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  • DE-76133 Karlsruhe, DE-76135 Karlsruhe
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-224882)

Neubau Ostgebäude auf der Liegenschaft des Bundesgerichtshofs (BGH)


  • Anerkennung

    léonwohlhage - Anerkennung im WB Neubau Ostgebäude auf der Liegenschaft des Bundesgerichtshofs (BGH) - Lageplan, © léonwohlhage Architekten, Berlin

    Architekten
    léonwohlhage, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Hilde Léon , Tilman Fritzsche , Peter Czekay

    Mitarbeit
    Eldar Mustafayef, Victoria Monari, Shoko Itano, Juan Carlos Sousa Stolte

    Erläuterungstext
    Das architektonisch starke Ensemble auf dem Gelände des Bundesgerichtshofs wird durch das imposante Erbgroßherzogliche Palais und charakteristische Neubauten bestimmt. Die gesamte Anlage und das ausgewiesene Grundstück bieten eine hervorragende Ausgangslage, um mit dem geplanten Erweiterungsbau im Osten das Ensemble rund um den Schmuckplatz zu vollenden.
    Der Entwurf setzt einen Schlussstein in das städtische Puzzle, eigenständig und dabei Teil des Ganzen. Er macht sich nicht wichtig, sondern ist geprägt von diskreter Eleganz, die sich auch im Innern durch Licht und Raumgefüge zeigt. Diese Anmutung ist gepaart mit einer klar strukturierten Organisation, die allen Nutzern und Besuchern zu Gute kommt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit einem dreigeschossigen, flachen Kompaktbaukörper besetzt der Entwurf großflächig das Parkgrundstück. Die Raumproportionen des umbauten Innenhofes können somit einladend großzügig entwickelt werden. Die städtebauliche Setzung, mit ihrer geringen Höhenentwicklung im Ensemble, wird jedoch als problematisch gewertet müssen auch viele Bäume für diesen Baukörper weichen. Zudem wird die Nähe zum Küchengebäude kritisch gesehen. Auch die Zuwendung zu mehreren Seiten des Stadtraums kann nur teilweise überzeugen. TG-Zufahrt, Lieferanteneingang und Personalzugang sind nicht versteckt, sondern bewusst gebündelt und an der Fassade ablesbar. Die Südterrasse des Speisesaals erlaubt Blickbeziehungen zum Palais und in den Park. Die Nähe zum ehemaligen Küchengebäude wird kritisch gesehen. Der mittige Zugang am Boulingrin ist gut nachvollziehbar positioniert aber in Bezug auf die Geländehöhen nicht gelöst. Ein spannungsvoller Raumkontrast entsteht durch die mehrgeschossige Querhalle im Entreebereich, die geschickt alle Erdgeschossbereiche verbindet. Die Erschließung der Obergeschosse mit dunklen Treppenhäusern und langen Zugangsfluren ist dem gegenüber deutlich weniger großzügig vorgesehen. Alle Tageslichtaufweitungen der Erschließungszonen sind ausschließlich dem Innenhof zugewandt. Die Fassade folgt einem einfachen und klaren Gestaltungsprinzip, weist jedoch Schwächen im Sockelanschluss auf. Der Beitrag zeigt einen städtebaulich mutigen und konsequenten gut entwickelten Lösungsansatz, der jedoch in der Gesamtheit nicht vollständig überzeugen kann.