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  • CH-8001 Zürich, CH-8005 Zürich
  • 01/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-225338)

Neubau Kriminalabteilung Stadtpolizei


  • Teilnahme

    © Bob Gysin + Partner BGP, vetschpartner Landschaftsarchitekten AG

    Projekt
    RUBIN

    Landschaftsarchitekten
    vetschpartner Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    Mitarbeit
    Nils Lüpke, Carina Habelt

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Bob Gysin + Partner BGP, Zürich (CH)
    Bauingenieure: Basler & Hofmann Ingenieure und Planer AG, Zürich (CH), Zollikofen (CH), Luzern (CH)
    Projektsteuerer: S+B Baumanagement AG, Olten (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    ... Der Neubau der Kriminalabteilung erhält durch den Gebäudevorsprung an der Förrlibuckstrasse eine klare Adresse. Separate Schleusen führen neben dem strategisch günstig platzierten Präventionsraum in eine Eingangshalle mit einem über die gesamte Gebäudehöhe führenden Lichthof, dessen Wirkung allerdings durch das Einspringen der Kantine im Dachgeschoss etwas kompromittiert wird. Die Organisation des Erdgeschosses und des 1. Obergeschosses ist einfach und übersichtlich: ein ringförmiger Korridor, der punktuell durch seitliches Tageslicht rhythmisiert wird, erschliesst nach aussen die Arbeitsplätze und nach innen die gewünschten Einvernahme-, Service- und Lagerräume. Am westseitigen Korridor verbinden einläufige Treppen- und Liftanlagen die verschiedenen Geschosse, die durch aussenliegende Lichthöfe markiert und aktiviert werden. Die betrieblich wichtige Anlieferung für die Arrestantinnen und Arrestanten und die Organisation der Räume für Polizeieinsätze und des Erfassungsbereichs mit Abstandsräumen sind gut gelöst. Auch die Erschliessung der Mitarbeitenden- und besucherparkplätze sowie die Anlieferung funktionieren reibungslos. Die verschiedenen Hofeinbauten – die Überdachung der Tiefgaragenzufahrt, die Pergola über den besucherparkplätzen als Sichtschutz zu den Arrestzellen und die eingeschossige Garage für die Anlieferung der Arrestantinnen und Arrestanten – sind zwar funktional sinnvoll, in ihrer Reihung und Ausbildung gestalterisch allerdings etwas unbeholfen. In den 2. bis 5. Obergeschossen ist die ringförmige Erschliessung zugunsten einer Kammstruktur mit offenen Lichthöfen aufgebrochen. Merkwürdigerweise endet diese Figur nordseitig aber nicht mit einem Volumen, sondern mit einem offenen Hof. Im Innern bieten die Bereiche zwischen den Lichthöfen hingegen eine hochflexible Bürolandschaft an, die von geschlossenen Zellenstrukturen über Clusterbildungen bis hin zu offenen Grossraumstrukturen alle denkbaren Bürotypologien ermöglichen. Das Attikageschoss mit der südseitigen Kantine, dem nordseitigen Multifunktionsraum sowie mit den dazwischenliegenden Aufenthaltsbereichen und Sitzungszimmern bietet einen ebenfalls einen guten Gebrauchswert.
    Der offerierte Werkpreis unterschreitet den Zielwert knapp. Gemäss der Vorprüfung der ökologischen nachhaltigkeit werden die Minergie-P-ECOWerte trotz vergleichsweise hohen Energiebezugsflächen erreicht. Die geplante bauzeit von 27 Monaten scheint etwas zu kurz bemessen.
    Die Stärken des Projekts «Rubin» liegen in seiner detaillierten Ausarbeitung und in seiner funktionalen Organisation, während die städtebauliche Einordnung und die architektonische Erscheinung insgesamt nicht zu überzeugen vermögen.