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  • DE-72793 Pfullingen
  • 01/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-240488)

Arbachquartier


  • ein 4. Preis

    Lageplan

    Architekten, Stadtplaner
    Breining • Buchmaier Architekten I Stadtplaner I Energieberater, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Peter Breining , John Buchmaier

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb, Freising (DE), Hamburg (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Einbindungsqualität in Stadt- und Freiflächenstruktur
    Das nördliche Quartier wird an zentraler Stelle über die Zufahrt Arbach ob der Straße erschlossen. An diese Zufahrt lagern sich zwei gut proportionierte aber etwas zu kleine Quartiersplätze an, die jeweils von 3 bzw. 4 Baublöcken räumlich gefasst werden. Durch den windmühlenartigen Versatz ergibt sich ein abwechslungsreiches Geflecht von Freiräumen differenzierter Massstäblichkeit. Die Schaffung zweier Quartiersplätze geht jedoch zulasten einer kraftvollen und eindeutigen stadträumlichen Schwerpunktsetzung.
    Das südliche Quartier wird über die Arbachstraße erschlossen, die auf der Westseite des Baufelds nach Süden geführt wird. Dadurch gelingt es, die übrigen drei Seiten des Quartiers von Fahrverkehr freizuhalten. Ein kleines Gemeinschaftshaus mit Café bildet den Auftakt des Quartiers mit Blick zum Freiraum am Arbach.
    Die gewählte städtebauliche Geometrie kombiniert vorhandene Richtungen mit einem orthogonalen System, was zu einer guten Verankerung der Baumassen in der Stadt führt.
    Der durchgrünte Freiraum entlang des Arbachs wird von Bebauung freigehalten. Die naturnahe Gestaltung der Arbachaue wird begrüßt. Auf eine Verbindung der beiden Quartiere für den Fahrverkehr wird zugunsten der Unversehrtheit dieses Grünraums verzichtet. Lediglich für Fußgänger und Radfahrer werden Verknüpfungen angeboten. Vermutlich würde hier jedoch eine Verbindung genügen.
    Die Baublöcke verfügen über schmale Öffnungen zur Arbachaue, die jedoch nicht für eine Verzahnung von Bebauung und Freiraum genutzt werden.
    Gegen die baukörperliche Anordnung und Höhe bestehen aus stadtklimatischer Sicht im Wesentlichen keine Bedenken. Allerdings können die städtebaulich prägenden Hochpunkte mit 5 bzw. 6 Geschossen zu wesentlichen Beeinträchtigungen des Kaltluftstroms im Arbachtal führen und müssten ggf. in ihrer Höhe reduziert werden.

    Erschließung, Organisation, Orientierung
    Im Norden verzweigt sich die Zufahrtsstraße zu den beiden Quartiersplätzen hin. An diesen Quartiersplätzen befinden sich die Zugänge zu den Gebäuden, hier sind erdgeschossig richtigerweise Ladennutzungen vorgesehen, die diese Quartiersplätze beleben können. Die etwas eng geschnittenen Blockinnenbereiche sind den Bewohnern vorbehalten. Die Baublöcke sind unnötigerweise von mehreren Seiten von Fahrstraßen umgeben, was eine Übererschließung der Häuser darstellt.
    Im Süden erfolgt die Erschließung sehr sparsam entlang der Westseite, so dass das Quartier selbst frei von Fahrverkehr bleiben kann. Dies verspricht eine hohe Wohn- und Freiraumqualität.

    Nutzungsqualität der Funktionen / Typologien
    Entlang der Nordseite wird aus Lärmschutzgründen über sämtliche Etagen Gewerbe vorgeschlagen. Dies beeinträchtige die Qualität der Baublöcke und ist an diesem Ort fragwürdig. Die Laubengangerschließung an der Ostseite stellt einen möglichen Umgang mit der Lärmproblematik dar, wird jedoch hinsichtlich der Wohnqualität kritisch gesehen. Die Geometrie der Baublöcke führt zu teilweise sehr spitzwinkligen Gebäuden mit beträchtlichen Komplikationen bei der Grundrissgestaltung. Insgesamt sind die Baublöcke eher zu klein gewählt, was zu enge und schlecht belichtete Innenhöfe zur Konsequenz hat.

    Bauabschnittsbildung
    Die gewünschte Bauabschnittsbildung ist unproblematisch möglich.

    Städtebauliche Dichte + Nachhaltigkeit
    Die vorgeschlagene städtebauliche Dichte liegt leicht über dem Durchschnitt aller Arbeiten. Die Baumassenverteilung ist bis auf die spitzwinkligen Gebäude im Nordwesten gut gelungen.

    Marktfähigkeit und Wirtschaftlichkeit
    Der Gewerbeanteil im Realisierungsteil wird mit ca. 50% als zu hoch für ein lebendiges Quartier erachtet. Die Wohnungszuschnitte leiden teilweise unter der gewählten schiefwinkligen Geometrie der Häuser. Die Quartiersplätze erscheinen nicht kraftvoll genug als identitätsstiftende Quartiersmitte.

    Fazit
    Insgesamt eine Arbeit mit positiven Ansätzen, die jedoch bei näherer Betrachtung in einigen Teilbereichen schwer reparable Defizite aufweist.