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  • DE Buchheim
  • 05/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2-7581)

Neues Wohnen in Scheunen


  • 1. Preis

    Modulstruktur und Grundriss Ebene 0

    Architekten
    Günter Hermann Architekten, Stuttgart (DE), Tuttlingen (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Entwurfsansatz
    Bedingt durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen werden die landwirtschaftlichen Tätigkeiten rationalisiert und reduziert.
    Die ehemals zur Unterhaltung von Landwirtschaft und Viehzucht notwendigen Hofanlagen in Form der ortstypischen Eindachhöfe sollen bei Erhaltung des prägenden Ortsbildes der notwendigen verdichteten Wohnnutzung zugeführt werden.

    Die Stallanlagen dieser Höfe weisen in den Obergeschossen bedingt durch Ihre Nutzung als Heuböden großzügige Dachräume mit interessanten Holztragwerken auf. Der Charakter dieser Dachräume in den Scheunen wird durch die Durchgängigkeit eines überspannenden Wetterdaches geprägt. Diese Räume sollten in Ihrer Wirkung und Prägnanz als gestaltendes Merkmal erhalten bleiben.

    Die neu zu schaffenden Wohneinheiten werden somit als eigenständige, von einander unabhängige „Kuben“ in die bereinigte Wetterhülle eingestellt. Mit diesem Ansatz kann das bereinigte Tragwerk soweit möglich statisch vom Neubau unabhängig in seiner Form erhalten werden. Die eingestellten „Wohnkuben“ können bauabschnittsweise einzeln errichtet werden.

    Das Gebäudevolumen wird lediglich auf der straßenabgewandten Seite durch den Abbruch des Quergiebels nutzbar verringert, in die ortsbildprägende Straßenseite wird lediglich zurückhaltend eingegriffen. Die Lochfassaden des Wohngebäudes erhalten mit Applikation der ursprünglichen Klappläden die ursprünglichen Proportionen zurück, verfremdete Fensterformate werden rückgebaut.


    Konzeption
    Angeboten werden den unterschiedlichen Bedürfnissen der unterschiedlichen Generationen räumlich angepasste Grundrisszuschnitte, möglich sind somit

    -der familiengerechte Wohnkubus 1 mit Einfamilienhauscharakter mit 4 1/2 Zimmern auf drei Ebenen sowie direktem Gartenanteil.

    -der Wohnkubus 2 entsprechend Wohnkubus 1 jedoch mit 4 Zimmern.

    -der Wohnkubus 3 freistehend im Gartenbereich mit 2 ½ Zimmern behindertengerecht organisiert und auf den Freibereich ausgerichtet

    -im Wohnkubus 4 ist junges Wohnen unter dem Dach möglich.


    Umsetzung
    Abriss des straßenabgewandten Quergiebels samt Stallanlagen und seiner durch Salpeter kontaminierter Bodenplatte.

    Sanierung der Dachdeckung im Bereich des Ökonomieteils

    Die Wohnkuben können als vorgefertigte Holzrahmenelemente auch in Eigenregie bzw. Nachbarschaftshilfe erstellt und elementiert eingebracht werden.

    Die Umsetzung in Bauabschnitten ist durch die Trennung der Wohnkuben in unabhängige Baukörper uneingeschränkt möglich


    Konstruktion
    Die Trennung von Dämmhülle und Wetterschutz ermöglicht die Reduzierung der jeweiligen Bauteile auf die bauphysikalische Notwendigkeit.

    Die bestehende Gebäudehülle kann in Ihrer reduzierten Funktion erhalten werden, eine aufwendige Dämmung ist durch die vorgeschlagene Maßnahme nicht nötig.

    Die Konstruktion der eingestellten Wohnkuben erfolgt als ausgesprochener Holzbau in Holzrahmenbauweise mit Beplankungen aus Furnierschichtholz zur Aussteifung auf Innen- und Außenseite.

    Die Dämmung der Außenwände erfolgt mit Zellulosedämmstoff im Elementzwischenraum.

    Die Bauteile können vorkonfektioniert angeliefert und vor Ort in Fertigteilbauweise in die Gebäudehülle eingestellt werden.


    Kompaktheit / Energiekonzept
    Der entwurfliche Ansatz, die wärmegedämmten Wohnkuben in eine größere Wetterhülle einzustellen und somit durch die winddichte Hülle einen Pufferraum zu schaffen birgt den energetischen Ansatz eines Wintergartens, der aufgrund der Wärmeeinstrahlung solare Gewinne ohne Heizwärmeverluste erwirtschaften kann. Somit wird die Gesamtenergiebilanz positiv beeinflusst.

    Bezug nehmend auf die Berechnungsmethoden der Energieeinsparverordnung sollte dies bei der Bewertung der berechneten Kompaktheit berücksichtigt werden, diese Faktoren müssen an anderer Stelle in die Berechnungsmethoden der EnEV einfließen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 25.10.2008, 23:19
Beitrags-ID 4-13432
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