loading
  • DE Hamburg
  • 07/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7552)

Zentrum Wilhelmsburg


  • Engere Wahl


    Landschaftsarchitekten
    arbos Freiraumplanung GmbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Peter Köster Sven Herrmann

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: ppp architekten + stadtplaner gmbh, Lübeck (DE), Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau und Freiraumplanung: Zwei Plätze für Wilhelmsburg

    Mit der Neugestaltung der baulichen Mitte erhält das Zentrum von Wilhelmburg die Chance, den Platz vor dem S-Bahn-Haltepunkt und den Bertha-Kröger-Platz als zentrale öffentliche Räume aufzuwerten. Wer heute Wilhelmsburg mit der S-Bahn erreicht, wird von einem Verkehrsknotenpunkt, unattraktiven Fassaden im Einkaufszentrum und diffusen Freiräumen empfangen. Die Wege ins Zentrum und vom Zentrum zu den östlich gelegenen Schulen, zur Kirche und zum Haus der Jugend sind unattraktiv und teilweise schwer auffindbar. Vor allem aber die unklaren Grenzen zwischen öffentlichen und privaten Räumen tragen zum negativen Erscheinungsbild und Nutzungsproblemen im Zentrum bei.

    Durch eine Neugestaltung der baulich-räumlichen Fassungen und durch eine klare sozial-räumliche Gliederung kann das Zentrum nachhaltig gestalterisch und funktional aufgewertet werden. Zentrales Ziel des Entwurfes ist es daher, mit der städtebaulichen Raumstruktur wieder zur klassischen Gliede-rung in öffentliche und private Räume zurückzufinden. Durch das konsequente Schliessen der Raum-kanten heute nur angedeuteter Blockstrukturen bilden sich auf der einen Seite vier ruhige, private Wohnhöfe und auf der anderen Seite zwei urbane öffentliche Plätze heraus.

    Die beiden räumlich und athmosphärisch unterschiedlichen Plätze werden in Zukunft das Erschei-nungsbild des Wilhelmsburger Zentrums bestimmen: der Bahnhofsplatz als langgestreckter, urbaner Stadt-Platz und der Bertha-Kröger-Platz als annähernd quadratischer athmosphärischer Baumplatz.

    Der Bahnhofsplatz wird auf der Nordseite durch das umgestaltete Wilhelmsburger Einkaufszentrum und auf der Südseite durch einen Neubau zwischen der öffentlichen Bücherhalle und einem beste-henden Wohngebäude räumlich neu gefasst. Zentrales Gestaltungselement des Platzes ist eine Stadtloggia, die die heterogene Baustruktur auf der Südseite des Platzes zusammenbindet. Gleichzei-tig werden unter dem Dach der Stadtloggia, auf einem als Relief gestalteten Holzdeck, vielfältige Nut-zungsangebote angeordnet. An der Süd-West-Seite des Bahnhofplatzes, in räumlicher Nähe zum S-Bahn-Haltepunkt, wird der Busbahnhof unter einem großzügigen Dach neu organisiert. Vier Bussteige nehmen die Haltepunkte der unterschiedlichen Buslinien und einen Taxenstand auf. Das Dach des Busbahnhofs und die unter diesem angeordneten Pavillons bilden die heute fehlende südwestliche Raumkante des Bahnhofplatzes. Der Bahnhofsplatz soll der zukünftige Ort des Wochenmarktes wer-den.

    Der Bertha-Kröger-Platz erhält nur auf der Westseite eine neue räumliche Fassung durch den Umbau des Wilhelmsburger Einkaufszentrums. Die bauliche Fassungen auf der Nordseite und der Ostseite werden lediglich umgestaltet. Im Gegensatz zum offenen, urbanen Bahnhofsplatz wird der Bertha-Kröger-Platz in Zukunft von einem regelmäßigen Baumhain aus Platanen geprägt. Ein exzentrisch angeordnetes Wasserspiel verstärkt den athmosphärischen Charakter des Baumplatzes. Unter den Bäumen werden Sitzgruppen frei verteilt, die die Aufenthaltsqualität des Platzes erhöhen. Von diesem Baumplatz führen Wege in alle Richtungen. Nach Osten führt ein Weg zum Haus der Jugend über einen Dreiecksplatz, der den neuen Eingang zum Wilhelmsburger Zentrum markiert.
    Als südlicher Abschluss des Zentrums wird die Krieterstrasse räumlich zurückgebaut und eine grüne Promenade ausgebildet. Hier werden die notwendigen privaten und öffentlichen Stellplätze vorgese-hen.


    Hochbauliche Eingriffe: Stadtreparatur und Imagebildung

    Die hochbaulichen Eingriffe verfolgen neben ihrer primären Funktion als Wohn- oder Geschäftshaus zwei Ziele: die Reparatur des städtischen Raumes und das Generieren eines neuen positiven Images für das Zentrum Wilhelmsburgs.

    Einkaufzentrum Wilhelmsburg: der wichtigste hochbauliche Eingriff ist der Umbau und die Sanierung des Einkaufzentrums nördlich der Bahnhofpassage. Dazu werden die eingeschossigen Bauteile nörd-lich der Bahnhofspassage und westlich des Berta- Kröger- Platzes zurückgebaut. Der verbleibende Gebäudekern erhält als Ersatz eine neue zweigeschossige Mantelbebauung mit zusätzlich ca. 2.000 m² Fläche für den Einzelhandel. Großformatige Schaukästen akzentuieren die neue umlaufende Fas-sade aus bedruckten Glasscheiben.

    Stadtloggia: Die Stadtloggia bildet das neue Rückgrat und ein unverkennbares Signet des neuen Zentrum Wilhelmsburgs. Das Dach der Stahlkonstruktion wird rundum mit farbig bedruckten Gläsern bekleidet und von innen beleuchtet, sodass insbesondere bei Nacht ein unverwechselbarer Raum generiert wird. Die Loggia bietet Raum für Aufenthalt, Spiel und Aktivitäten.

    Busbahnhof, Park+Ride, Bahnhof: Der Busbahnhof erhält ein neues zeichenhaftes Wetterschutz- Dach als Stahl- Glaskonstruktion und bildet gemeinsam mit dem neuen Bahnhofsgebäude und einer zweigeschossigen Park+Ride –Palette am westlichen Abschluss des Zentrums ein Gebäude- En-semble, das der Bedeutung des Ortes als Dreh- und Angelpunkt des öffentlichen Personennahver-kehrs auf anspruchsvolle Weise gerecht wird.

    Neugestaltung Hochhäuser:
    Die energetisch notwendige Sanierung wird zur Neugestaltung der Fassaden genutzt. Die dem Platz (und damit auch den Bahngleisen) zugewandten Seiten erhalten im Sinne einer „Schichtung“ eine vorgelagerte Wintergartenzone, die neben einem attraktiven zusätzlichen Raumangebot auch wesent-liche Verbesserungen des Schallschutzes und der Energiebilanz bewirken. Geschossübergreifende Einschnitte mit durchlaufenden Balkonen akzentuieren die Fassade.

    Wohn- und Geschäftshäuser: Südlich der Bahnhofpassage schließt ein 4-geschossiger Gebäudekör-per den vorhandenen Block. Das Gebäude mit einer Ladenzeile im Erdgeschoss, ist in den Oberge-schossen typologisch als Laubenganghaus mit nach Süden orientierten Wohnungen organisiert. Der Laubengang erhält aus Schallschutzgründen eine Glasfassade, die über den Gebäudekörper hinaus-ragt und an die Nachbarbebauung anschließt, um auch den Blockinnenhof akustisch abzuschirmen.
    An der Krieterstrasse, der Siedenfelderstrasse und dem Wilhelm- Strauß- Weg sind insgesamt 4 vier-geschossige Wohngebäude als Ergänzung der vorhandenen heterogenen Bebauung vorgesehen. Die notwendigen privaten Stellplätze sind überwiegend in Tiefgaragen nachgewiesen. Die Zugänge ins Zentrum an der Krieterstrasse und der Siedenfelderstrasse werden zusätzlich mit eingeschossigen Ladenzeilen räumlich gefasst.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.