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  • Anerkennung

    Lageplan, © HWR Architekten

    Architekten
    HWR Architekten Gunnar Ramsfjell Dipl.-Ing. Architekt BDA, Dortmund (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Gunnar Ramsfjell

    Mitarbeit
    Thorsten Börker

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Entwurfskonzept / Leitidee

    Die Kubatur des bestehenden Rathauses respektierend, rahmt ein klarer Baukörper L-förmig das den Bürgern vertraute denkmalgeschützte Rathaus und zeigt sich zum Marktplatz mit einer der Funktion angemessenen städtebaulichen Geste. Eine großzügige Fuge zwischen den Gebäuden bewahrt die Eigenständigkeit des Altbaus und markiert den neuen Haupteingang.

    Funktionalität

    Der öffentliche Bereich im Erdgeschoss bietet den Bürgern über eine mobile Trennwand die Zusammenschaltbarkeit von Bürgersaal und Forum. Es entsteht eine großzügige, flexibel bespielbare Fläche mit vielfältigen Bezügen zum Innen- und Außenraum. Nach Westen ermöglicht die Glasfassade des Forums die Nutzung und den Blickkontakt in den ruhigen und klar gegliederten Innenhof. Nach Osten zeigt sich der Bürgersaal offen und einladend zum öffentlichen Raum. Es entsteht ein angenehm offener und durchlässiger Bereich, der Außen- und Innenraum gelassen miteinander verknüpft und fließend ineinander übergehen lässt. Der gesamte Bereich kann für (Abend)Veranstaltungen im Bürgersaal/Forum unkompliziert vom restlichen Gebäude mit den Verwaltungsbereichen abgetrennt werden.

    Die Obergeschosse des Neubaus bieten durch die klare Zuordnung der Fachbereiche dem Besucher jederzeit eine sichere Wegeführung und Orientierung. Pro Geschoss jeweils zwei in sich gut strukturierte Fachbereiche erschlossen. Die einfache Wegeführung wird durch punktuelle Einschnitte in die Gebäudekubatur gestärkt, welche an den wesentlichen Orientierungspunkten (Haupttreppenhaus / Wartebereiche) den Ausblick ins Freie ermöglichen und so das Gebäude immer auch in Kontakt mit dem öffentlichen Raum treten lassen

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Ein L-förmiger Baukörper nutzt das Planungsgebiet aus und stellt das historische Altgebäude frei. Das verglaste Forum bildet die Nahtstelle und den Eingangsbereich zwischen Neuund Altbau. Der Entwurf stellt eine klare, einfach zu realisierende Lösung dar. Die Dachform wird kontrovers diskutiert.

    Positiv bewertet wird die Nord-Süd-Sichtverbindung zwischen Marktplatz und Poststraße, ebenso die Sichtbezüge aus den Galeriegeschossen in Richtung Markt. Kritisch ist der Höhenversprung aus dem Forum zum Bürgerbüro über Treppe oder Aufzug anzumerken. Ebenso wird die Anbindung an das historische Rathaus, über nur einen Verbindungssteg, kritisiert.

    Die Eingangssituation mit abgeschrägtem Gastronomiebereich wird positiv beurteilt. Die Marktfassade wird nicht als eine für ein Rathaus adäquate Fassade angesehen. Der Balkon sollte entfallen. Die Blockrandbebauung entspricht der örtlichen Struktur und fügt sich gut in die Umgebung ein. Der ruhende Verkehr wird mit 20 Stellplätzen unterhalb des nördlichen Bürotraktes untergebracht. 10 weitere Stellplätze werden an der Straße „Am Markt“ untergebracht. Die planungs- und baurechtlichen Belange entsprechen den Anforderungen ohne Beanstandungen.

    Die weitgehende Freistellung des historischen Rathauses entspricht den Belangen des Denkmalschutzes. Abgesehen von zu erwartenden Kosten für die Tiefgarage ist eine wirtschaftliche Erstellung des Gebäudes zu erwarten.