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  • DE-72793 Pfullingen
  • 01/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-240488)

Arbachquartier


  • 3. Preis

    Lageplan, © ver.de landschaftsarchitektur / 03 Architekten

    Landschaftsarchitekten
    ver.de Landschaftsarchitektur, Freising (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: 03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Einbindung in die bestehende Stadt- und Freiflächenstruktur:
    Der „Park am Arbach“ ist gut in die Bau- und Freiflächenstruktur der Umgebung eingebunden. Die Bebauung nimmt gewissermaßen die mäandrierende Form des Arbachs auf und formt zwei lange „Schlangen“, die zwei Höfe umfassen, und sich an die Umgehungsstraße B 312 und die Auffahrt anschmiegen. Die Höfe öffnen sich zum Arbach hin.
    Damit wird eine im gesamten Reutlinger Raum einzigartige Adresse und ein unverwechselbarer Raum geschaffen. Dies ist keine reine formale Lösung, sondern hat eine Reihe von Vorteilen:
    - den Bewohnern eröffnen sich fast ausnahmslos sehr gute Blickbeziehungen in die Landschaft hinein.
    - Die Innenräume der Blöcke sind wirklich Teil der Landschaft und bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sowie flexible Nutzungsmöglichkeiten. Der Bachraum des Arbachs wird durch diese Flächen wirksam nach Norden und Süden erweitert und wird auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

    Erschließung, Organisation und Orientierung
    Die PKW –Erschließung ist sinnfällig und sehr sparsam. Sie ist auf relativ kurze Stiche begrenzt. Im Realisierungsteil entstehen zwischen der „Schlange“ und gewerblichen Bauten, von denen einer richtigerweise die nördliche Gewerbefläche abschirmt, gut dimensionierte Quartiersplätze.
    Hervorzuheben ist der sensible Umgang mit dem Arbach (auch wenn die Abbildung den Bach-Einschnitt nicht korrekt wiedergibt).
    Die Orientierung im Quartier ist sehr gut.
    Die 5 – und 6 geschossigen Gebäude-Abschnitte im Norden und Süden überschreiten die Vorgaben des Klimaschutzes: sie beeinträchtigen den Kaltluftstrom.
    Die aus Sicht des Lärmschutzes sinnvolle durchgehende Bebauung entlang der B 312 hat kleinklimatisch Nachteile, da sie die Durchlüftung des Gebietes behindert.

    Nutzungsqualität der Typologien
    Die Gebäude sind – wie gefordert – je nach Nutzung gesondert geformt und positioniert.

    Umsetzbarkeit in Bauabschnitten
    Der Entwurf ist in Abschnitten umsetzbar, der erste Abschnitt ist allerdings noch wenig überzeugend.

    Dichte und Nachhaltigkeit
    Die Ausnutzung des Grundstücks ist trotz der geringen Überbauung und Versiegelung sehr hoch. Sie dürfte auch dann noch hoch sein, wenn Geschossflächen im 5. Und 6. Geschoss mit Blick auf die Kaltluftversorgung zurückgenommen werden.

    Marktfähigkeit und Wirtschaftlichkeit
    Die Grundrisse mit innenliegenden Erschließungskernen und Mehrspännern lassen noch Fragen offen. Die Grundrisse der Obergeschosse werden nicht nachgewiesen.
    Ein Großteil der Wohnräume ist zum Hof hin orientiert. Als Folge des städtebaulichen Konzeptes wird nur ein kleiner Teil der Wohnungen dreiseitig belichtet. Schwierigkeiten dürften sich an der Südseite des südlichen Blocks ergeben.
    Die 2-bündigen Tiefgaragen sind in der Organisation noch unklar, es werden weitere Zufahrten erforderlich sein.

    Die Arbeit wird als hervorragender zukunftsweisender Beitrag zur Definition eines eigenständigen Wohnquartiers der innerhalb der sonst ziemlich dispersen Vorstadt von Pfullingen mit individuellen Charakter gewertet. Eine Arbeit, die nicht auftrumpft, aber jedem, der sie betritt, in Erinnerung bleiben wird.