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  • DE-81475 München, DE-81925 München
  • 11/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-228101)

Appenzeller Straße – Bellinzonastraße


  • 1. Rang Nach Überarbeitung IDEENTEIL STÄDTEBAU

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    HOLZWARTH Landschaftsarchitektur, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: LIN Architekten Urbanisten, Berlin (DE), Paris (FR)
    Bauingenieure: PIRMIN JUNG, Rain (CH), Sinzig (DE), Thun (CH), Sargans (CH), Augsburg (DE)
    Brandschutzplaner: Brandkontrolle Andreas Flock, Berlin (DE)
    Visualisierer: bloomimages, Hamburg (DE), Berlin (DE)
    Tragwerksplaner: Bollinger + Grohmann Ingenieure, Frankfurt am Main (DE), Berlin (DE), München (DE), Wien (AT), Paris (FR), Oslo (NO), Melbourne (AU), Rom (IT), Brüssel (BE), Budapest (HU)
    Verkehrsplaner: IBV Hüsler AG, Zürich (CH)
    sonstige Fachplaner: orange edge - Integrierte Stadt- und Verkehrsplanung, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Entwurfsverfasser haben in der Überarbeitung ihr Konzept aus dem städtebaulichen Wettbewerb mit den Anmerkungen der Wettbewerbsjury und des Bürgerworkshops verfeinert. Die Stellung der Baukörper entlang der Appenzeller Straße ergibt einen für diesen Ort angemessen Straßenraum. Allerdings sollte insbesondere in den Bereichen, in denen sich Gebäude am Straßenrand direkt gegenüberstehen, noch eine Feinabstimmung der Gebäudehöhen erfolgen.

    Der Vorschlag für eine Konzentration der Quartiersfunktionen um einen öffentlichen Platz an zentraler Stelle überzeugt. Der Quartiersplatz ist gut proportioniert und räumlich gefasst. Er kann durch die gemeinschaftlichen Nutzungen in den Erdgeschosszonen der angrenzenden Gebäude ausreichend belebt und zu einem Treffpunkt mit einer hohen Aufenthaltsqualität werden.

    Auch entlang der Forst-Kasten-Allee sind die Neubauten an die richtige Stelle gesetzt. Als Hochpunkte definieren sie den Siedlungsrand ohne negative Auswirkungen auf die Nachbargebäude.

    Der polygonale Zuschnitt der Baukörper wirkt auf den ersten Blick im orthogonalen Raster der Bestandsgebäude etwas fremd, wird aber auf plausible Weise durch eine optimale Ausnutzung der Abstandsflächen nachgewiesen.

    Die Reduzierung der Geschosszahl des einzigen Neubaus in der Bellinzonastraße wird begrüßt. Allerdings wurde mit dem alternativen Gebäudevolumen noch kein überzeugendes Passstück für diesen Ort gefunden. Die Jury regt an, gegebenenfalls alternative Formen oder Standorte für die entsprechenden Geschossflächen zu suchen. Es sollte überprüft werden, ob alle Kindertageseinrichtungen unter Umständen als freistehende Solitärbauten besser in den Freiraum integriert werden könnten. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung gibt jedoch zu bedenken, dass generell integrierte Kindertageseinrichtungen aufgrund des geringeren Flächenanspruchs bevorzugt werden sollten.

    Insgesamt zeichnet sich der Entwurfsvorschlag vor allem dadurch aus, dass er mit der geringsten Anzahl an Neubauten den Gebäude- und Freiraumbestand nur wenig überformt. Das Wegenetz überzeugt durch orthogonale Erschließungswege zwischen den Straßenräumen und den Gebäuden, die durch landschaftliche geschwungene Pfade sinnfällig miteinander verknüpft sind.

    Demgegenüber sind für große Teile des Planungsgebiets noch zu wenig erkennbare Ansätze einer Aufwertung erkennbar, etwa durch neue Nutzungsangebote oder Bepflanzung. Dies betrifft insbesondere die hofartigen Freiflächen, die sich zur Bellinzonastraße öffnen. Auch im Bereich der Gebäudetypologien ergibt sich in der wirtschaftlichen Ausnutzung der Grundrisse noch ein Optimierungspotential.

    Da sich die Arbeit nicht nur auf die Setzung von neuen Baukörpern und Freiräumen beschränkt, sondern sich genauso profund mit Fragen der Mobilität und der Organisation der Bauprozesse auch im Hinblick auf die Vermeidung von Lärmbelastungen für die Bewohner auseinandersetzt, gewinnt sie ein strategisches Moment.

    Sie hat das Potential, zu einem exemplarischen Leitprojekt für eine respektvolle Nachverdichtung von Siedlungen der Moderne zu werden. Die als Entwicklungsprozess angelegte Strategie des Weiterbauens scheint so belastbar zu sein, dass auch zukünftige Anforderungen aufgenommen werden können. Das macht sie einzigartig.


INFO-BOX

Angelegt am 24.02.2017, 09:08
Zuletzt aktualisiert 28.07.2017, 18:20
Beitrags-ID 4-136262
Seitenaufrufe 49