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  • DE-72793 Pfullingen
  • 01/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-240488)

Arbachquartier


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ursula Hochrein , Axel Lohrer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: bogevischs buero, München (DE)

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Der Arbachtalraum prägt und gliedert das Gebiet gleichermaßen. Ein großzügiger Grünsaum wird zu beiden Seiten des Gewässers als naturnaher, öffentlicher Freiraum erhalten und weiter aufgewertet. Die prägenden Gehölze werden erhalten. Das Fußwegenetz mit kleinen Aufenthaltsangeboten mit schönen Blickbeziehungen wird ergänzt. Der vorhandene Spielplatz kann weitgehend verbleiben und wird mit weiteren Spielangeboten, auch direkt am Wasser zur Attraktion für die anwohnenden Kinder. Auf einfachen Elemente kann man auch direkt ans Wasser heran zum sitzen, Natur beobachten oder einfach nur das plätschern zu genießen.
    Ein dichtes Rad- und Fußwegenetz verbindet das Quartier intern und nach außen mit den vorhandenen Anschlußwegen.
    Die Baufelder gruppieren sich jeweils um einen gemeinsamen, belebten Erschließungshof.
    Nach innen umschließen sie ruhige, durchgrünte Höfe mit gemeinsamen Kleinkinderspielplätzen, Treffpunkten für Alle und Sondernutzungsflächen für die EG-Wohnungen. Durch ein leichtes Anheben der Hofflächen ergeben sich zu den umliegenden Straßen Hochparterresituationen und die Privatheit der Höfe wird betont.
    Adressen und Besucherparken orientieren sich jeweils zur Blockaußenseite.
    Die Dächer werden begrünt, das Regenwasser in Mulden gesammelt und nach Rückspeicherung dem Arbach zugeführt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Idee der Verfasser, das Quartier in drei Baufeldern jeweils um eine kleine eigene Mitte zu entwickeln sowie die Erschließung konsequent von außen vorzunehmen ist charmant und bietet in der Folge gute Antworten auf die gestellten Fragen.
    Es entsteht ein sehr großer konsequent verkehrsfreier Bereich der demzufolge eine Vielzahl räumlich wahrnehmbar abgestufter Freiraumtypen von hoher Qualität bietet.
    Die Übergänge von öffentlich über halbprivat zu privat sind klar definiert, liegen richtig und ermöglichen die erforderlichen und wünschenswerten Nutzungen en passant.
    Der bestehende Bachbereich wird dadurch gestärkt und zum Rückgrat, ein differenziertes Wegesystem für Fußgänger und Radfahrer nach dem „Diffusions-Prinzip“ bietet die wünschenswerten Streifräume für alle.
    Die mäanderartig angeordneten Baukörper mögen auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, ergeben jedoch spannende und abwechslungsreiche Raumfolgen eigener Qualität. Die angedachten Grundrisse sind durchweg plausibel, folgen einem durchdachten Prinzip und bedürfen nur in wenigen Fällen einer vertieften Betrachtung.
    Fraglich könnte die gewerbliche Nutzung über alle Geschosse im nördlichen Bereich sein, wenngleich sie konzeptionell zunächst nahe liegt.
    Bei einer teilweisen Wohnnutzung entstünde ein Lärmschutz-Problem zum angrenzenden Betrieb.
    Abgesehen davon ist die Lärmschutzthematik durch die Gesamtfiguration gut gelöst, ebenso wie im Übrigen viele andere wichtige Fragen wie Brandschutz, Müllentsorgung, Notzufahrten usw.
    Allerdings werden die großen und überzeugenden Qualitäten teilweise dadurch erreicht, dass wesentliche Kennwerte unter den Mittelwert liegen.
    Klimatisch könnten die Köpfe der Randbebauung eine nähere Betrachtung erfordern.
    Insgesamt bietet der Entwurf eine leichte, geradezu legere Lösung für diesen Ort, die aber in allen Essentials sehr durchdacht ist und eine gute Grundlage für alles Weitere darstellt.