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  • DE-92263 Ebermannsdorf
  • 02/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-253456)

Neue Mitte


  • 2. Preis

    Modell - modellwerk weimar

    Modellbauer
    modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: quaas stadtplaner, Weimar (DE)
    Landschaftsarchitekten: plandrei Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt (DE)
    Architekten: Schettler & Partner Architekten | Stadtplaner | Ingenieure PartG mbB, Weimar (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebauliches, räumliches Konzept:
    Die Arbeit leitet richtigerweise ihr Konzept von historischen Gegebenheiten ab:
    Schloss, Gutshof und Schlosspark erhalten eine zeitgenössische Entsprechung, dies wird sehr positiv beurteilt.
    Das Konzept der neuen Mitte mit Bürgerpark und dem prominent platzierten Ensemble von Rathaus und Einkaufsmarkt überzeugt. Das DomCom als ersten Baustein der Mitte zu interpretieren und mittels eines Platzes mit dem neuen Dienstleistungszentrum zu verbinden ist daher nur sinnfällig. Jedoch erscheint dieser Platz nicht bedeutend genug, um ihn als den gewünschten Dialogplatz zu bezeichnen, zudem wird die bestehende Sportanlage verändert.
    Zusammen mit dem Dorfplatz bildet der neue Baumhain die gewünschte attraktive Mitte und den eigentliche Dialogplatz. Der lichte Hain erinnert an das bestehende Wäldchen.
    Positiv hervor zu heben ist die bauliche Rahmung. Insbesondere weil sie effizient im Flächenverbrauch ist und eine gestalterisch hochwertige klare räumliche Setzung anbietet. Damit geben die Verfasser eine sehr individuelle und einzigartige Antwort auf die gegebene Situation in Ebermannsdorf. Der Entwurf weist darüber hinaus nach, dass der Landschaftsbestandteil in den Entwurf zu integrieren ist.
    Mit der Öffnung zur Hauptstraße wird zudem sehr präzise auf die Auslobung reagiert.
    Der „Parkierungsbalkon“ ist nicht verständlich und weist Konflikte und offene Fragen auf. Sensibel reagiert die Höhenabstufung der Gebäude auf den räumlichen Kontext.

    Funktionalität:
    Sehr kontrovers diskutiert wird die Nutzungsschichtung von Einkaufsmarkt und Rathaus übereinander. Die positiven Aspekte dabei sind flächeneffektives Bauen und möglicherweise eine gute Kombination von Investitionen, durch die ggf. Einkünfte aus Vermietung erzielt werden könnten. Die negativen Aspekte umfassen rel. geringe Variabilität des ersten „Bausteins“, eine relativ große Erstinvestition und die räumliche Distanz zwischen Rathaus und dem südlichen Einzelhandelskomplex. Wobei die ca. 120 m Entfernung durchaus kontrovers diskutiert wurden.
    Die Anlieferung zum Einkaufsmarkt müsste im Freiraum nachjustiert werden.
    Das vorgeschlagene Wohnen überzeugt, weil zum einen der großzügige Grünraum als direktes Wohnumfeld wirkt, zum anderen die Reihung filigran aufgebrochen wird. Ebenfalls positiv beurteilt wird das Angebot, den ruhenden Verkehr komplett oberirdisch abzuwickeln und dies in einer angemessenen Art und Weise.
    Das Erschließungssystem benötigt nur zwei Zufahrten von der Hauptstraße und bietet gleichzeitig eine sehr differenzierte Vernetzung mir der Umgebung durch vielfältige Wegebeziehungen.
    Der Entwurf enthält einen relativ hohen Anteil öffentlicher Fläche, daher rekrutiert sich die rel. hohe GFZ. Hinsichtlich der Gesamtbilanz der Nutzungsmischung wurden die Programmvorgaben der Auslobung erfüllt.
    Der Grundansatz ist so stark, dass ggf. mögliche Änderungen im weiteren Planungsprozess nur in einem gewissen Rahmen möglich sind.
    Der Entwurf entfaltet eine große stadträumliche Faszination, jedoch lässt er leider hinsichtlich Nutzungsmodularität und auch im Erschließungssystem Fragen offen.