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  • DE-50679 Köln, DE-50679 Köln
  • 01/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-242509)

Neubau des LVR-Hauses am Ottoplatz


  • Anerkennung

    © Staab Architekten

    Architekten
    Staab Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    26.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit schlägt eine städtebauliche Setzung von vier unterschiedlich hohen Kubaturen zu einem Ensemble vor. Das Ensemble erlaubt eine skulpturale Figur ohne Rückseiten,
    sondern bildet eine allseitig gleichwertige Erscheinung. Generell bleibt diese städtebauliche Konfiguration mit ihrer Positionierung und Ausrichtung im Stadtraum in der Diskussion der Jury umstritten.
    Die Kubaturen haben eine leicht erhöhte Erdgeschosszone, Regelgeschosse und beim Hochhaus eine Artikulation des Attikaabschlusses. Mit dieser eigenständigen Lösung werden gleichzeitig drei bis vier neue Außenräume in Form von Plätzen geschaffen, die auf unterschiedliche Art und Weise mit ihren Nachbarschaften interagieren. Die autarke Form bildet vielfältige Adressen und Eingangssituationen - wiewohl das Foyer zum Ottoplatz als Hauptadresse unumstritten ist, und macht attraktive Angebote an den Stadtraum. Die nicht geschlossen ausgebildete Raumkante zum Ottoplatz wird kontrovers diskutiert.

    Der Platanenplatz überzeugt, der Platz Ecke Neuhöfferstraße/Siegesstraße ist ein zusätzliches Angebot für die Nachbarschaft, ein vierter Außenraum dient der Anlieferung. Überzeugend auf der östlichen Seite ist die sinnfällige Überlagerung von Plätzen und Funktionen (Cafeteria). Dies gelingt beim Platz vor dem Konferenzbereich nicht adäquat.
    Der zweithöchste Hochpunkt mit zwölf Geschossen ist aus dem Baufeld nach Osten verschoben, kollidiert jedoch nicht mit den erforderlichen Abstandsflächen. Trotz der nicht gestaffelten Gebäudekanten zu Neuhöfferstraße und Siegesstraße sind die Abstandsflächen durch ein Zurücksetzen der Baukubaturen eingehalten. Eine der präferierten Zufahrtssituationen der Tiefgaragen mit Ein- Ausfahrt von der Neuhöfferstraße ist eingehalten, vermeidet Verkehre in angrenzender Wohnbebauung, liegt aber außerhalb des Gebäudes nicht optimal im Straßenrandbereich.
    Die innere Erschließung des Ensembles funktioniert simpel und klar über Sichtbezüge und Kerne. Die zwangsweise Erschließung des Bürohauses zur Siegestrasse entlang mehrerer Kerne erscheint jedoch uncharmant. Alle dienenden Bereiche sind innenliegend in den Kernen untergebracht, alle Arbeitsräume mit teilweisen Transparenzen außen angelegt. Große Errungenschaft für die Arbeits- und Büroräume ist deren Lage und Ausrichtung zum Stadtraum, da es bei diesem Vorschlag keine innenliegenden Höfe gibt. Großer Nachteil der oben genannten Grundrisskonfiguration ist die fehlende Flexibilität der Büroräume für unterschiedliche Bürokonzepte. Darüberhinaus wird die Belegungskapazität deutlich unterschritten
    Die gewünschte funktional ästhetische Erscheinung der Kubaturen /Außenfassaden ist innovativ und ohne Vorbild. Mit dem Mittel serieller Kastenelementen aus Aluminium werden auf den unterschiedlich witterungexponierten Fassaden Mikroreliefs erzeugt, in denen Füllungen aus Holz und Glas materialisiert werden. Darüberhinaus wird im vertikalen Verlauf der Fassaden mit heller werdenden Eloxaltönen und Lasuren gearbeitet, um eine raffinierte optische Auflösung zu erzeugen. Die Wirtschaftlichkeit dieser Fassadenlösung vor allem in der Instandhaltung wird als nicht optimal bewertet.
    Abschließend würdigt das Preisgericht die große Eigenständigkeit des Entwurfs in seiner städtebaulichen und seiner architektonischen Haltung. Besonders hervorgehoben wird die Transparenz, Offenheit und die Interaktion mit dem Stadtraum. Es entsteht ein neuer Typus Bürohaus mit poetischem Materialeinsatz, der seine Zeit spiegelt ohne modisch zu sein.