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  • DE-15345 Petershagen/Eggersdorf
  • 01/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-238691)

Erweiterung des Grundschulzentrums Am Dorfanger


  • 2. Preis

    © GSAI

    Bauingenieure, Tragwerksplaner
    ahw Ingenieure GmbH, Münster (DE), Hamburg (DE), Halle (Saale) (DE), Berlin (DE), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Bauingenieure: GSAI GALANDI SCHIRMER | ARCHITEKTEN + INGENIEURE GMBH, Berlin (DE)
    TGA-Fachplaner: EGU Energietechnik - Gebäudetechnik - Umwelttechnik GmbH, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: HÖHN Landschaftsarchitektur, Potsdam (DE)

    Preisgeld
    18.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf setzt sich sehr gut mit der gestellten Aufgabenstellung auseinander.
    Die Leitidee, durch geringe Geschossigkeit und ein Ineinanderverschieben von 2 Baukörpern anstatt eines kompakt durchgängigen Volumens, eine optische Reduzierung der Baumasse zu erreichen, ist sehr gut gelungen. Geschickt nimmt der 2-geschossige Baukörper den Hauptzugang auf und vermittelt damit zu der z.T. kleinteiligen, niedrigeren Bebauung auf der anderen Straßenseite.
    Der Entwurf setzt sich ganz explizit mit der Maßstäblichkeit der Gebäude in einer kleinen Gemeinde wie Petershagen auseinander, ohne dabei anbiedernd zu wirken.
    Sehr gut gelöst wurde ebenfalls die Herausforderung sowohl die Bestandsbauten, als auch die Neubauten in ein logisches klar strukturiertes Wegenetz einzubinden.

    Gut ablesbar ist der Hauptzugang an der Mittelstraße, die breite Wegeführung dorthin setzt sich im Gebäude als Erschließungsflur fort und wird in dieser Breite auch konsequent auf der gegenüberliegenden Seite zum Hortgarten weitergeführt. Der Knotenpunkt an dieser Stelle des Hortausganges bildet einen kleinen Platz, der wiederum die um 90 Grad gedrehte Achse als Wegekreuz aufnimmt, die zum Sporthallenneubau führt. Sehr gut gelöst ist hier, dass der Zugang dafür bereits von diesem Punkt aus sichtbar ist, da hier das gleiche Prinzip des Versatzes angewendet wird, wie auch im Schulneubau. Das 1-geschossige Bauteil, das den Versorgungstrakt umfasst, schiebt sich seitlich heraus, bildet damit einen Endpunkt für die Nord- Südachse und das mit ganz klarer Funktion: der Aufnahme des Einganges.
    Die Zweifeldhalle, an der Dorfstraße angeordnet, puffert damit Lärm zur Dorfstraße ab und setzt dort auch eine klare Bebauungslinie entlang dieser Straße.
    Diese Konsequenz, mit der die Freiräume bearbeitet wurden, spiegelt sich auch in anderen wichtigen Bereichen wider: die Anlieferung für die Mensa erfolgt störungsfrei über eine extra Zuwegung und auch der Bereich für PKW, Fahrräder (überdachte Stellplätze) und Feuerwehrzufahrt ist gut zoniert, kompakt angeordnet. Die seitliche Begrenzung ist hier das andere Ende der Nord- Süd Achse. So befindet sich alles in einem logischen Bezug zueinander und bindet die einzelnen Gebäude campusartig ein. Die neugestaltete Freifläche hinter der Schule ist gut einsehbar vom Schulneubau und gliedert sich harmonisch, aber eigenständig an den jetzigen Bestand des Hortgartens an, der wiederum vom alten Schulgebäude und Hort eingefasst wird.
    Das stadträumliche Gesamtensemble weist damit eine sehr hohe Qualität auf. Auf den stark durchgearbeiteten Bereich vor der Hauptfassade mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten würde der Nutzer in der starken Ausprägung verzichten, einzelne Angebote sind hier sicher ausreichend.

    Der Schulneubau ist im 1.OG über einen Verbindungsgang mit dem Bestandsbau verbunden. Der Gang bildet quasi die „Klammer“ zwischen „Alt“ und „Neu“. Die breite Treppe, die vom Hauptgang des Neubaus im 1.OG endet und dann keine Orientierung zur Weiterführung in das 2. OG bietet, wurde von der Jury kritisch angemerkt. Ansonsten ist das Raumprogramm gelungen: Mensa und Küche sind durch Schaffung entsprechender Räume auch darauf ausgerichtet, Stühle und Tische aufzunehmen, um auch andere Veranstaltungen stattfinden zu lassen. Eine großzügige Freifläche vor den Horträumen im EG im Innenbereich kann als kleines Theater o.ä. genutzt werden, nach außen gibt es auch ein Anbindung z.T. durch kleine „grüne“ Klassenzimmer, Schulgarten etc. In den übrigen Geschossen könnten Bereiche für informelles Lernen noch stärker ausgeprägt sein.
    Die beiden Höfe bieten eine gute Orientierung und Sichtbezug. Die Belichtung dieser innenliegenden Bereiche erscheint der Jury jedoch als evtl. nicht ausreichend, trotz der Oberlichter.

    Der Eingangsbereich ist klar definiert, vor der Schule ist ausreichend Platz vorhanden, sich zu sammeln. Die umfangreiche Gestaltung ist nicht notwendig. Die Unterbringung der überdachten Fahrradständer ist positiv zu erwähnen, sowohl die Lage wie auch die kurzen Wege.
    Die Mensa ist separat gut zu nutzen. Wünschenswert wäre die Ausrichtung der Mensa zum Pausenhof, damit würde auch der Anfahrtsweg zur Küche kürzer sein. Die Horträume sind kompakt im EG angeordnet und haben mehrfache Anbindung zum Hof. Besonders hervorzuheben ist für Schul- und Hortbereich das Theater im offenen Bereich.
    Die Klassenräume sind gut durchdacht für die Klassenstufen 1/ 2 und 3 / 4 etagenweise angeordnet. Der Lesehof und das Theater im Erdgeschoss eignen sich gut für die differenzierte Arbeit.
    Die Anbindung der Verwaltung ist sowohl für das Bestandsgebäude als auch für den Neubau durch den Übergang im westlichen Bereich im 1.Obergeschoss gut gelöst.
    Die Anordnungen der Turnhalle und Außensportanlagen sind für den Schul- und Hortbereich gut gelöst.

    Kostenmäßig gesehen ist die Entscheidung, hier begrünte Innenhöfe anzubieten, die gleichzeitig Decke für das Erdgeschoss sind, robuste große Oberlichter enthalten, noch einmal wirtschaftlich auf den Prüfstand zu stellen. Die Deckenstärke, die der Entwurf im Schnitt in diesen Bereichen zeigt, würde sich in der Realität anders darstellen. Für die Zweifeldhalle gibt es ein schlüssiges Raumprogramm. Die Belichtung durch den Versatz ist funktional gut gelöst.
    Die Gestaltung der Fassade mit Klinkern ist dauerhaft und damit auch wirtschaftlich. Der dunkle Farbton und auch der Entwurfsgedanke, alles mit Klinkern abzubilden, wurde in der Jury kontrovers diskutiert.

    Da die Arbeit insgesamt eine sehr gute Lösung für die geforderte Aufgabenstellung anbietet, wird eine Empfehlung ausgesprochen.


INFO-BOX

Angelegt am 20.01.2017, 13:01
Zuletzt aktualisiert 30.01.2017, 10:50
Beitrags-ID 4-134296
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