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  • DE-76275 Ettlingen, DE-76275 Ettlingen
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-243312)

Neubau Wohnquartier Rastatter Straße


  • 2. Preis

    Perspektive, © Planfabrik SPS

    Architekten
    Planfabrik SPS, Ettlingen (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Thomas Glodde , Prof. Andreas Meissner

    Mitarbeit
    Uwe T. Seiler-Cuesta, Jonas Müller

    Preisgeld
    28.000 EUR

    Erläuterungstext
    Die Architektur ist klar, modern, schnörkellos und robust. Drei Baukörper, klar geschnitten ohne Vor- oder Rücksprünge gliedern sich um einen grünen, großzügigen Innenhof. Der sechsgeschossige Baukörper mit Starterwohnungen für Studenten, Singles und Junggebliebene ist Auftakt für die südliche Stadteinfahrt nach Ettlingen. Der Kindergarten im Norden vervollständigt das Wohnquartier und wird Teil der gemeinschaftlichen Anlage.

    Studenten, Familien und Senioren wohnen um einen gemeinschaftlichen Innenhof. Das Quartier ist durch die Nähe zum Kindergarten ideal für Famlien geeignet, der Innenhof ist geschützter Bereich zum Spielen und Entspannen.

    Die Gebäude können sowohl von außen als auch vom Innenhof erschlossen werden. Das Gebiet ist autofrei, die Parkierung findet in der Tiefgarage statt. Jede Wohnung ist direkt aus der Tiefgarage über die Erschließungskerne erreichbar.


    Gemeinschaft

    Im Quartier sind differenzierte Gemeinschaftsbereiche geplant. Von kleinen, privaten Bereichen beim jungen Wohnen oder den Senioren, auf die nur eine kleine Personenzahl Zutritt hat bis zur zentralen, gemeinschftlichen Sommerlaube mit Küche als Treffpunkt von Jung und Alt zum Feiern bei Familienfesten, Kindergeburtstagen etc. Jeder kann an der Gemeinschaft teilnehmen, hat aber genug Rückzugsmöglichkeiten und Privatheit.


    Wirtschaftlichkeit

    Ein besonderer Augenmerk wurde beim Gebäudeentwurf auf die Wirtschaftlichkeit gelegt. Wohnungsmix nur in der Horizontalen, Die vier gestapelten Wohnungen sind identisch. -> Klares Tragwerk, klare Schachtführung.
    Kubische, hochgedämmte Baukörper werden durch eingeschobene Balkon und Erschließungsbereiche (veredelter Rohbau) ergänzt. Keine Vor- und Rücksprünge in der Gebäudehülle.
    Wirtschaftliche, klar gegliederte Tiefgarage.


    Urban balcony garden

    Multifunktional nutzbare Freibereiche in jeder Geschossebene.


    Wohnungen

    Zwischen den Treppenhäusern als Fixpunkten können die Wohnungsgrößen variieren. Es werden Wohnungen von im Mittel ca. 90m² vorgeschlagen, die Bandbreite ist von etwa 80m² bis 100m² möglich.
    Die Grundrisse sind modern und offen. Mitte der Familienwohnungen ist das gemeinsame Wohnen / Essen / Kochen in einer zusammenhängenden großzugigen Raumzone die entweder zur Terrasse oder den Balkonzonen zugewandt sind. Die Balkonzonen erweitern die Wohnbereiche räumlich und optisch.


    Statisches Konzept

    Hochwärmegedämmte Mauerwerksmassivwände und Stahlbetondecken. Aufgrund der geringen Gebäudetiefe ergeben sich geringe Spannweiten. Die Aussteifung erfolgt über Wandscheiben.


    Schallschutz

    Die durch Glasschiebeelemente schließbaren Terrassen dienen als Lärm- und thermische Pufferzone. Die Wohnbereiche können zur Terrasse geöffnet werden.


    Energiekonzept

    Das Quartier soll an die Fernwärmeversorgung angeschlossen werden. Diese wird durch thermische Solarkollektoren ergänzt um selbst produzierte Energie einzusetzen. Ein verantwortungsvoller Umgang von Energie soll durch die Eigenproduktion gefördert werden.
    Um dies zu unterstützen wird elektrische Energie für E-Mobilität direkt vor Ort produziert und den Bewohnern zur Verfügung gestellt. Die Mobilität mit dem Fahrrad soll im Quartier besonders gefördert werden. Dies geschieht durch E-Mobil Car- und Bikesharing.
    Zur Bewässerung der Außenanlagen und Urban Gardening-Bereiche wird Regenwasser in einer Zisterne gesammelt.


    Brandschutzkonzept

    Alle Wohnungen sind durchbindend. Daher ist eine Anleiterbarkeit von außen gegeben, der Innenhof muss nicht von der Feuerwehr anfahrbar sein.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf überzeugt zunächst aufgrund seiner städtebaulichen Setzung. Drei im Geviert zueinander gesetzte Volumen geben, zusammen mit dem Kindergarten als integralem Bestandteil, eine angemessene Antwort an die gestellte Frage nach zeitgemäßem Wohnen in einem solch, als Stadteingang stadträumlich exponiertem Umfeld. Obwohl die Gesamtkomposition der in der Höhe variierenden Baukörper in sich stimmig erscheint stellt sich dennoch die Frage, ob der sechsgeschossige Kopfbau nicht doch zu hoch sein wird. Im Falle einer weiteren Bearbeitung wäre dies zu überprüfen. Die Gestaltung der Eingänge sowohl vom Hof aus als von der Straße geben dem Baukörper längs der Rastatter Straße eine willkommene und adressbildende Gliederung. Das den Gesamtkomplex einfassende Band der Pergola wird grundsätzlich als positiv anerkannt, auch wenn es nicht an jeder Stelle gleichermaßen überzeugen kann. Der Innenhof ist wohlproportioniert und verspricht im Alltag der Nutzung sehr viel Aufenthaltsqualität. Es gibt ein explizites Angebot an gemeinschaftlich genutzten Flächen und auch an ebenerdig gelegenen Gemeinschaftsräumen. Ob diese als „gebaute Möglichkeiten“ allerdings in dieser Vielzahl wirklich bespielt werden können, ist fraglich.

    Die Gestaltung der Fassaden erscheint, ganz im Unterschied zur wohltuend ruhigen städtebaulichen Setzung, als etwas überambitioniert. Dies gilt vor allem für die additiv aufgesetzten Fassadenelemente.

    Das in der Auslobung geforderte Wohnungsgemenge ist fast punktgenau erbracht. Die gemeinschaftlich genutzten Flächen in den Geschossen sind ein interessantes Angebot, auch wenn dies in der Jury kontrovers diskutiert wird. Im Falle einer Überarbeitung wären die Raumzuschnitte der Sanitärbereiche ebenso zu prüfen wie die der Kinderzimmer. Die Müllräume sind zu klein dimensioniert. Die Unterbauung des künftigen Kindergartens ist nicht unproblematisch.

    Die Freiflächengestaltung wird konsequent aus der städtebaulichen Figur entwickelt. Durch die Verwendung von gestaltenden Pergolen, die die Erdgeschosszonen begleiten und aber auch den inneren Freiraum in 2 Bereiche differenzieren, wird ein eher privater Innenbereich geschaffen. Der Zugang hierher erfolgt über einen Platz durch einen gedeckten Zugang von der Dieselstraße, bindet aber auch an die Vorzone Kita an.

    In der unaufgeregten orthogonalen Lösung werden 2 Baumpakete in TG-Aussparungen wachstumsideal platziert. Insgesamt überzeugt die Lösung in ihrer klaren Konsequenz.

    Insgesamt handelt es sich bei diesem Entwurf um einen sehr guten, weil angemessenen Beitrag für die gestellte Aufgabe.


INFO-BOX

Angelegt am 17.03.2017, 16:05
Zuletzt aktualisiert 18.01.2019, 14:32
Beitrags-ID 4-137409
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