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  • DE-70839 Gerlingen
  • 01/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-234621)

Entwicklung des Baugebiets Bruhweg II


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Agence Ter, Karlsruhe (DE), Paris (FR), Barcelona (ES) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: MARS Metropolitan Architecture Research Studio, Esch-Sur-Alzette (LU), Kaiserslautern (DE)

    Preisgeld
    22.000 EUR

    Erläuterungstext
    Grünzug
    Der Grünzug entspringt im Bruhweg und bildet den Abschluss im Norden oberhalb der Dieselstraße. Dieser grüne Raum kann von jedem individuell genutzt werden und beinhaltet neben Fussgänger- und Radwegen auch Retentionsgräben und Platz zum Verweilen. Die Fusswege sind mit allen Wohnhöfen verbunden um den Personenfluss zu vernetzen. Zentral befindet sich ein Pavillon, der für kleinere Veranstaltungen bestens geeignet ist. Im Norden befindet sich die grüne Insel, die einen Bolzplatz, Aktivitätsfelder und einen Aussichtsturm beinhaltet. Die Nutzung des Regenwassers spielt im Grünkonzept eine wichtige rolle. Mittels offenen Gräben wird da Regenwasser an den Grundstücksgrenzen gesammelt und in die Retentionsflächen am Ende der Zeilen eingeleitet. Die Entwässerung der Wohnhofflächen erfolgt auch über Gräber, die parallel zu den Fussgängerwegen verlaufen. Das eingespeiste Wasser führt über den Hauptgraben im Grünzug über ein natürliches Gefälle nach Norden in den Aischbach.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Idee wird wesentlich geprägt durch eine topographische Differenzierung im Freiraum. Im Bereich der Ditzinger Straße treppt sich das Gelände in Form eines Lärmschutzwalls gewollt bis an die Gebäude ab und integriert auf der 1. Geschossebene folgerichtig die Tiefgaragen. Das ist ein interessanter Ansatz, der jedoch zum einen den typischen landschaftsräumlichen Gegebenheiten widerspricht und zum anderen in den Gebäudehöfen eine Anbindung an die öffentlichen Räume erschwert. Darüber hinaus wird der öffentliche Grünzug in der Mitte tiefer gelegt und durch eine klare gebaute Freiraumkante von der Wohnbebauung getrennt. Diese topographische Inszenierung erscheint als zu manierierter Ansatz, der auch gegen die natürliche Topographie arbeitet.

    Die im Freiraum angebotenen Nutzungen lassen eine hohe Aufenthaltsqualität vermuten. Die Verzahnung in die Wohnhöfe über die Freibereiche ist offen gestaltet. Sie stellen eine schlüssige Grünverbindung nach Westen hin dar. Die Baustruktur ist im Bereich der Ditzinger Straße räumlich gut gefasst und bietet zum Grünraum hin durch die kammartige Struktur interessante Wohngebäude an, die das Potential einer sozialen Durchmischung im Quartier ermöglichen.

    Der östliche Rand des Grünzuges wird durch eine starke Raumkante betont, gestützt durch die räumliche Fassung in den Außenbereichen. Das erscheint etwas zu gewollt und lässt wenig Flexibilisierung über die Bauphasen hinweg zu. Ebenso erscheint die Abfolge der ‚Baureihen‘ in Höhe und Fläche zu kompakt. Das angrenzende Gewerbegebiet erscheint funktionsgerecht, die Grundstücksgrößen wirken jedoch zu kleinteilig.

    Das Erschließungskonzept ist gut durchdacht, die Mitte bleibt von Straßen frei und die gewählten Zugänge ins Gebiet funktionieren. Die Adressbildung wird besonders in der Vernetzung und Betonung der Umgebungsbezüge geschaffen. Die bauliche Betonung an der grünen Mitte aus Richtung Maybachstraße ist überinszeniert und lässt den Zugang zum Grünzug nicht wirklich erkennen.

    Der nördliche Bereich des Grünzugs wird gekonnt über einen Platz mit der Landschaft verzahnt.

    Die Arbeit bietet interessante Lösungsansätze in einzelnen Bereichen an, die jedoch nicht zu einem stabilen städtebaulichen Gesamtkonzept führen.