loading
  • DE-71638 Ludwigsburg, DE-71638 Ludwigsburg
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-245614)

Konversion Jägerhofkaserne


  • Anerkennung

    MS ARCHITEKTURMODELLE

    Modellbauer
    MS Architekturmodelle, Leutenbach (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: SCHILLING ESCHER STEINHILBER ARCHITEKTEN, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser der Arbeit 1018 schlägt im vorliegenden Entwurf vor, die bestehenden Kasernengebäude im Wesentlichen zu erhalten. Lediglich an der Hindenburgstraße wird der Verbindungsbau aus den 1930er Jahren entfernt. Die nachträgliche Aufstockung bleibt bestehen. Die Dachform wird von Walm- zu Mansarddach geändert. Die als angemessen empfundene bestehende Gebäudehöhe wird damit nicht verändert.

    Im begrünten Innenhof werden fünf kompakte, viergeschossige Wohngebäude mit Dachgeschoss vorgeschlagen. Zwei großzügige Quartiersplätze im Innenhof dienen der Durchwegung des Quartiers. Über den nördlichen Quartiersplatz wird die westlich ankommende Fußwegeverbindung fortgeführt. Der südliche Platz wird durch eine Bäckerei im anschließenden Wohnhaus und Gastronomie im Bestandsgebäude belebt. Die Erschließung der Häuser und die Anordnung der Grünbereiche gewährleisten ausreichend Privatheit für die Wohnnutzung im EG. Der Zugang über jeweils thematisch differenzierte Vorbereiche stärkt die Adressbildung. Die Punkthäuser sind durch ein zentrales, über Dach belichtetes Treppenhaus effizient erschlossen. Schalträume in den Wohngeschossen gewährleisten eine gewisse Flexibilität im Hinblick auf die Größe der möglichen Wohnungen.

    Die Nutzungsverteilung ist einfach und klar: im Gebäude entlang der Hindenburgstraße wird in allen Geschossen Büronutzung vorgesehen. Die Kita ist im Erdgeschoss des verlängerten DRKGebäudes untergebracht. Alle weiteren Flächen dienen dem Wohnen.

    Die durch die Umnutzung der westlichen und östlichen Bestandsgebäude entstehenden innenliegenden und unbelichteten Flure werden kritisch bewertet.

    Der Hof ist durch die Tiefgarage vollständig unterbaut. Der alte Baumbestand kann deshalb leider nicht erhalten werden. Die offenen Tiefgaragenabfahrten sind kritisch zu bewerten.

    Die architektonische Erscheinung erscheint durch die stark kontrastierende Formulierung der einzelnen Gebäude entlang der Straßen sehr heterogen. Auch der Bestand erfährt durch den neuen Verbindungsbau an der Hindenburgstraße gegenüber der Jägerhofallee eine unterschiedliche Behandlung. Das geschlämmte Sichtmauerwerk der Bestandsfassaden wird durch die unterschiedliche Konstruktion von Gründerzeit und 30er Jahren vermutlich nicht so einheitlich aussehen wie dargestellt.

    Freiraum
    Die gute städtebauliche Struktur wird im Freiraum konsequent fortgeführt. Das vorgeschlagene System der Fußwege vernetzt das Quartier im Inneren konsequent und bindet es an den richtigen Stellen an das öffentliche Straßen- und Wegenetz an. In der Ausarbeitung der Freiräume in Bezug auf Materialität und räumlichen Definition bleibt der Entwurf jedoch wage und lässt Antworten offen. Hier wäre eine präzisere Aussage der Verfasser wünschenswert gewesen. Die vorgeschlagen Baumlinien im Innern sind konsequent gesetzt, sie unterstützen die Raumstruktur im Quartier und stärken die Identität des Quartiers. Leider kann im Entwurf keiner der Bestandsbäume erhalten werden, was zu einem Verlust an vorhandener Identität im ehemaligen Kasernenhof führt.

    Insgesamt stellt der Entwurf eine schlüssige Lösung dar. Städtebaulich überzeugt die Geschossigkeit der Bebauung am Blockrand. Die Abstände zwischen den Punkthäusern im Innenbereich wirken teilweise zu knapp. Die Heterogene Gestaltung der Fassaden kann insgesamt nicht vollständig überzeugen. Die teilweise im Blockinnenbereich liegenden öffentlichen Nutzungen werden aufgrund ihrer ungünstigen Auffindbarkeit kritisch diskutiert.