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  • DE-86899 Landsberg am Lech, DE-86899 Landsberg am Lech
  • 12/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-235409)

Neuer Lechsteg für Fußgänger und Radfahrer


  • 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    SIMA | BREER, Winterthur (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: J2M jeckel mayr metz architekten partgmbb, München (DE)
    Bauingenieure, Tragwerksplaner: &structures ENGLHARDT PARTNERS, München (DE)
    Visualisierer: 3DWAY architectural graphics, München (DE)

    Preisgeld
    24.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Ein besonderes Projekt für einen besonderen Ort

    Die Arbeit 1001 zeichnet sich in hervorragender Weise durch ihre eigenständige architektonische Haltung, poetische Qualität, städtebauliche Setzung und konstruktive Ausformung aus. Sie geht auf die Vorgaben der Auslobung konsequent ein, indem sie auf der östlichen Uferseite eine Weggabelung anbietet, die die nördliche und südliche Anbindung gleichberechtigt bedient. Am westlichen Ufer wird neben dem Zugang zum neugeplanten Stadtplatz zusätzlich eine fußläufige Verbindung mittels einer Treppe direkt an den Uferweg "Failsworth-Weg" angeboten. Besonders identitätsstiftend wirkt zum einen das Auflager in Form eines Flusskiesels, zum anderen die differenzierte Wege- und Blickbeziehung in den Naturraum und die Stadt. Dadurch wird die besondere Qualität des ausgewiesenen Ortes in besonderer Art und Weise erfahrbar. Durch die frühe östliche Gabelung bezieht der Entwurf das östliche Ufergelände in das Wegeerlebnis mit ein. Ebenso erreicht der Verfasser eine elegante und verträgliche Anbindung der Brückengabeln an das östliche Wegenetz. Zusätzlich bietet die südliche Rampe einen Blick auf die Stadtpfarrkirche. Durch die Verwendung des COR-TEN-Stahls für den Brückenkörper wird die Verbindung zum ehemaligen Industriegelände der Pflugfabrik aufgegriffen. Die Geometrie der Aufgabelung schafft es einen sinnfälligen Bezug zum Gebäude der Turnhalle zu erzeugen. Die Anfangspunkte der Brückengabeln werden als Treffpunkte und Aufenthaltsbereiche aufgewertet. Die Geometrie der Brücke ermöglicht statt einem massiven Eingriff zwei Zugangsbereiche, die sich in den bestehenden Landschaftsraum hervorragend eingliedern. Der Bereich des Inselbades wird aufgewertet ohne dass ein großer Eingriff erforderlich wäre. Es muss geklärt werden, ob die Weggabelung auch bei einer Breite von 3,5 m einen gleichzeitigen Fuß- und Radwegverkehr zulässt. Die Konstruktion mit einem dreiecksförmigen Tragkörper ist elegant und der Aufgabe angemessen. Durch die Verwendung des COR-TEN-Stahls entstehen keine unnötigen Unterhaltskosten für die Konstruktion. Zusammen mit der interessanten Idee des Pfeilers als Flusskiesel erhält die Ausformung der Brücke entsprechend des Kräfteverlaufs ein außerordentlich elegantes Erscheinungsbild und skulpturhafte Wirkung die sich in den wunderbaren Landschaftsraum wie selbstverständlich einfügt. Durch die intelligente Anbindung der Brücke an die vorgegebene Topografie werden nur geringe landschaftsplanerische Anpassungen im östlichen Uferbereich notwendig. Die gewählte Lage der Treppe am südwestlichen Rand des Lechs liegt im Hauptstrombereich des Lechs und stellt ein Hindernis im Abflussbereich dar, welches wiederum zu Verklausungen führt. Das PG empfiehlt deshalb eine technische Überarbeitung in diesem Punkt.

    Denkmalpflege
    Vonseiten der Denkmalpflege wird die Frage aufgeworfen, ob der große künstliche Kiesel am neuen Stadteingang möglicherweise unangemessen wirken könnte.

    Heimatpflege: Aus Sicht der Heimatpflege dominiert der Entwurf etwas den Blick aus dem Flussbett durch die großen Seitenflächen aus Stahl. Der Verzicht auf einen Pfeiler im Fluss ist begrüßenswert. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass diese Arbeit einen substanziellen und qualitätsvollen Beitrag zur Lösung der Aufgabe darstellt, der etwas Einzigartiges an dieser Stelle vorschlägt.