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  • DE-36145 Hofbieber
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-250437)

Neubau Radwegekirche Milseburg


  • 2. Preis

    Perspektive, © Prof. Spital-Frenking + Schwarz Architekten und Stadtplaner BDA

    Architekten
    Prof. Spital-Frenking + Schwarz Architekten und Stadtplaner BDA, Lüdinghausen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Schönborn Schmitz Architekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    3.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der sensibel durchgearbeitete Entwurf besticht durch die Klarheit seiner Aussage hinsichtlich der Determination des Gebäudes. „Eine Kirche sieht aus wie eine Kirche“ – so kann die Anmutung verstanden werden. Die Verfasser schlagen dazu einen mehrfach gefalteten Baukörper vor, der sich im Grundriss aus vier Dreiecken zusammensetzt. Die Form des Gebäudes interpretiert dabei die traditionelle sakrale Formensprache und wirkt – auch durch die parallele Stellung entlang des Fahrradweges – als Abschluss zum Ortsrand. Die Verbindung zur Landschaft wird über große zu öffnende Glasfronten hergestellt. Durch die Lage des Gebäudes entsteht eine öffentliche Seite zum Weg und eine kontemplative Seite zur Landschaft.
    Die geforderten Funktionen sind sinnfällig erfüllt und liegen flächenmäßig innerhalb der geforderten Werte. Durch eine geschickte Anordnung in der „Falte“ des Eingangs entsteht eine Vorzone, die das geforderte Informationsregal aufnimmt und die sich zum Kirchenraum öffnet. Die Sakristei ist wie ein großes Möbel als Kubus frei in den Raum gestellt und für alle Religionen sind wertfrei sichtbare Symbole in der Seitenwand integriert. Durch eine Drehung des Altars kann auf einfache Weise eine Verbindung zur Außenfläche erfolgen, sodass der Raum innen und außen vielfältig und flexibel nutzbar ist.
    Der homogene Baukörper - in Anlehnung an die Landschaft und deren Orte - aus Holz, ist damit ein Zeichen, das am Radweg sichtbar sein wird. Der Ausdruck der Hülle schafft die Gratwanderung zwischen ländlichem und sakralem Bauwerk, indem außen die kleinteilige vergrauende Fassade aus Holzschindeln sich mit der Natur verbindet, während innen die weißen gefalteten Wände und Decken die sakrale Skulptur betonen. Die Kennwerte des Bauvolumens und der Hülle liegen trotz der Faltung im unteren Bereich, sodass eine wirtschaftliche Bauweise zu erwarten ist. Dazu trägt ebenso die Holzrahmenbauweise der Konstruktion, als auch die Möglichkeit zur Selbsthilfe bei. Insgesamt stellt dieser Beitrag eine angemessene und feinfühlige Lösung dar, auch wenn diese eng an traditionellen Mustern bleibt und damit die gewünschte überregionale Zeichenhaftigkeit als Symbol für den Radweg zur Milseburg noch stärker formuliert werden könnte.


INFO-BOX

Angelegt am 07.04.2017, 16:15
Zuletzt aktualisiert 07.06.2017, 10:12
Beitrags-ID 4-138500
Seitenaufrufe 84