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  • DE-71120 Grafenau
  • 09/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7535)

Neue Ortsmitte Hofstetten


  • Ankauf

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    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Arch.: Mathias Hähnig Martin Gemmeke Mitarbeit: Anthony Carimando Tanja Kupski Jan Gienau

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: menz umweltplanung, Tübingen (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau

    Im Rahmen der städtebaulichen Erneuerung bietet sich, aufgrund zur Verfügung stehender Gewerbebrachflächen, ein einmaliges Entwicklungspotenzial, die neue Ortsmitte von Grafenau zu definieren. In der Gelenksituation zwischen historischem Ortskern des Ortsteils Döffingen, dem Entwicklungsgebiet „Zum Ulrichstein“ und dem Talraum der Schwippe bildet die neue Ortsmitte den Auftakt, den Übergang in bestehende Siedlungsgebiete und bildet in Lage und Wichtigkeit eine wesentliche Standortaussage zur räumlich funktionalen Verknüpfung der Ortsteile Dätzingen und Döffingen.

    Die Ortseingangssituation von Döffingen erhält eine räumliche Definition und ist sowohl Auftakt, Mittelpunkt des Ortes als auch Übergang, Vernetzung zu dem angrenzenden Landschaftsraum, Talraum der Schwippe.
    Aus der bestehenden Ortsmitte heraus bildet die alte Dätzinger Straße die südliche Raumbegrenzung des neuen Platzes. Bestehende Bebauung und die neu geplanten Gebäude und Raumkanten definieren. die den Ort angemessenen Proportionen, Dimensionen des Platzes in der neuen Ortsmitte.
    Im Gelenk zwischen Alt und Neu werden die städtebaulichen Entwicklungsgebiete verzahnt und räumlich zusammengeführt.
    Der Landschaftsraum des Schwippetals wird aufgewertet und erlebbar in die neue Ortsmitte integriert. Den Ort prägendes Gebäude, identitätsspendender neuer Baustein wird das neue Bürgerzentrum am Marktplatz. Das Planungsgebiet „Zum Ulrichstein“ gliedert sich in vier Wohnquartiere, durch Grünsäzuren zoniert und fügt sich in die vorhandene topographische Situation des Talraumes ein. Bestehende, bzw. fehlende Wegeverbindungen von der historischen Ortsmitte von Döffingen in die westlich angrenzenden Wohngebiete werden ausgebaut, zusätzlich angeboten und in ein übergeordnetes Fuß-Rad-Wegenetz eingebunden. Kleine Quartiersplätze schaffen eigene Identitäten der jeweiligen Wohn-/ Mischgebiete. Entlang der bestehenden Erschließungsstraße „Zum Ulrichstein“ wird das anfallende Niederschlagswasser straßenbegleitend aus den neuen Wohnquartieren dem Marktplatz zugeführt und an die Schwippe angebunden. Das angebotene Nutzungsgemenge von Wohnen, Arbeiten und Dienstleistung soll eine lebendige Ortsmitte unterstützen und das Wohnen und Arbeiten im neuen Ortsmittelpunkt attraktiv gewährleisten. Die, den Landschaftsraum prägenden topographischen Kanten werden von Bebauung frei gehalten. Aussichtspunkte in den Landschaftsraum ausgebildet und der Talraum der Schwippe im Bereich der neuen Ortsmitte landschaftsplanerisch aufgewertet und spürbar in den Ort integriert. Die vorhandenen Parkierungsflächen im Talraum werden neu organisiert, sodass eine neue Freiraumqualität entsteht und der Talraum der Schwippe als „Grünes Band“ zwischen Dätzingen und Döffingen, zwischen der neuen Ortsmitte und der Wiesengrundhalle die Vernetzung der Ortsteile attraktiv unterstützt.

    Marktplatz/ Neue Ortsmitte

    Die neue Ortsmitte bildet mit dem Marktplatz die räumliche Verknüpfung der vorhandenen baulichen Strukturen mit der Neuplanung. Mit der geplanten Neubebauung werden die städtebaulich wichtigen Raumkanten definiert, der Bestand integriert und die Gesamtsituation zu einem Stadtraum arrondiert.
    Der Marktplatz bildet die räumliche Mitte im Ortszentrum. Die geplanten 3-geschossigen Gebäude bilden zum Einen die Raumkanten des Marktplatzes und verknüpfen zum Anderen die im Westen angrenzenden vorhandenen Gewerbenutzungen über eine Erschließungsspange. Der Platz ist in zwei Phasen stadträumlich angedacht. In der ersten Phase bildet die Neubebauung die westliche Platzkante und im Zusammenhang mit der vorhandenen Bestandsbebauung sind die Raumkanten des Marktplatzes klar definiert. In einer zweiten Phase, der möglichen Realisierung des Rathauses unterstützt die „Einstellung“ des Rathaus in den Platz die gewünschten Raumproportionen und -dimensionen.

    Die vorhandene Topographie des Südhangs wird im Bereich des Platzes über Sitzstufen an den Marktplatz herangeführt. Im Bereich der Neubebauung wird die Höhendifferenz in die Bebauung aufgenommen, es entsteht ein grüner Innenhof, Lichthof.
    Zwischen Marktplatz und dem Vorfeld des bestehenden Edeka-Marktes, einem baumüberstellten Parkplatz entsteht eine Erschließungs- und Nutzungsspange, die räumliche und funktionale Synergien in der neuen Ortsmitte aufzeigt. Der bestehende Markt mit Parkplatz und möglichen Erweiterung wird in die Ortsmitte eingebunden. Zusätzliche Ladenflächen und Gewerbeflächen entstehen in diesem Verknüpfungsbereich. Der Marktplatz öffnet sich zum direkt angrenzenden Landschaftsraum des Schwippetals. Das Thema „Wasser“ wird in die Platzgestaltung integriert und bindet die südlich angrenzenden kirchlichen Einrichtungen ein. Ein dominanter Platzbaum, die „Linde“ unterstützt die gewünschten Raumkanten des Platzes.
    Die Erschließung der westlichen Wohngebiete erfolgt nicht über den Platzbereich sondern ist direkt von der Dätzinger Straße (L 1102) westlichen der Neubebauung vorgesehen.
    Das neue Rathaus bildet die Ergänzung der geplanten Dienstleistungen und bietet eine Option sich in die städtebauliche Gesamtsituation harmonisch einzufügen.
    Die Proportionen und Dimensionen der Neubebauung, des Entwurfes übernehmen vorhandene Gebäudehöhen und entwicklen diese weiter.
    Der Stadtraum wird klar definiert, bisher fehlende Raumkanten werden aufgebaut und der Landschaftsraum spürbar in die Ortsmitte integriert.
    Der Entwurf bietet neben den gewünschten Gemeinbedarfs-, Einzelhandels- und Dienstleistungsnutzungen zusätzliche sinnfällige ergänzende Nutzungen an.
    Architektonisch bildet die Bebauung mit dem Marktplatz eine eigene Identität im Spannungsfeld von Alt und Neu, zwischen Stadtraum und Landschaftsraum.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.