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  • DE-64367 Mühltal, DE-64367 Mühltal
  • 11/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-240973)

Entwicklungsgebiet Dornberg


  • 1. Preis

    Lageplan

    Architekten
    Baufrösche - Architekten und Stadtplaner GmbH, Kassel (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt, Kassel (DE)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Ein klares Erschließungskonzept in Verbindung mit der Ausrichtung der Gebäudestruktur bilden einen identitätsstiftenden Zusammenhalt des neuen Wohnquartiers. Die kubischen weißen Häuser auf den Terrassen prägen das Bild. Die klare Verkehrsführung bei gleichzeitiger Minimierung der versiegelten Flächen und die Kompaktheit der Baustrukturen lassen der Natur ein Maximum an Raum sich zu entfalten.
    Das Zusammenspiel von Strenge und Lockerheit, Stringenz und Bruch gibt dem zukünftigen Quartier ein dynamisches Antlitz. Die Vielfalt an Wohntypologien soll ein durchmischtes und vielfältiges Quartier entstehen lassen.
    Die bestehende Parkanlage wird als Idee aufgenommen und fortgeführt. Das Quartier wird auf diesem Wege zu einem grünen Quartier – ein Wohnen inmitten einer Parklandschaft statt eines Wohnen am Park.
    Der Erhalt von Gehölzstrukturen in Verbindung mit Neupflanzungen bietet den zukünftigen Bewohnern eine hohe Aufenthaltsqualität. Ziel ist es, eine durchgehende Landschaft zu erzeugen - mit einer Melange aus Solitärbäumen und losen Baumgruppen. Gerade an der Grenze zum Schwinnengrund soll die bestehende „grüne Wand“ aus Bäumen und Sträuchern partiell ausgedünnt werden, um der Aussicht Priorität zu gewähren.
    Die Anbindungen an das Umfeld sind ein wichtiger Bestandteil des städtebaulichen Konzeptes. Durch ein fein gesponnenes Netz öffentlicher Wege wird das Quartier Teil der Stadt.
    Die Umsetzbarkeit des Konzeptes ist durch den Umgang mit der Topografie (Terrassen) und der soliden Parzellierend gewährleistet.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf besticht mit einer die spezifischen landschaftlich-morphologischen Besonderheit aufnehmenden und herausstellenden Konzeption. Das von ausgreifenden, terrassierten Freiräumen und in der Höhenlage gestaffelten kräftigen Baukörpern („Weiße Kuben“) geprägte Wohnquartier ist in eine von bewegter Topografie und hohem Baumbestand bestimmte Parklandschaft eingebunden.
    Die aufgezeigte städtebauliche Grundordnung von 4 strukturell und typologisch differenzierten Nachbarschaften sowie dem von Gärten und Grünflächen gesäumten Quartiersrand versprechen hohen Identifikationswert und gute Adressenbildung.
    In diesem Zusammenhang überzeugt der Vorschlag die baumbestandene, im Schnittpunkt von Straßen und Wegen positionierte Quartiersmitte unter Einbeziehung der bestehenden Sporthalle zum Quartiertreffpunkt auszubilden und diesen durch ein hohes Gebäude („Turmbau“) mit publikumsfrequentierten, auf den umgebenden Freiraum orientierten Erdgeschossnutzungen zu akzentuieren.
    Schlüssig und klar vermittelt sich auch das Erschließungskonzept mit einer die vorgegebenen Anschlüsse aufgreifenden Quartiersstraße und den Höhenlinien folgenden Anliegerwegen, denen für einzelne Baugruppen oberirdische, kostengünstige private Stellplätze zugeordnet sind. Bei der Unterbringung des ruhenden Verkehrs in baufeldbezogenen und in den Hang geschobenen Sammelgaragen wird die Ausbildung der talseitig zur Sonne orientierten Stütz- und Terrassenmauern zu einem quartiersprägenden Freiraumelement.
    Überzeugend ist auch die aufgezeigte Bautypologie mit der Anordnung kompakter Bausteine in offener und halboffener sowie einer den Höhenlinien folgend gestaffelten Bauweise. Die vorrangige Süd- und Westausrichtung der Baustruktur ist nicht zuletzt Voraussetzung für ein energierelevantes Bauen.
    Mit der vorgeschlagenen typologischen Differenzierung der Baustruktur in Wohnhöfe (Geschosswohnen), Stadtvillen (Geschosswohnen oder Stadthäuser) sowie Reihenhäuser werden unterschiedliche Wohn- und Eigentumsformen für verschiedene Zielgruppen angeboten. Ebenso sind mit kompakter Bauweise, Aufzügen und einer barrierefreien Zugänglichkeit von Garagen und Hauseingängen alle Voraussetzungen für ein
    behindertenfreundliches Quartier gegeben.
    Das prägnante und anspruchsvolle Konzept lässt eine abschnittsweise Realisierbarkeit zu.
    Zusammenfassend ist es den Verfassern auf eine ganz unprätentiöse Weise gelungen, dem von landschaftlichen Qualitäten des Dornbergs und großzügigen Freiraumdispositionen bestimmten Wohnquartier ein unverwechselbares Erscheinungsbild mit spezifischer Atmosphäre und Identität zu geben sowie den Nord-Westen von Nieder-Ramstadt entlang der exponierten Hangkante mit einem öffentlich zugänglichen
    Landschaftsraum zu arrondieren.