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  • DE-33619 Bielefeld
  • 06/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7559)

Hochschulcampus "Lange Lage" Bielefeld


  • 1. Preis


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    Architekten
    Döll Architecten, Rotterdam (NL)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt, Kassel (DE)
    Architekten: coido architects, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept überzeugt in vielerlei Hinsicht: Die Gestaltung des öffentlichen Raumes und der Landschaftsarchitektur als eine „Perlenkette“ sind das neue Rückgrat, das das Universitäts-Stammgelände mit dem neuen Campus und die Module untereinander verbindet. Damit geht der Entwurf sehr angemessen mit dem Ort und der Aufgabe um. Die Module werden von unterschiedlichen „Terrassen“ und so genannten „Hot Spots“ erschlossen, auf die vorhandene Topographie wird damit kreativ reagiert.
    Die Terrassen sind stadträumlich eindeutig festgelegt und werden anspruchsvolle Adressen bieten. Am Rande dagegen kann sich die bauliche Kante je nach Programm „frei“ entwickeln.
    Zwischen den einzelnen Modulen verbinden sich die Terrassen mit dem Landschaftsraum und bilden so eine gelungene Verzahnung von Landschaft und Bebauung aus. Im Innern der Module entstehen kleinteilige Plätze und Straßen, die sich sinnvoll miteinander vernetzen. Dem Konzept gelingt es auf diese Weise, ein überzeugendes, robustes stadträumliches System zu formulieren, das den öffentlichen
    Raum im Innern gestaltet und regelt und das zugleich für die Bebauung modular und flexibel bleibt.
    Das städtebauliche Konzept ist sehr gut in unterschiedlichen Phasen realisierbar. Jeder Baustein entlang der „Perlenkette“ funktioniert als eigenständiges Element. So können ganz vielfältige Formen eines neuen, zukunftsfähigen Universitäts- Campus entstehen.
    Standort und Gestalt der Haltestelle sind integraler Bestandteil der städtebaulichen Konzeption. Die Verbindung von Universitäts-Stammgelände und Erweiterungsgelände
    durch Platz- und Freiraumstrukturen überzeugt. Kubatur und Bruttogeschossfläche entsprechen dem Programm. Die Höhenentwicklung der Bebauung entlang der Ränder zu den Bachtälern mit den untergeschobenen Parkgeschossen wird jedoch auch kritisch diskutiert. Gleiches gilt für den Eingang in die Fachhochschule, als wichtigsten ersten Baustein. Er liegt bei der Weiterentwicklung des Geländes am Rand und nimmt wenig Bezug zu den öffentlichen Räumen des neuen Areals – hat aber bewusst einen Sichtbezug zur Universität. Seine Lage erfordert zudem ein langes inneres Erschließungselement.
    Die verkehrliche Erschließung und der ruhende Verkehr sind konsequent gelöst. Die vollständige Unterbringung des ruhenden Verkehrs in Tiefgaragen wird von Teilen des Preisgerichts kritisch gesehen. Ein restriktiver Umgang mit dem motorisierten Individualverkehr wird als dringend erforderlich angesehen. Der Entwurf erfüllt in hohem Maße die Erwartungen beider Hochschulen an die städtebauliche Struktur, Flexibilität für weitere Entwicklungsstufen und die Lage
    des Fachhochschulmoduls als Auftakt der Entwicklungsfläche. Der Entwurf bietet die Chance, das Fachhochschulgebäude eigenständig zu entwickeln und zugleich eine enge städtebauliche Korrespondenz zu den weiteren Entwicklungsmodulen sowie zum Universitäts-Stammgelände aufzubauen. Das stadträumliche Gesamtkonzept lässt für die Forschungsinstitute und Forschungs- und Entwicklungszentren hinreichend Spielraum für erst in der Zukunft genauer zu formulierende Anforderungen ohne dabei beliebigen Entwicklungen Raum zu geben. Der Entwurf für die Mikroerweiterung ist für die vorgegebenen Nutzungen sehr gut geeignet. Im Zusammenhang mit der Terrassen-Konzeption wird nicht nur eine ideenreiche
    Verbindung mit dem neuen Campus hergestellt, sondern zugleich eine intensive qualitative Aufwertung der bisherigen Parkplatzfläche erreicht.


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