loading
  • DE-88677 Markdorf
  • 02/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-236385)

Rathaus im Bischofschloss


  • 1. Preis

    Modell, © Braunger Wörtz Architekten, silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB

    Landschaftsarchitekten
    silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Braunger Wörtz Architekten, Ulm (DE)

    Preisgeld
    30.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Vorhaben der Stadt Markdorf ihre Verwaltungsräume im Herzen der Stadt in historischen Bauten neu zu planen, entspricht der aktuellen Sehnsucht der Bürger nach Identität und Heimat. Die heutige Diskussion über den Wert des kulturellen Erbes und deren Bedeutung in der Stadt ist damit eng verknüpft. Es geht um einen respektvollen Umgang mit den Bauten, die den Ort über Jahrhunderte geprägt haben.

    Das Gebäudeensemble Neues Schloss, Schlossturm und Schlossscheuer sind als eine Einheit zu betrachten. Zusammen formulieren sie einen attraktiven Platz, der allen Bürgern als ein gemeinsames Wohnzimmer dient.
    Den Verfassern der Arbeit ist es gelungen das Ensemble mit neuem Leben zu füllen ohne die Substanz zu verfremden. Behutsam wird die Schlossscheuer in ein zeitgemäßes öffentliches Haus verwandelt. Durch die Reduzierung der Firsthöhe und die behutsame Gestaltung der Fassaden gelingt es den Charakter des Gebäudes beizubehalten.
    Davon profitiert die ganze Gebäudefigur und der Platz erhält einen zusätzlichen Mehrwert durch die Optimierung des natürlichen Lichteinfalls. Die konkrete Gestaltung des Innenhofs und das Angebot einer Vernetzung zwischen Innen und Außen werden positiv bewertet.
    Die Lage des Bürgersaals unter dem Dach entspricht in seinem Volumen der früheren Nutzung. Der Saal ist hervorragend mit dem Außenraum verknüpft und wird in den Abendstunden die Silhouette der Stadt prägen.
    Der sorgfältige Umgang mit dem Neuen Schloss und dem Schlossturm zeigt uns wie eine neue Nutzung ohne massive Eingriffe in die Gebäudestrukturen wirtschaftlich umgesetzt werden kann.
    Insgesamt sind die Grundrisse sehr gut organisiert und entsprechen weitgehend den Wünschen des Auslobers. Hervorzuheben ist die gut gelungene Gestaltung der vertikalen Erschließungselemente, die gleichzeitig die Bauten in der Horizontalen barrierefrei miteinander verbindet.
    Die Wahl der Materialien knüpft an die vorhandene Bausubstanz an. Man kann mit einer Ausnahme im besten Sinne vom einem „Weiterbauen“ sprechen. Die Ausnahme bezieht sich auf die Faserzementschindeln im Dachbereich. Eine herkömmliche ortstypische Deckung aus naturrotem Bieberschwanz wäre, auch aus Sicht der Denkmalpflege, angemessen.
    Die professionelle Planung der Freiflächen ist lobenswert. Der Vorschlag die steile Fläche südlich des Ensembles mit senkrecht zum Hang verlaufenden Rankspalieren zu bepflanzen stellt einen Bezug zu der kultivierten Landschaft im Umkreis dar, wird jedoch im Preisgericht kontrovers diskutiert.

    Das Preisgericht ist davon überzeugt, dass die architektonische Haltung der Verfasser und deren sorgfältiger Umgang mit dem kulturellen Erbe der Stadt einen wichtigen Beitrag zur Lösung der komplexen Aufgabe darstellen.