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  • 12/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-235245)

Stadt-/ Gebietsplanung

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  • 1. Rang Gewinner

    Perspektivische Skizze Hafenbecken Werftquartier “Korneuburg ans Wasser bringen”, © © YEWO LANDSCAPES

    Landschaftsarchitekten
    YEWO LANDSCAPES, Wien (AT) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: KCAP Architects&Planners, Rotterdam (NL), Zurich (CH), Shanghai (CN)
    Architekten: Baumschlager Hutter Partners, Dornbirn (AT), Heerbrugg (CH), Wien (AT), München (DE), Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    FREIRÄUME UMS WASSER ALS ALLEINSTELLUNGSMERKMAL

    Die städtischen Boulevards bilden das Rückgrat des Festlandes und der Halbinsel.
    Um die Wohn-, Gewerbe- und Kulturinseln entwickeln sich öffentliche Freiräume mit
    Spiel- und Wohncharakter bei gleichzeitiger Einbettung in die Auenlandschaft. Somit
    verwischen die Grenzen und die Teilquartiere vernetzen sich über bewusst gesetzte
    Landschaftswege mit dem Auwald. Diese verästeln sich ins Hinterland und spielen
    mit den Aspekten des Natürlichen und des Wilden. Gerade für Kinder ist dieses
    Naturerlebnis von besonderer Bedeutung.
    Highlights an wichtigen Kreuzungspunkten stellen Gestaltungsinseln für Spiel und
    Sport dar und erweitern das Freiraumangebot und erzeugen attraktive Zielorte
    in einer durchgängigen Auenlandschaft aus Augehölzen (Pappeln, Eichen, Erlen,
    Ulmen, Weiden), lichtem Unterholz (Traubenkirsche, Wildkirschen) und einer saftigen
    Krautschicht.
    Die räumliche Grundstruktur aus Werftbecken und Donaulände erzeugt eine
    maximierte Kontaktfläche von Quartier und Flusslandschaft. Gerade dieser
    Übergang vom Festland zum Wasser und die Annäherung ans Wasser stellen eine
    zentrale Entwurfsaufgabe dar. Eine Typologie aus Wasserkanten und Wasserufern
    erzeugt städtische und sehr landschaftliche Zugänge zum Wasser. Naturufer mit
    Treppelwegen, die partiell im Hochwasserfall überschwemmt werden, interagieren
    mit höher gelegenen Promenaden- und Waldwegen, die mit Plattformen über dem
    Wasser „schweben“. Die Wasserkanten am Süd- und Nord-Quai sind als terrassierte
    Promenaden konzipiert. Das schafft vielfältige Erholungs- und Flanierwege am Wasser.
    Eine Besonderheit stellen die zwei Slipanlagen dar. Sie sind die sanften Uferzonen in
    Form der durchgrünten Werftterrassen oder dem Werftbad, wo „Floating Islands“ ins
    Wasser gelassen werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die besondere Qualität des Projekts liegt im einfachen, großzügigen und übersichtlichen Erschließungs- und Freiraumgerüst. Es wird eine klare Verbindung vom Stadtzentrum bis auf die Halbinsel und ans Ufer der Donau geschaffen, die durch eine abwechslungsreiche Freiraumsequenz führt. Die innere Erschließung sowohl am Festland als auch auf der Halbinsel erfolgt über zwei attraktiv auszugestaltende Straßenräume („Boulevards“).
    Besonders gewürdigt werden die öffentlich zugänglichen Freiräume zwischen den Gebäudekomplexen auf der Halbinsel, die attraktiven Freiräume am Wasser und die hochwasserfreie Promenade auf Geländeniveau. Am Wasser werden zahlreiche bewusst gesetzte Aussichtspunkte geschaffen. Bezüglich der Ausprägung der landschaftlichen und nutzungsmäßigen Ausgestaltung der Inselspitze (Café etc.) empfiehlt die Jury eine weitere Ausarbeitung im Zuge der Rahmenplanerarbeitung.“ Um zu starke Barrieren zu vermeiden, wird die landschaftsarchitektonische Einbeziehung der Sockel der Gebäudekomplexe in die umgebende Landschaft empfohlen.
    Das Verhältnis von Bebauung und Freiräumen ist ausgewogen, wobei wirtschaftliche Bebauungsdichten erreicht werden können. Unter dem Motto „Quartiere im Quartier“ wird ein robustes städtebauliches Grundkonzept verfolgt. Ein klarer Kernbereich mit öffentlicher Benutzbarkeit um den denkmalgeschützten Bestand bildet ein „grünes Zentrum“ als Komplementär zum historischen Stadtzentrum. Die landschaftlich gehaltene Aufweitung und Grünraumverzahnung im Bereich der Kleingartenanlage ist schlüssig und wird begrüßt. Es wird empfohlen, die bestehende Werftstraße im Zuge der schrittweisen Realisierung an dieser Stelle rückzubauen und vom Individualverkehr freizuhalten, um diese Verbindung noch stärker zur Geltung zu bringen.
    Das Projekt besticht durch angemessene bauliche Ausnutzung bei moderatem Anteil an Verkehrsflächen. Die Gewerbeflächen werden kleinteilig in die Gesamtbebauung integriert und haben den Charakter multifunktionaler Gebäude. Die vorgeschlagenen Bauphasen (synchrone Bebauung auf „Festland“ und Halbinsel von Süden nach Norden) sind baulogistisch und immobilienwirtschaftlich schlüssig.
    In Summe besticht das Projekt durch seine klare Grundstruktur, die vielseitigen Städtebau- und Freiraum-Typologien und die stimmige Einbindung in den Landschaftsraum.

    Die Jury empfiehlt der Ausloben, dass Team KCAP mit Baumschlager Mutter und YEWO Landscapes mit der Ausarbeitung des Rahmenplans zu beauftragen.


INFO-BOX

Angelegt am 12.01.2017, 15:51
Zuletzt aktualisiert 18.06.2018, 09:05
Beitrags-ID 4-133976
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