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  • DE-71638 Ludwigsburg, DE-71638 Ludwigsburg
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-245614)

Konversion Jägerhofkaserne


  • ein 2. Preis Zuschlag

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE)

    Preisgeld
    43.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit überzeugt durch eine klare städtebauliche Struktur, die sich am historischen Stadtgrundriss orientiert. Der Blockrand wird weitestgehend geschlossen und die Zugänge an den richtigen Stellen geschaffen. Die bestehenden Kasernengebäude werden rückgebaut, mit modernen Zwischengebäuden versehen und um aufgesetzte Dachgeschosse in Leichtbauweise ergänzt. Dabei bleibt das neue Zwischengebäude an der Jägerhofallee wohltuend niedriger als die Bestandsgebäude und wird über Erschließungsfugen maßstäblich an den Bestand angeschlossen. Ebenso ist es richtig, die Kasernengebäude an der Hindenburgstraße mit einem Zwischenbau, der die Erschließung aufnimmt, räumlich zu schließen. Das neue sechsgeschossige Eingangsgebäude an der Jägerhofallee in Ergänzung des bestehenden DRK-Gebäudes überzeugt als städtebauliche Dominante und akzentuiert den Zugang zum Quartiersplatz. Warum der Kamin als Landmarke in der neuen Struktur erhalten bleibt, erschließt sich nicht.

    Die sechs fünfgeschossigen Punkthäuser verdichten den Innenbereich in hohem Maße, schaffen aber durch ihre versetzte Anordnung auch eine Abfolge gut proportionierter Räume. Weniger Baumasse wäre hier wünschenswert, aber in der Abwägung der sehr verträglichen Höhenabwicklung des Blockrandes erscheint diese gerade noch vertretbar.

    Ein Rahmen aus inneren fußläufigen Wegen erschließt das Quartier konsequent und schafft eine klare Orientierung. Die Lage des Quartiersplatzes im Süden ist richtig und konsequent gesetzt und ermöglicht den Erhalt der vorhandenen Platanen, was eine hochwertige Qualität erwarten lässt. Nicht nachvollziehbar ist die Setzung der Nebengebäude, die die wohltuende städtebauliche Rhythmik der inneren Bebauung durch weitere räumliche Setzungen schwächt und die dichte und Enge der Inneren Bebauung verstärkt.

    Hinsichtlich der Gestaltung erfolgt eine überzeugende Differenzierung zwischen Bestand und Neubau. Das Mauerwerk der Bestandsgebäude wird sichtbar gemacht und hebt sich deutlich von den modernen Putzfassaden der Neubauten ab. Die gut proportionierte Fassade des DRKGebäudes wirkt eigenständig, wobei der Klinker als Material in der zweiten Fassadenebene aufgenommen wird. Insgesamt entsteht eine hohe Identität des Quartiers, bei der die Geschichte erlebbar bleibt. Die mit einer Fuge abgesetzten neuen Dachgeschosse ergänzen die Altbauten, ohne diese zu dominieren.

    Das Raumprogramm ist erfüllt. Die Wohnungsgrößen der geförderten Wohnungen und auch teilweise der Eigentumswohnungen werden jedoch deutlich überschritten. Kritisch angemerkt werden muss die einseitige Verteilung der geforderten Wohnformen. Die geförderten Wohnungen konzentrieren sich in den Punkthäusern im Inneren, während die Blockrandbebauung weitgehend den Eigentums- und Mietwohnungen vorbehalten bleibt. Hier wird eine stärkere Durchmischung gewünscht, obwohl klar ist, dass der Bestand sich nur eingeschränkt für kleinere Wohnungen eignet. Die Lage der Kita im Erdgeschoss des DRK-Gebäudes ist richtig gewählt, ebenso wie die kleine Ladeneinheit an der Ecke Alt-Württemberg-Allee und die gewerblichen Einheiten in den Erdgeschossen der Bestandgebäude. Ein Quartierstreff im Erdgeschoss des südlichsten Punkthauses rundet die Nutzungsmischung ab. Auf diese Weise wird der Quartiersplatz von lebendigen Nutzungen flankiert und damit seinem halböffentlichen Charakter gerecht.

    Der Quartiersplatz selbst überzeugt durch eine Gestaltung mit qualitätsvollen Aufenthalts- und Spielbereichen. Die Flächen für den gewünschten Erdschluss der bestehenden Bäume auf dem Quartiersplatz sind allerdings zu gering dimensioniert. Da mehr als ausreichend Stellplätze in der großzügigen Tiefgarage vorgesehen sind, lässt sich die Pflanzfläche problemlos vergrößern. Vorteilhaft ist, dass die Tiefgarage alle Gebäude erschließt. Ihre Zufahrt ist ansprechend in das DRK-Gebäude integriert und liegt an der richtigen Stelle.

    Insgesamt eine gelungene Arbeit, die die richtigen Akzente bei der Verteilung der Baumasse setzt, eine hohe Identität und einen hohen Wohnwert erzeugt und überzeugend mit den Bestandsgebäuden in Kombination mit den Neubauten umgeht.