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  • DE-87600 Kaufbeuren
  • 07/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7699)

Neugestaltung "Neuer Markt" Kaufbeuren-Neugablonz


  • 1. Preis Realisierungsteil

    Nachtplan

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    Projekt
    „Neuer Markt“

    Tragwerksplaner
    a.k.a.ingenieure, München (DE)

    Mitarbeit
    Dipl. Ing. Thomas Beck

    In Zusammenarbeit mit:
    Lichtplaner: Schmidt König Lichtplaner, München (DE)
    Architekten: Ralph Walczyk, München (DE)
    Architekten: EISENLAUER Architektur & Stadtplanung, München (DE)
    Architekten: Voith Architektur und Stadtplanung, München (DE)
    Landschaftsarchitekten: terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Situation

    Die beabsichtigte Positionierung des neuen Einzelhandelsmagneten hinter den bestehenden Randbebauungen wird kritisch hinterfragt. Aufgrund der Nachteile des gewählten Standorts mit seiner baulich zum Neuen Markt hin räumlich abgeschirmten Innenhofsituation, erscheint es höchst zweifelhaft, dass sich dadurch eine nachhaltige Belebung des Zentrums von Neugablonz einstellen werden. Die erhoffte Ausstrahlung, die auch der Situation des bestehenden Einzelhandels zugute kommen soll, ist unseres Erachtens mit der vorgesehenen Standortwahl nicht zu erreichen und daher eine Alternativlösung anzustreben.
    Zudem weist die Bausubstanz am nördlichen Rand des Neuen Markts und entlang der Gewerbestraße massive bauliche und strukturelle Defizite auf, die mit einem sinnvollen ökonomischen Aufwand nicht zu beheben sind. Mit der Auflassung des Hotels Europa bietet sich daher die Chance zu einer grundlegenden Neuordnung für den Quartiersbereich nördlich des Neuen Markts, auf der Grundlage einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie.


    ´Quartier Hotel Europa´ - städtebauliche Neuordnung

    _Mit der dort konzipierten Bebauungsstruktur kann der neue Vollsortimenter, die ´Gablonzer Markthalle´ direkt am Neuen Markt positioniert und in prominenter Lage in die Stadtstruktur integriert werden. Die erwünschte Anziehungskraft kann sich somit unmittelbar im Bereich des Übergangs der beiden Platzräume ´Neuer Markt´ und ´Gablonzer Haus´, in welchen die funktional aufgelassene Perlengasse integriert wird, entfalten und unmittelbar auf das Umfeld der Stadtmitte von Neugablonz ausstrahlen.
    _Struktur und Masse der dargestellten Neubebauung beinhalten zudem die Optionen zur programmatischen Erneuerung und zur Erweiterung des bestehenden Funktionsspektrums. In den Geschossen über der neuen ´Gablonzer Markhalle´ (EG), sind allgemeine und besondere Formen des Wohnens möglich (Geschosswohnungsbau, Hotelnutzungen, Boardinghouse, betreutes Wohnen, Seniorenwohnen u.a., um ein mögliches Spektrum skizzenhaft zu benennen), die in der Mitte der Stadt gut positioniert sind.
    _Durch die Konzentration der neuen Verkaufseinrichtung ´Gablonzer Markthalle´ an der Südwest-Ecke des Entwicklungsbereichs ´Hotel Europa´ entsteht auf den nördlichen und östlichen Teilbereichen ein Flächenpotenzial, das für Wohnnutzungen geeignet ist. Dort können attraktive Angebote für innerstädtisches Wohnen entwickelt werden, die sich in Verbindung mit einem gestalteten Wohnumfeld zusätzlich dazu eignen, die Umsetzbarkeit der gesamten Neustrukturierung zu unterstützen und einen Beitrag zur Stabilisierung bestehender und neuer Strukturen zu leisten.
    _Die Neubebauung am Nordrand des Neuen Markts erzeugt mit der dargestellten Höhenentwicklung und strukturellen Gliederung eine angemessen proportionierte Platzrandbebauung. Mit der Auskragung der oberen Geschosse entsteht eine gedeckte Zone im Eingangsbereich der ´Gablonzer Markthalle´ und eine bauliche Akzentuierung der Übergangszone der beiden Teilflächen des Neuen Markts. Durch eine attraktive Fassadengestaltung der Neubebauung kann die räumliche Aufwertung der Stadtmitte eine hochwertige Ergänzung erfahren, die geeignet ist, das Erscheinungsbild des Zentrums von Neugablonz maßgeblich und markant zu erneuern.


    ´Neuer Markt´ - Konzeption zur Umgestaltung

    Die Lesbarkeit der bestehenden Abfolge von Platz- und Straßenräumen im Neugablonzer Zentrum um den ´Neuen Markt´ ging infolge der Inbesitznahme durch den ruhenden und fahrenden Verkehr weitgehend verloren. Ziel des Entwurfes ist es, die indifferente Situation des Zentrumsbereichs stadträumlich zu klären und ortspezifische Merkmale zu stärken.
    Die städtebauliche Struktur am ´Neuen Markt´ bildet zwei Platzbereiche mit unterschiedlichen Atmosphären aus, die baumüberstandene Grünfläche an der Sudetenstrasse und den Vorplatz des Gablonzer Hauses (Verlängerung Perlengasse). Das zentrale Freiraumgefüge wird einer vielfältigen Nutzbarkeit gewidmet und der geschäftige Charakter des Platzbereiches an der Sudetenstrasse durch die Positionierung der neuen ´Gablonzer Markthalle´ (Vollsortimenter) und der Neubebauung am nördlichen Platzrand sowie durch die Umgestaltung der Arkaden gestärkt. Die derzeit vereinzelt stehenden Bäume auf der Grünfläche werden durch das Hinzupflanzen von Großbaum-Solitären zu einem markanten Baumhain ergänzt, dessen hoch aufgeastete Bäume sich zu einem jahreszeitlich wechselnden Baumdach vereinen.
    Demgegenüber ist der Vorplatz des Gablonzer Hauses offen und multifunktional bespielbar. Ein großzügiges Stadtpodest mit Sitzstufen ersetzt die bisherige Eingangssituation. Zusammen mit einer mobilen Bühne werden Ausstellungen und Veranstaltungen im Gablonzer Haus auf den Außenbereich erweitert. Das Gablonzer Haus erhält dadurch ein adäquates, einem zentralen und kulturellen Veranstaltungsort angemessene Vorfeld.
    Zur Oberflächengestaltung der Stadtmitte wird ein einheitlicher, homogener Bodenbelag vorgeschlagen, eine Art ´Teppich´ mit ruhigem Gesamteindruck, der den neuen Stadtboden selbstverständlich in das Stadtgefüge einbindet. Ein optimal nutzbarer und dauerhafter Belag aus geschliffenem Terrazzo-Asphalt mit grünen Zuschlagstoffen sowie Einwalzungen farbiger Glaselemente (> ´Muggel´ - Ein nicht facettierter Schmuckstein mit gewölbter Oberfläche. ... > aus: http://www.gablonzer-industrie.de) steht für die Identität der heimischen Glasindustrie. Der ´Neue Markt´ erhält damit einen authentischen, modernen, innovativen und kostengünstigen Stadtboden, der mit geringem Aufwand zu unterhalten ist.


    Kunstlichtkonzeption

    Ein wesentlicher Baustein für eine gestalterische Aufwertung der Innenstadt von Neugablonz ist eine attraktive Beleuchtung in den Abend- und Nachtstunden. Eine Grundbeleuchtung der Horizontalflächen (Stadtboden) und der Vertikalflächen (Fassaden) ist die Basis eines differenzierten, Beleuchtungskonzepts, wobei die größte Helligkeit den neu gestalteten Platzbereichen und Arkadenzonen zugeordnet wird. Ferner wird zwischen dem Baumplatz an der Sudetenstrasse und dem Vorplatz des Gablonzer Hauses unterschieden, deren spezifische Atmosphären beleuchtungstechnisch arrangiert werden. Dem Vorplatz des Gablonzer Hauses, dem zentralen Veranstaltungsort, ist die höchste Helligkeit vorbehalten. Geeignete Scheinwerfersysteme können Milieuzustände (Lichtstimmungen) herstellen, die auf die jeweiligen Veranstaltungen abstimmbar sind. Der Bereich des Baumplatzes hingegen erhält eine stabile, aufgrund der Vegetationszustände mit den Jahreszeiten variierende Lichtwirkung. Die abgehenden Strassen und ´Gassen´ erhalten die niedrigste, dennoch ausreichende Leuchtdichte. Diese Leuchtdichteabstufungen führen zu einer stabilen Raumwahrnehmung.


    Arkaden

    Die gestalterische Konzeption der neuen Arkaden thematisiert die Tradition der Schmuckherstellung und -industrie, die untrennbar mit Gablonz und Neugablonz verknüpft ist. Sie dient damit nicht nur der Verbesserung funktionaler Aspekte und der Steigerung der lokalen Aufenthaltsqualität für Flanierende, sondern trägt mit ihrer spezifischen Ausprägung auch deutlich den Aspekt des Veredelns und des optischen Aufwertens in sich, der am Objekt, dem baulichen Bestand der Stadt, angebracht wird und dort zur Wirkung kommt.

    Das räumliche System der Arkaden ist modular aufgebaut. Es besteht aus drei Grundmodulen, die in beliebiger Reihenfolge aneinadergefügt und an alle Bestandssituationen angepasst werden können. Das ´Zugangselement´ erlaubt den seitlichen Eintritt in die Arkaden und kann im Bereich von Gebäudeeingängen positioniert werden. Das ´Fensterelement´ erhält neben einem Sturz auch eine Brüstung, die als Sitzfläche nutzbar ist und Gelegenheit zum temporären Verweilen bietet. Das ´Lichtelement´ erhält als oberen Abschluss anstelle eines Sturzes einen Leuchtkasten, der bei Bedarf zu Zwecken der Licht- und Außenwerbung eingesetzt werden kann.

    Durch die stereometrische Ausprägung der einzelnen Elemente und das flexible System der Anordnung entsteht eine Gesamtformation mit figuralem, ornamentalem Charakter, dessen Erscheinungsbild an ein Collier oder eine Schmuckkette erinnert und die Platz- und Straßenräume als Vertikale Kontur einfasst. Über farbhaltige Glasfelder in der Dachebene entsteht ein farbiges Glimmen, vergleichbar dem als ´Feuer´ bezeichneten Phänomen, dem durch Licht entstehenden Farb- und Glanzeffekt in geschliffenen Steinen. Die ´Feuerwirkung´ entsteht in direkter Abhängigkeit zur Intensität des Sonnenlichts, das sich mit den unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten verändert und dadurch spezifische Raumstimmung in den Arkadenräumen erzeugt.

    Diese spezifische Raumstimmung wird bei Dunkelheit über eine gleichmäßige Ausleuchtung der Glasfelder durch asymmetrisch strahlende Lichtquellen erreicht, die an der Hauswand angebracht werden und zudem einen leichten Lichtsaum über den Arkadenrand hinaus werfen und die anschließenden Platzränder beleuchten. Zusätzlich zu den Wandleuchten werden auf der Innenseite der Arkade, hinter jedem Pfeiler regelbare Strahler eingelassen, die den Arkadenraum punktuell beleuchten. Ergänzend zu den Innenbeleuchtungen der Arkade leistet das Arkadenmodul ´Lichtelement´ einen Beitrag zur Lichtgestaltung des Stadtraums. Es wird gezielt und alternierend mit den anderen Grundmodulen in die Gesamtkomposition der Arkade integriert und ist, mit oder ohne Werbung, Teil des Beleuchtungskonzepts für den nächtlichen Stadtraum.


    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 13.08.2015, 14:46
Beitrags-ID 4-13728
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