwas unglückliche Platzierung der KITA schwächt die räumliche Verbindung der großen Wiese zum Anger. Diese Schnittstelle zum Inneren des Quartiers sollte offener und einladender gestaltet sein. Die Positionierung des Bolzplatzes im Norden scheint unter lärmtechnischen Gesichtspunkten nicht optimal. Insgesamt führt die konsequente Ableitung der neuen Quartiers aus der Siedlungsmorphologie zu einer eigenständigen, städtebaulichen Weiterentwicklung des nördlichen Ortsrandes von Feldmoching. Mit einer inspirierenden Raumfolge trifft das Konzept die Stimmung des Ortes und verspricht den zukünftigen Bewohnern ein Leben in Vielfalt und Atmosphäre.