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  • DE-33619 Bielefeld
  • 06/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7559)

Hochschulcampus "Lange Lage" Bielefeld


  • Anerkennung

    Städtebauliches Konzept

    Architekten
    REICHER HAASE ASSOZIIERTE GmbH, Aachen (DE), Vianden (LU), Aachen (DE), Dortmund (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: lad+ landschaftsarchitektur diekmann, Hannover (DE)

    Erläuterungstext
    campus als landschaft

    Das städtebauliche Konzept für den Hochschulcampus Bielefeld basiert auf folgenden Leitgedanken und Zielen:
    - Nutzung und Weiterentwicklung des vorhandenen Potentials
    - Bildung eines zentralen Kommunikationsraumes für die Fachhoch-
    schule
    - Schaffung einer eigenen Identität für die Forschungsinstitute
    - Intensive Verflechtung und Durchdringung mit der umgebenden
    Landschaft
    - Verknüpfung beider Hochschulstandorte

    Campus als Landschaft
    Die herausragende landschaftsräumliche Situation der Erweiterungs-fläche für den neuen Hochschulstandort, auf einer Geländekuppe zwischen zwei Talräumen, hat das Potential zu einem Alleinstellungs-merkmal für die Hochschule in Bielefeld zu werden. Vor dem Hinter-grund, dass im europäischen Standortwettbewerb der Hochschulen die so genannten ‚weichen Faktoren’, also die Lebensqualität und damit nicht zuletzt auch landschaftliche Qualitäten eine zunehmende Bedeu-tung erfahren, hat die Hochschule in Bielefeld einen gewichtigen Trumpf in der Hand, der durch entsprechende Entwicklung auf der Erweiterungsfläche eingelöst werden kann.
    Unter dem Motto Campus als Landschaft, schlagen wir eine Entwick-lung vor, die sich in besonderem Maße an den landschaftlichen Rahmenbedingungen orientiert. Hierbei wird die Fachhochschule als Kernstück der Erweiterung derart auf dem Plateau der Geländekuppe orientiert, dass eine intensive Verflechtung und Durchdringung mit der umgebenden Landschaft erreicht wird.

    Fachhochschule und Campus-Parterre
    Kernelement des Konzeptes ist ein breiter Freiraumkorridor, der sich als zentraler Park in Nord-Südrichtung inmitten der Fachhochschule über die Geländekuppe spannt und die beiden Talauen miteinander verbindet. Das so genannte Campus-Parterre bildet das Herz des neuen Campus, ist Verteilerebene der Fußgängerströme, Ort der Kommunikation und des Verweilens und damit das landschaftliche Pendant zur urbanen Halle der jetzigen Universität. Dieses gibt den unterschiedlichen Bereichen der Fachhochschule eine gemeinsame Adresse und wird damit Teil der Identität des neuen Campus. Umschlossen wir das Campus- Parterre durch die dreigeschossige Fachhochschulbebauung. Die kompakte Baustruktur gewährleistet eine gute Erreichbarkeit der einzelnen Nutzungen untereinander. Die zentralen Bereiche befinden sich auf der Ebene des Campus-Parterres und werden so mit dem Kommunikationsraum verknüpft.
    Der Hauptzugang zur Fachhochschule befindet sich im Süden im Schnittpunkt zwischen Campus-Boulevard und Campus-Parterre. Im Norden wird die Anbindung an die Stadtbahn ermöglicht.

    Campus-Terrassen
    Im Norden und Süden bilden die Campus-Terrassen als Verlängerung des Campus-Parterres zum Einen die Verknüpfung des Fachhoch-schulcampus mit den Erweiterungen. Zum Anderen entstehen durch den Campus-Boulevard im Süden und die Stadtbahnhaltestelle im Norden unterschiedliche öffentliche Räume, die einer Außendarstellung der Forschungsinstitute und Start-Ups gerecht werden.

    Campus-Parterre
    Als öffentlicher Raum vereinigt das Campus-Parterre die landschaftlichen Vorzüge des Standortes mit den urbanen Qualitäten der vorgeschlagenen Baustruktur. Im Innern des Fachhochschul-komplexes präsentiert sich der Freiraum eher im urbanen Charakter einer Platzfläche, während sich das urbane Gerüst im Norden und Süden, zu den Tälern hin, immer mehr auflöst und zum Bestandteil der existierenden Landschaft wird.
    In der kompakten Struktur der Fachhochschule bilden grüne Ein-schlüsse / Ausstülpungen, begehbare begrünte Dächer und Grün-fugen ein Motiv der Durchdringung von Landschaft und Bebauung. Dieses Prinzip wird zum Verzahnungsmotiv des Ensembles in Ost-Westrichtung zu den Wohnquartieren. Die hier angeordneten Land-schafts-Terrassen lassen, grünen Fingern gleich, die landschaftlichen Qualitäten von Außen in das Hochschulareal einwirken und schaffen Freiräume mit Ausblick in den Park.

    Bürgerpark / Allmende
    Der vorgegebene Grünverbund, an den Flanken des neuen Campus, wird als offenes Grasland in extensiver Bewirtschaftungsart angelegt. Als eine Art ‚land of free’, bieten die Wiesenflächen der Bevölkerung und den Hochschulangehörigen weitläufigen Raum zum Spazieren und Aufenthalt und erhalten gleichermaßen den heute vorherrschenden Eindruck von landschaftlicher Weite in der Stadt. Zahlreiche Baum-haine geben dem Park die räumliche Fassung und schaffen Orte der Aneignung.

    Campus-Boulevard
    Zwischen den beiden Teilen des Hochschulcampus, dem Altstandort am Hang und der Fachhochschule auf der Kuppe wird ein landschaft-lich gestalteter Fließraum aufgespannt, der die Bewegungsströme aufnimmt und im Übergang über die Universitätsstraße lenkt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.