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  • CH-8570 Weinfelden
  • 02/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-241302)

Sanierung/Erweiterung Martin-Haffter-Schulhaus


  • 3. Rang 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Projekt
    RÄBELIECHTLI

    Landschaftsarchitekten
    Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Stefanie Scherer Architektin, Zürich (CH)
    Architekten: Mathis Kamplade Liebscher Architekten, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt RÄBELIECHTLI setzt sich zum Ziel, dass bestehende Schulhaus möglichst in seiner Grundstruktur zu erhalten und durch gezielte Eingriffe, Zubauten und innere Optimierungen die zusätzlich gewünschten Räume unterzubringen. Durch den Rückbau der alten Aula im Westen und die sich auf den Bestand berufenden, neuen Elemente im Osten wird der Baukörper angenehm beruhigt und ergibt im Übergang zum Kindergarten eine bessere Körnung der Baukörper als bisher. Die Wichtigkeit der Zusatzbauten im Osten wird durch die Verschiebung des Haupteingangs in diesen Bereich verstärkt. Die Parkierung und die fahrradabstellplätze sind nahezu identisch wie der heutige Bestand. Im Westen wird der Aufgang zu bestehenden Eingangsbereich zu Gunsten einer neuen Eingangszone rückgebaut. Die bestehende Aussenanlage kann dem gegenüber bestmöglich erhalten bleiben und muss nicht neu angelegt werden. Die Vernetzung der Aussenbereiche zwischen Süden und Norden ist zum jetzigen Zeitpunkt leider noch unbefriedigend und müsste klar verstärkt werden. Im Innern wird neu das südliche Zwischengeschoss des Erschliessungstrakts zur Hauptebene des Schulhauses erhoben, welche sowohl die unter- schiedlichen Zonen vernetzt, als auch die ebenerdige Verbindung zwischen dem Hauptzugang im Osten und dem Zugang zum Aussenbereich im Westen garantiert. Durch den Belass der bisherigen Treppenanlagen und der Schulhausgeschosse im Norden und Süden kann ein Höchstmass an Bestand gehalten werden. Die Erschliessung der Räume und und die Vernetzung der Zonen über die beiden bestehenden Treppen und die neue Treppenanlage im Anbau Ost erlaubt es die Personenströme klar zu le nken, zu verteilen und Engpässe zu vermeiden. Der neue Lichthof im Osten wird zum neuen Zentrum der Schulanlage auserkoren und kann mit seiner grosszügigen Ausformung für vielerlei Anlässe genutzt werden. Der daran angebaute Mehrzweckraum ist ideal positioniert und erfüllt die geforderten Ansprüchen vollends. Die Schulküche ist hingegen nicht ideal platziert, was eine Nutzung gemeinsam mit dem Saal eher erschwert anstatt erleichtert wird. Dem gegenüber ist die Bibliothek an idealer Stelle eingeplant worden. Die Neuorganisation der Schulzimmer und Gruppenräume im Süden ist sehr stimmig. Dem gegenüber können die Schulzimmer und Gruppenräume im Nordtrakt nicht vollends überzeugen, da Sie sich aus der Bestand entwickeln und dadurch wenig Optimierungen zulassen. Hier sind auch die Vorzonen zu klein bemessen und vermögen nicht zu überzeugen. Die Tagesschule mit eigenem Aussenbereich über der Wohnung des Haus- warts ist ideal platziert und genügend vom Schulbetrieb abgekoppelt, so das Störungen vermieden werden können. Der daneben positionierte Lehrerbereich ist ideal plat ziert und Funktionelle ausgestattet. Die ehemaligen offenen Lichthöfe werden geschickt weitergenutzt, wenn auch für die zusätzlichen Gruppenräume der eine Lichthof verschmälert werden muss. Dank der beiden Lifte werden alle Ebenen behindertentauglich erschlossen. Zugleich dienen diese Einbauten als neue Erdbebenverstärkungen, ohne störend aufzufallen. Die Sanitärbereiche sind leider zu weit verstreut platziert, so dass bei Anlässen im Mehrzwecksaal weite Wege in Kauf genommen werden müssen. Das Projekt RÄBELIECHTLI schafft es mit relativ wenigen Eingriffen, die Qualitäten des Bestandes optimal für die vergrösserte Anlage auszuspielen und zu verstärken. Die offen gestalteten Raumbereiche lassen einem den Baukörper in idealer Art und Weise erleben und erfahren. Durch den Erhalt der bestehenden Bausubstanz ist der ökologische Fussabdruck gegenüber einem Neubau klar besser zu beurteilen. Im Zeitraum der Sanierung und Erweiterung der Anlage ist für die Zeit der Sanierung des Altbaus ein Provisorium zu erstellen, da ansonsten der Umbau nicht realisiert werden kann. Während der Erstellung des Anbaus im Osten kann hingegen der Schulbetrieb aus Sicht der Projektanten gehalten werden. Leider hat der be stmögliche Erhalt des Bestandes seine Nachteile, welche durch das Planerteam nicht vollständig beseitigt werden konnten. So ist zum Schluss festzustellen, das trotz aller Bemühungen die Kosten für den erhalt der Substanz im Verhältnis zu einem vollständigen Neubau zu hoch sind. Das Planerteam zeigt auf, dass ein Ersatzbau nicht zwinge nd der Königsweg ist, sondern der Bestandeserhalt auch beschritten werden kann. Insofern ist das Projekt RÄBELIEC HTLI eine über weite Teile überzeugendes Projekt in dieser Hinsicht.