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  • DE-85551 Kirchheim, DE-85551 Kirchheim
  • 02/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-239771)

Neubau eines Rathauses mit Bücherei und Bürgersaal sowie Freianlagen


  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Martin Gass

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Lieb + Lieb Architekten BDA, Freudenstadt (DE)

    Preisgeld
    7.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die einfachen, aber gut proportionierten Baukörper von Rathaus und Bürgersaal bilden an der Ecke Heimstettner/ Hauptstraße zusammen mit der bestehenden gegenüberliegenden Bebauung einen klar definierten Ort mit einem schönen, gut nutzbaren und robusten Platz, der den Passanten und Besuchern ein selbstverständliches Bewegen erlaubt und Raum für die alltäglichen Begegnungen der Menschen bietet; es entsteht ein unkomplizierter offener Bewegungsraum, der alltägliches öffentliches, kommerzielles und auch kulturelles Leben in allen Facetten ermöglichen könnte. Ein zusätzlicher direkter Zugang von der Tiefgarage zum Platz wäre hier noch wünschenswert. Vorhandene und geplante Wegebeziehungen werden aufgenommen und führen logisch und ohne Umwege zu den Eingängen der Gebäude. Die Parkplätze entlang der Hauptstraße sind richtig situiert und ermöglichen zwangloses Begegnen im Zuge der Gebäudenutzung durch die Besucher sowie einen unproblematischen Hol- und Bringverkehr für die Kinder. Der Haupt Rad- und Fußweg durch den Park wird an der richtigen Stelle über die Hauptstraße zum Kindergarten und weiter nach Norden geleitet. Im Norden steigt der Park gleichmäßig weiter bis zur Straße an. Hier liegt auch die gut erreichbare Zufahrt zur Tiefgarage. Das Erscheinungsbild und die Höhenentwicklung der Gebäude ist der Bauaufgabe Rathaus bzw. Bürgersaal angemessen; insbesondere das Rathaus entspricht der Vorstellung eines sowohl bürgernahen als auch repräsentativen Gebäudes.
    Der Kindergarten und sein Freibereich liegen am Park, wenn auch die Überschreitung der virtuellen östlichen Baukante des Parkes problematisch sein könnte.
    Das Rathaus kann auch ohne den Bürgersaal als Solitärgebäude am Rande des Parks entsprechende stadträumliche Wirkung entfalten; wenn aber nur der Kindergarten ohne Bürgersaal gebaut werden sollte, könnte dieser problemlos an dessen Stelle gebaut werden und so die Platzkante entsprechend besetzen.
    Hier wirkt das Haupttreppenhaus direkt neben dem Eingang wenig repräsentativ; eine schöne Treppe im Atrium wäre hier wünschenswert und brandschutztechnisch durchaus machbar. Die Bibliothek im Erdgeschoss mit Ausgang zum Park ist attraktiv, ebenso der Sitzungssaal und das Trauzimmer im ersten OG mit dem vorgelagerten Balkon. Das Lesecafe hat Zugang zum Platz. Die weiteren Nutzungen, z. T. um einen Lichthof bzw. ein Atrium gruppiert sind gut verteilt und entsprechen den Anforderungen der Nutzer.
    Attraktiv ist die Raumabfolge Foyer/Garderobe–BürgersaalParkterrasse mit seinen Öffnungsmöglichkeiten und die Lage des Bistros an der Südostecke des Gebäudes. Dafür fehlt der notwendige und geforderte direkte funktionale Bezug der Bistroküche zum Saal und zum Foyer. Bei einer Teilung des Saales ist der kleinere Teil des Saales nicht gut nutzbar.
    Die kompakten Baukörper mit ihren einfachen, verputzten, Fassadenkonstruktionen lassen günstige Baukosten und Wirtschaftlichkeit im Unterhalt erwarten.
    Es wird eine automatische Entrauchung durch Kamineffekt und eine Rauchfreihaltung über 30 Minuten der Rettungswege an der mehrgeschossigen Halle des Rathauses beschrieben. Dies soll über eine Simulation erfolgen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann kein Erfolg über diese Variante garantiert werden. Alternativ sind die Rettungswege im Bereich der mehrgeschossigen Halle von dieser zu separieren. Dies betrifft insbesondere das Trauungszimmer und den Sitzungssaal. Bei den Büros scheint eine Bypasslösung realisierbar. Die Rettungswege im Rathaus sind aufgrund von Rettungsweglängenüberschreitungen noch anzupassen. Für die offene Hauptreppe ist ein Treppenraum vorzusehen.