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  • DE-72336 Balingen, DE-72336 Balingen
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-245272)

Bahnhofsareal – Stadteingang Nord


  • Anerkennung


    Architekten, Stadtplaner
    Studio Wessendorf, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Jörg Wessendorf

    Mitarbeit
    Nina Rickert

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: ST / GRIEGER Landschaftsarchitekt, Berlin (DE)

    Preisgeld
    3.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurfsvorschlag ist konzeptionell durchgängig strukturiert und vor allem in den öffentlichen Bereichen detailliert ausgearbeitet. Das neue Parkhaus und der bestehende Busbahnhof sind mit einem großen Baumfeld zusammengefasst. So entsteht in Verbindung mit den straßenbegleitenden Bäumen entlang der nördlichen Bahnhofstraße und dem so genannten Wiesenraum ein grüner Stadteingang, der bis zum Servicegebäude nördlich des Bahnhofs geführt wird. In dieses Gebäude ist die erhaltene Trafostation integriert. Die Fahrradstellplätze und – boxen sind hier angeordnet. Im Süden des neu gestalteten Platzes flankiert ein viergeschossiger Neubau mit Flachdach den alten Bahnhof. Seine Platzierung ermöglicht eine zeitnahe Realisierung des neuen Bahnhofsbereichs, schafft aber in Verbindung mit dem großen Servicegebäude einen relativ beengten Platz vor dem Bahnhof. Diesen Eindruck verstärkt die sehr verkehrstechnisch gestaltete Bahnhofsstraße zusätzlich. Hier bleiben die gestalterischen Möglichkeiten ungenutzt. Die zu kleinteilige Gliederung der Funktionsbereiche durch unterschiedliche Belagsflächen und Formate verstärkt den beengten Charakter des Platzes. Im südlich anschließenden Baufeld entlang der Bahnhofstraße wird die städtebauliche Körnung aufgenommen. Die bestehenden Gebäude werden maßstäblich ergänzt. Dabei sind die Quergassen allerdings zu schmal dimensioniert. Das ehemalige Postgebäude am Bahnhofsplatz wird durch einen Winkelbau ersetzt, der keine ausreichenden Freiräume zur Nachbarbebauung lässt.

    Die südlichen Blockrandergänzungen sowie die Bebauung auf dem Klöckner-Areal lassen eine angemessene bauliche Körnung erwarten. In den Erdgeschossen befinden sich jedoch überdimensionierte Einzelhandelsflächen. Die über zwei Geschosse gestaffelten Ebenen in den Innenhöfen führen beengten Innenhöfen. Die vorgeschlagenen Anlieferungen über die Tiefgaragen dürften in dieser Form nicht funktionsfähig sein. Die neue Blockrandbebauung ist von der Bahntrasse weit abgerückt. Damit entsteht ein großzügiger und funktionsfähiger Vorbereich, der ein attraktives Wohnen nach Westen erwarten lässt. Die Anordnung der Kurzzeitparkplätze hinter der Baumreihen entlang der Bahn ist sinnvoll und angemessen. In der verkehrsberuhigten Erschließungsstraße kann der Radverkehr aus nördlicher Richtung attraktiv nach Süden fortgesetzt werden. Die versiegelten Oberflächen lassen jedoch einen sehr breiten und ungegliederten Straßenraum entstehen. Am Lindle entsteht ein kleiner Quartiersplatz, der angenehm dimensioniert ist und die Topographie mit einfachen Mitteln bewältigt.

    Der Vorbereich des denkmalgeschützten Stegs ist in die Freiraumkonzeption integriert und schafft eine gute kleinräumliche Vernetzung zwischen Eyach und den Quartieren westlich der Bahn. Die Arbeit zeichnet sich durch eine klare städtebauliche Struktur aus. Die beidseitige Einengung des Bahnhofsplatzes kann jedoch ebenso wenig überzeugen wie die räumlich beengten Innenhöfe der südlichen Bebauung.