loading
  • DE-21244 Buchholz in der Nordheide, DE-21244 Buchholz in der Nordheide
  • 04/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-247343)

Erweiterung der Waldschule


  • 1. Preis

    Blick von der Straße, © studioH2K Architekten / moka-studio

    Architekten
    studioH2K Architekten, Hamburg (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Eine kleine Stadt auf dem Hügel
    Die Waldschule stellt sich dar als Collage unterschiedlichster Elemente: Dem gestaffelten Riegel entlang der Waldstraße, dem Ringsegment der ersten Erweiterung, dem Kreissegment der Aula sowie der trapezförmigen Mensa. Bedingt durch die bewegte Topographie und die dadurch begrenzten Platzverhältnisse ergibt sich ein Ensemble, das in seiner Komplexität und Verdichtung an ein Bergdorf erinnert. Der Kontrast zwischen dem großzügigen Landschaftsraum des Buchholzer Stadtwaldes und der urbanen Struktur der Schulgebäude macht die besondere Qualität der Waldschule aus.
    Diese Qualität weiterzuentwickeln ist das Ziel unseres Entwurfes. Dabei stehen zwei Aspekte im Vordergrund: Der schonende Umgang mit der Ressource Landschaft und die Integration des Neubaus in das bestehende Ensemble. Wir schlagen dazu einen der Topographie folgend abknickenden dreigeschossigen Riegel vor der mit seinen beiden Schenkeln die unterschiedlichen Ausrichtungen der Bestandsbauten aufnimmt. Der Baukörper bettet sich so in den bestehenden Hang ein, dass das Gelände an den nach außen gewandten Seiten des Neubaus ebenerdig an das unterste Geschoss anschließt und an der Ostseite zur Mitte hin ansteigt, so dass hier das mittlere Geschoss das EG bildet.
    Durch die Lage quer zur Straße wird der der westliche Abschluss des Schul-Ensembles klar markiert und die Auswirkung auf den Charakter der Parkstraße auf ein Minimum begrenzt. Zugleich ergeben sich so in der Tiefe des Grundstücks vielfältige Möglichkeiten zur Verknüpfung mit dem Bestand.
    Der neue Eingang für die Oberschule befindet sich im Verbindungsbau zum Altbau, so dass von hier aus alle Bereiche schnell erreicht werden können. Gegenüber den beiden öffentlichen Bauten Aula und Mensa wird der Baukörper eingeschnitten, so dass hier ein teilweise überdachter zentraler Platzraum, das Forum, entsteht.

    Dem Motto „Wohlfühlen - Wachsen – Wissen“ folgend soll der bauliche Rahmen der Schule den Schülern ein Zuhause bieten, mit dem sie sich identifizieren. Grundlage dafür ist eine feine Abstufung vom öffentlichen zum privateren Raum, ähnlich den Plätzen, Straßen und Häusern einer Stadt.
    Am Forum liegt als zentraler Knotenpunkt die Treppenhalle, daran angegliedert die beiden Ganztagsräume, der Medienraum und die Räume für Sprache und Differenzierung.
    Nördlich und südlich schließen – mit Blick nach außen in den Wald - die Unterrichtsbereiche für die einzelnen Jahrgänge an. Diese sind als Gruppen von jeweils 3 Unterrichtsräumen und einem Gruppenraum geplant. Der Gruppenraum kann über Glas-Falttüren mit dem Flur verbunden werden, so dass eine großzügige, individuell gestaltbare Lern-Zone entsteht.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf präsentiert ein einfaches, klar strukturiertes und gut durchgearbeitetes Konzept mit einer optimalen inneren Organisation. Die übersichtliche, geradlinige Figur des dreigeschossigen Baukörpers passt sich gut in die Maßstäblichkeit des Umfelds ein und bietet einen schlüssigen Ansatz für die bauliche Zusammenführung der Grundschule und der Oberschule am Standort der Waldschule. Architektonisch fügt sich das Gebäude zurückhaltend aber modern in die Umgebung und den Schulbestand ein.

    Mit einem geknickten Riegel kann das Gebäude einen guten Anschluss an die Bestandsgebäude herstellen und sich mit seiner Form auch sehr gut in das bewegte Gelände und den Baumbestand des Stadtwaldes einfügen. Ebenfalls überzeugt die gute Umsetzung des geforderten Raumprogramms in zwei Jahrgangsbereiche, die eindeutig verortete Bereiche in den Geschossen erhalten und die als Jahrgangs-Heimaten dienen können. Diese Ausbildung ermöglicht vielfältige pädagogische Konzepte und unterstützt die Zusammenarbeit in verschiedenen Schulformen.

    Ein besonderer Höhepunkt ist die Idee eines teilweise überdachten, hellen Eingangsbereichs, der im Zusammenspiel mit dem Schulhof und der erweiterten Mensa einen neuen Mittelpunkt innerhalb der Waldschule entwickelt. Der Entwurf schließt zudem auf mehreren Ebenen direkt an die vorhandenen Flure der Altbauten an und kann mit seinem Aufzug in dieser Form den heute fehlenden, barrierefreien Zugang zur Schule bieten. Abgerundet wird das Konzept durch übersichtliche und sehr gut nutzbare Klassenräume und Funktionsbereiche, die es der Waldschule ermöglichen, die heute in Containern untergebrachten Räumlichkeiten in den Neubau zu verlagern.