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  • DE-50935 Köln, DE-50968 Köln
  • 04/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-261730)

Erneuerung der Genossenschaftssiedlung Mannsfelderstraße 52-88


  • 2. Rang ein 3. Preis

    © Schmitz Architekten/ Planergruppe

    Projekt
    Urban + Grün

    Landschaftsarchitekten
    Planergruppe GmbH Oberhausen, Essen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Prof. Schmitz Architekten, Köln (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Gute Lage
    Die genossenschaftliche Wohnanlage, in fußläufiger Entfernung zur Kölner Südstadt, liegt in einer schön gestalteten ruhigen Wohnstraße mit Ausrichtung auf den großzügigen Vorgebirgspark, der die Verbindung zwischen Anlagenring und Grüngürtel herstellt. Insofern ist die Grünanbindung des Quartiers stadteinwärts und -auswärts optimal.

    Gemeinsames Wohnen im Grünen
    Auch die heutige Siedlung selbst ist geprägt durch ihren grünen Charakter:
    - die markanten Vorgartenhecken an der Straße,
    - die solitäre Kastanie, die zwischen Straßenraum und Garten vermittelt,
    - der üppige Baumbestand in dem Gemeinschaftsgarten,
    - die großzügige gemeinschaftliche Freifläche.

    Diese Bestandsqualitäten werden als Grundlage des Entwurfs heraus gearbeitet. Der Straßenraum wird in Anlehnung an die heutige Situation durch eine straßenbegleitende Bebauung wieder deutlich gefasst. Straßenraum und Gartenzone werden in ihrer unterschiedlichen Charakteristik geschärft. Der Kastanienplatz übernimmt die Mittlerfunktion zwischen beiden Welten.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die vorgeschlagene städtebauliche Figur fügt sich gut in den städtebaulichen Kontext ein. Die Hofflügel sind präzise und mit Bezug zur nördlich anschließenden Bebauung gesetzt und gliedern den Gartenbereich. Das an der Mannsfelder Straße durchgehend dreigeschossige Gebäude mit dem zurückgestaffelten 3. OG verspricht insgesamt eine gute Maßstäblichkeit.

    Kritisch angemerkt wird die Vielzahl der zur Straße hin vorgesetzten Balkone. Die Straßenansicht des Gebäudes hat dadurch die hier unpassende Anmutung einer Hoffassade. Aufgrund ihrer bescheidenen Größe sind die Balkone zudem nicht besonders gut nutzbar.

    Der Wohnungsmix ist stimmig und lässt einen tragfähigen ersten Bauabschnitt zu. Die vorgeschlagenen weiteren Bauabschnitte sind allerdings für sich unwirtschaftlich und müssten in einen zweiten Bauabschnitt zusammengefasst werden. Die Wohnungsgrundrisse sind vergleichsweise konventionell. Kritisch diskutiert wird die Vielzahl teils sehr schmal geschnittenen Kinderzimmer.

    Die Arbeit erreicht knapp das angestrebte Verhältnis von Wohnfläche zur Summe der Brutto-Grundflächen. Auch die vorgeschlagene Materialisierung zielt auf eine wirtschaftliche Umsetzung. Sie kann jedoch nicht über Kostenrisiken hinwegtäuschen. Insbesondere die Lastabtragung der Hofflügel in die Tiefgarage ist noch nicht nachvollziehbar. Auch hinsichtlich des Brandschutzes ist zu klären, ob die Anforderungen an den 2. Rettungsweg und an die Weglängen zu den rückwärtigen Gebäuden nicht doch eine Feuerwehrzufahrt erfordern.

    Die Arbeit bietet insgesamt einen schlüssigen Gesamtansatz, der jedoch in der architektonischen Ausprägung und im Detail einige Fragen offen lässt.