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  • DE-85354 Freising, DE-85354 Freising
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-229926)

Neubau Steinparkschulen (SPS)


  • Anerkennung

    Dachaufsicht mit Außenanlagenplanung, © Jühling&Partner Landschaftsarchitekten bdla mbB | BKS & Partner Bauer Reichert Seitz Architekten mbB

    Landschaftsarchitekten
    Jühling&Partner Landschaftsarchitekten bdla mbB, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: BKS & Partner Bauer Reichert Seitz Architekten mbB, München (DE)

    Preisgeld
    9.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf überzeugt vor allem durch eine sehr sorgfältig konzipierte, sozialräumlich und raumplastisch engagierte Innenwelt mit terrassierten Ebenen unter spannender Lichtführung und einer zentralen Ädicula für Aula und Bibliothek. Die Cluster der Schulräume funktionieren grundsätzlich gut und sind je um räumlich attraktive Mittenräume gruppiert, die an den Ecken des Gebäudes Blicke sowohl in die Außenwelt als auch nach Innen auf die Terrassen der Binnenlandschaft ermöglichen. Die Cluster sind rings um den Lichthof herum durch Korridore verbunden, die wahlweise geschlossen oder geöffnet werden können. Das ermöglicht, die Grundschule und die Mittelschule von einander zu trennen und dennoch für die Zukunft eine große Flexibilität der Nutzungseinteilung offen zu halten. Grundsätzlich nicht überzeugen kann jedoch das Zusammenwirken zweier funktional und rechtlich getrennter Schulen an einem gemeinsamen Innenhof, zumal dessen Nutzung – insbesondere die prominent positionierte Bibliothek – überwiegend nur durch die eine der beiden Schulen geprägt ist.

    Die große Kompaktheit des Gebäudes führt zu einer kostengünstigen Grunddisposition, auf Grund derer sich der Entwurf seinen Aufwand in der Innengestaltung leisten kann. Auch der beträchtliche Aufwand, der für Lüftung und Brandschutz erforderlich werden wird, mag dadurch kompensiert werden, nicht jedoch der jährlich anfallende Wartungsaufwand. Zudem führt die Kompaktheit der Anlage zu einer Gebäudehöhe von bis zu fünf Geschossen, die für die internen Betriebsabläufe nicht günstig sind.

    Durch die kompakte Bauweise ergibt sich ein großzügiger Freiraum im Osten des Grundstückes. Der spielerische Umgang mit der Topographie schafft abwechslungsreiche Gestaltungsansätze für die Pausenhöfe. Ebenfalls richtig platziert sind die notwendigen Sporteinrichtungen. Das südöstliche Gebäudeeck mit teilweise harten Böschungskanten wirkt sich negativ auf die Grundstücksfläche aus. Der Weganschluss im westlichen Anschluss an der Turnhalle kann nicht überzeugen.

    Der sockelartige Unterbau schafft einerseits attraktive Terrassen im Übergang zum Außenraum, lässt das Gebäude aber andererseits in Zusammenhang mit der Hanglage sehr massiv und mächtig erscheinen. Darüber kann auch die Leichtigkeit im architektonischen Ausdruck der Fassaden nicht hinwegtäuschen. Die im Text beschriebenen, auf dem Dach angeordneten Lüftungsanlagen sind in den Fassaden nicht dargestellt; sie werden die ohnehin schon große Gebäudehöhe noch vergrößern. Die Eingänge liegen in den westlichen Ecken der Gebäude und der Turnhalle an betrieblich und städtebaulich sinnvoller Stelle. Die Qualität der Fassade nach Süden zum Ankunftsort der Bushaltestelle wird durch die Tiefgarage und die Entsorgungsanlage geschwächt. Die Anordnung der Tiefgarageneinfahrt mitten in der Bushaltestelle ist allerdings ohnehin so nicht umsetzbar.

    Zwischen dem Hauptbau und der Turnhalle spannt sich ein Vorplatz auf, über den der Grünzug am Nordrand der Anlage in attraktiver Weise mit der Weinmiller-Straße verbunden wird. Der niedrige Baukörper der Turnhalle schafft zur Wohnstraße eine sinnvolle Torsituation und bedrängt die benachbarten Wohnbauten räumlich nicht. Der Schallschutz erfordert allerdings eine sehr aufwendige Ausführung der den Wohnbauten zugewandten Verglasung. Positiv gewertet wird insbesondere die Zuwendung des Vereinseingangs der Turnhalle zum Anger und die Verglasung des inneren Zugangsraums der Turnhalle entlang der Weinmiller-Straße zum öffentlichen Raum. Als rein räumlicher Abschluß des Angers ist das Volumen der Turnhalle etwas schwach, im Zusammenwirken mit dem rückgestaffelten Hauptbau mag allerdings dennoch eine vertretbare Raumdefinition entstehen. Der Hauptbaukörper ist in seiner Anordnung eine nicht ungeschickte Interpretation des städtebaulichen Kontexts, der zusammen mit dem Stabsgebäude einen markanten Auftakt zum Quartier schafft. Das Abrücken vom Stabsgebäude schafft zusammen mit den einander gegenüberliegenden Eingängen einen angenehmen Straßenraum.

    Der Baukörper selbst bleibt in seiner Massivität und seiner Form als Zentralbau allerdings etwas unversöhnt mit der Formensprache der Umgebung. Er besticht vor allem durch die Qualität seiner Innenwelt, die für das gegebene Programm weniger geeignet ist. Die Arbeit stellt dennoch einen interessanten Beitrag zur Lösung der Aufgabe dar.

    Für an das Atrium angrenzende Bereiche und innenliegende Räume v.a. im Untergeschoss sind keine Lösungsvorschläge zu Belichtung und Belüftung – mit Schnittstelle zur Integration in das architektonische Konzept vorgeschlagen.

    Die Herstellkosten werden im Vergleich zu den übrigen Wettbewerbsarbeiten im wirtschaftlichen Bereich eingeschätzt.