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  • DE-85354 Freising, DE-85354 Freising
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-229926)

Neubau Steinparkschulen (SPS)


  • 3. Preis


    Architekten, Landschaftsarchitekten
    pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück (DE), Jena (DE), Berlin (DE), Frankfurt am Main (DE), Braunschweig (DE), Hamburg (DE), Karlsruhe (DE), Magdeburg (DE), Düsseldorf (DE), München (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    34.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das Das Grundstück für den Neubau grenzt im Westen an die Weinmillerstraße im Süden
    an die General-von-Steinstraße, im Osten und Norden an den schon in der Planung befindlichen Grünzug. Das Gelände fällt von Westen nach Osten um ca. 8m von 483.00 auf 475.00 m, von Norden nach Süden um ca. 3 m. Der Neubau der Schulen spannt sich als einfacher winkelförmiger Baukörper entlang der Weinmillerstraße und der Kardinal-von-Steinstraße auf ,sodass sich der
    Schulhof, der sich nach Norden und Osten ausbildet mit seinen dazugehörigen Sportflächen großzügig mit dem angrenzenden Grünzug verbinden und verzahnen kann. Nach Süden im
    Zugangsbereich Ecke Weinmillerstraße/General-von-Steinstraße bildet sich vor dem Neubau ein
    angenehm proportionierter Vorplatz aus. Dieser liegt strategisch günstig zur Busvorfahrt die
    entlang der General-von Steinstraße im Einhäger angeordnet ist. Der Vorplatz ist zweigeschossig,
    und folgt der bestehenden Topografie. Die untere Ebene bildet den Zugang für die Sporthalle,
    Anlieferung der Mensa, sowie die Zufahrt zur Tiefgarage. Gleichzeitig können hier die Fahrräder in
    einer Art „offenen Garage“ untergestellt werden. Die obere Ebene ist der Haupteingang zur Schule
    - transparent zum Vorplatz und zum Schulhof ausgebildet. Der winkelförmige Baukörper wird
    gebildet aus einem Sockelbauwerk, das sich nach Osten der Topografie folgend den Hang
    herunterentwickelt und alle gemeinsamen Räume und die Sporthalle beherbergt, sowie den
    schwebendenden Raumschiffen der Klassencluster.

    Genauso einfach wie die Grundfigur angelegt ist, folgen auch die Funktionsverteilungen einer gleichermaßen übersichtlichen wie auch funktionellen Zuordnung, die die Hangtopografie wie selbstverständlch ausnutzt. Im Eingangsgeschoss befinden sich alle gemeinsamen Funktionen wie Aula, Ganztagsbereich und gemeinsam angeordnete Fachräume. Dem Hang nach Osten folgend, befinden sich unterhalb der Eingangsebene die gemeinsame Mensa mit ebenengleichem Zugang zum Schulhof sowie der Zugang zur Sporthalle über die Tribünenebene. Oberhalb des Eingangsgeschosses befinden sich die Cluster der Grundschule(zweigeschossig) und die Cluster der Mittelschule - ausgebildet als schwebende
    Körper oberhalb des erdverbundenen Sockelbereichs.

    Man betritt den Neubau über das gemeinsame Forum, das sich sowohl zum Vorplatz, als auch zum Schulhof transparent öffnet. Links und rechts docken die Aulabereiche der Grund-und Mittelschule an und lassen sich zum Forum öffnen. So entsteht hier eine schulische Mitte, die die vielfältigste Veranstaltungen ermöglicht und die durch ihre günstige Lage und Abtrennungsmöglichkeiten im Gesamtkomplex auch über den schulischen Bereich hinaus zu nutzen ist und damit eine enge Anbindung an das Quartier möglich macht. Die zugeordneten Musikräume runden dieses Angebot ab. Nach Osten schließt sich der Ganztagsbereich an. Er liegt damit, wie gewünscht sowohl nah zum Forumsbereich als auch zur Turnhalle, sodass neben den Angeboten in den Ganztagsräumen auch dem Bewegungsdrang der Kinder mit vielen Angeboten Rechnung getragen werden kann. Auch der Pausenhof ist auf kurzem Wege zu erreichen. Die gewählte Kammstruktur bietet kurze Wege und immer wieder Ausblicke in die Innenhöfe. Nördlich des Forums entwickelt sich der gemeinsame Bereich für die fachübergreifenden Räume -auch hier wieder als Kammstruktur. Eine Besonderheit ist die offene Struktur zum Schulhof, die ein erweitertes Foyer für die Grundschule darstellt, die hier „ihr Treppenhaus“ als Aufgang zu den Klassenraumclustern vorfinden. Auch die Bibliothek als Selbstlernbereich ist an dieser besonderen Nahtstelle angeordnet und bietet Raum als ruhiger Rückzugsbereich.

    Unterhalb des Ganztagsbereiches befindet sich die Mensa. Durch die vorhandene Topografie kann sie hier ebenengleich von der General-von Stein Straße angeliefert werden, hat aber gleichzeitig auch einen direkten Zugang zum Schulhof. Durch die eingeschnittenen Höfe ist sie großzügig belichtet, Außenterrassen bieten Sitzgelegenheiten im Freien. Durch den Grundrisszuschnitt ist eine optische und auch akustische Teilung in Grundschulbereich und Mittelschulbereich ist möglich, gleichzeitig kann Sie aber am Nachmittag verkleinert werden, so dass zum Beispiel nur noch der Bereich, der am Schulhof liegt für Freiarbeiten genutzt werden kann. Die Cafeteria – das Schülercafe mit Pausenverkauf - ist zum Schulhof ausgerichtet. Die Lehrküche runden das Angebot auf dieser Ebene ab und können auch von der
    Anlieferungszone aus mit Waren bestückt werden. Auch der Kiosk der Sporthalle - mit direkter Anbindung an die Küche - stellt eine gute Bewirtung der Sporthallentribüne sicher.

    In den Ebenen oberhalb der Eingangsebene befinden sich die Cluster für die Klassenbereiche, die kombiniert mit Differenzierungsräumen und Teambereichen, sowie Kommunikations- und Aufenthaltsbereichen relativ autonome Einheiten darstellen. Die Cluster für den Grundschulbereich im 1. und 2. Obergeschoss, für die Mittelschule im 1./ 2./ 3 Obergeschoss. Grundsätzlich haben
    sie den gleichen Aufbau, sind aber größenmäßig ihren jeweils spezifischen räumlichen Anforderungen folgend ausgebildet. Jeweils zwei Cluster bilden eine Einheit, gebildet werden diese aus kompakten Rechteckkörpern, die zu einem Rechteck mit Innenhof verbunden sind und über ein großzügiges Treppenhaus mit Aufzug erschlossen werden. Die WC-Bereiche sind hier direkt den Clustern zugeordnet. Im kompakten Cluster sind alle Klassenräume nach außen angeordnet - mit ihrer Größe von 75 m2 und ihrer flexiblen Möblierung bieten sie hier viel Spielraum für unterschiedliche Arbeitsweisen über den Tag. Der Differenzierungs- und Pausenbereich ist nach Innen zum Hof angeordnet und über diesen großzügig
    belichtet. Der Mehrzweckbereich lässt sich öffnen, so dass auch hier weitere Nutzungsmöglichkeiten gegeben werden. Insgesamt ermöglicht die Anordnung der Klassen um die zentrale Mitte mit offenen Zonen, Nischen und Stauräumen eine eigene Identität und wird zum Heimatbereich der jeweiligen Klassenstufe. Aus allen Räumen ist es möglich, über einen vorgehängten Fluchtbalkon ins Freie flüchten so dass zwei unabhängige bauliche Rettungswege sichergestellt werden. Gegenüber dem
    Treppenhaus befinden sich die zuschaltbaren Klassenräume.

    Der Neubau wird als Massivbau mit Wänden, Decken und Stützen aus Stahlbeton errichtet. Wirtschaftliche Spannweiten, aussteifende Kerne sowie eine einfache Tragstruktur stellen ein robustes und wirtschaftliches Grundgerüst her. Außenwände werden als Wandpfeiler ausgebildet. Insgesamt
    sichert die Bauweise in Beton eine hohe Speichermasse, deshalb werden die Decken nicht bekleidet und die akustischen notwendigen Maßnahmen über abgependelte Baffel hergestellt. Um den Leitgedanke aus erdverbundenem Sockelbauwerk mit schwebenden Klassenclustern zu transportieren , wird der
    Sockel in hellem, fast weißem Sichtbeton ausgeführt, die Cluster schweben als hellgrüne und hellgelbe Einheiten darüber. Dieses Bild wird erzeugt aus vertikalen Metallstäben, die den vorgehängten Fluchtbalkon mit Streckmetallgeländern gestalterisch unterstützen. Die eigentliche Hülle wird
    gebildet aus einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade, die auch den Sonnnenschutz, ein Raffstore, integriert. Großzügige Fensterbänder mit niedriger Brüstung sichern hohen Tageslichteinfall.

    Eine enge Verzahnung der Freianlagen mit dem umgebenden Grünzugund das erhebliche Geländegefälle in Westost-Richtung prägen das Gestaltungskonzept im Pausen- und Sportgelände. Der Pausenhof fällt von der Eingangsebene über mäandrierende Terrassen um 7 m nach Osten. Die Geländestufen aus Sockelmauern und Brüstungshecken gehen dabei in quergeneigten Ebenen ineinander über und schaffen ein barrierefreies, fließendes Kontinuum. Gleichzeitig entstehen jedoch Teilräume, die sich individuell nutzen, gestalten und den Schultypen je nach Anforderung zuordnen lassen. Unter den bestehenden Bäumen am nördlichen Rand liegen die Ruhe- und Rückzugszonen in reizvoller Vernetzung mit der flankierenden Grünfläche. Der Schulgarten findet sich an der Nordseite im ruhigen Winkel
    zwischen Weinmiller und Carl Dettenhofer Straße. Im relativ ebenen Bereich um
    die Sporthalle schließen die Freisportflächen an den Grünzug an. Ihr östlicher Rand verzahnt sich mit dem Park, der Schulbereich wird durch Hecken, an die sich Sitzbereiche anlehnen, gegen den öffentlichen Raum abgegrenzt. Lage und Verteilung sind ohne große Profilanpassungen in das Relief
    integriert. Von Osten ist der innere Schulbereich über einen Fußweg mit Toranlage
    zu erreichen. Der Baumbestand kann nahezu vollständig erhalten werden. Zur
    Umsetzung des Außenanlagen-Programms sind zwei Bäume zu roden, die im Zuge der Neugestaltung ersetzt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der markant gegliederte Komplex aus zwei Schulgebäuden an der Weimiller-Straße und der Sporthalle an der General-von-Stein-Straße wird über einen großzügigen Eingangsplatz im Süden erschlossen. Auf eine Öffnung der Schule zur nördlich angrenzenden Quartiersmitte wird ebenso verzichtet wie auf die Möglichkeit einer städtebaulichen Akzentuierung zu diesem zentralen Platz. Die Anordnung des Schulgartens an dieser Stelle ist der städtebaulichen Bedeutung des Bereichs nicht angemessen. Die optional vorgesehene Erschließung der Grundschule schräg gegenüber des Stabsgebäudeeingangs erscheint nicht konsequent durchkonzeptioniert, die Eingangssituation spiegelt sich im Gebäudeinneren nicht wieder.

    Wenngleich die innere Erschließung vom Forum zur Grundschule als zu lang erscheint ist doch die Grundrissgestaltung im Gesamten positiv hervorzuheben. Der Forumsbereich ist gut nutzbar, die Clusterbereiche sind klar gegliedert und zur gemeinsamen Mitte orientiert und der Zugang zu Mensa und Sportbereich ist schlüssig. Auch der Zugang zur Sporthalle für Externe ist zufriedenstellend gelöst.

    Die Buszufahrt in Kombination mit Tiefgaragenzufahrt ist räumlich konzentriert und zweckmäßig. Die Anordnung der Gebäude entlang der Weinmiller-Straße und General-von-Stein-Straße lässt ausreichend Platz für den dringend benötigten, zusammenhängenden Grünbereich. Im östlichen Teil konzentrieren sich alle geforderten Sportflächen in ausreichender Größe. Der im Norden verlaufende öffentliche Weg endet unvermittelt am Schulgebäude. Der Detaillierungsgrad zum pädagogischen Spielkonzept ist nicht ausreichend. Noch nicht gelöst ist die Frage der getrennten Pausenhöfe. Der Übergang zwischen Schulhof und Sportflächen zum öffentlichen Grünzug überzeugt gestalterisch nicht. Das Brandschutzkonzept ist nachvollziehbar, wobei die Tiefgarage unter dem ersten Kellergeschoss liegt und dadurch ggf. eine kostenintensive Sprinkleranlage erforderlich ist.

    Die gezeigten Systeme stellen ein gelungenes und in das Gebäude integriertes Gesamtkonzept dar. Das Zusammenwirken von Versorgung und Raumsystem ist funktional und abgestimmt, so dass mit geringem technischem Aufwand ein gutes Raumklima geschaffen werden kann. In der Ausarbeitung der Fassade sind die Stäbe ohne Funktion und als rein gestalterisches Element konzipiert und werden daher hinterfragt.

    Hinsichtlich der Herstellkosten wird der Wettbewerbsbeitrag im Vergleich zu den übrigen Arbeiten im mittleren Bereich gesehen.