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  • DE-61440 Oberursel
  • 08/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7768)

Neubau eines Frei- und Hallenbades


  • Ankauf

    Zugangsperspektive

    Architekten
    Kauffmann Theilig & Partner Freie Architekten PartGmbB, Ostfildern/ Kemnat (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Bearbeiter: Wolfram Böttiger

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das Grundstück

    Ein mächtiger Baumbestand insbesondere auf der Nordostseite des Grundstücks prägt den Ort und bildet das signifikante Alleinstellungsmerkmal des Bades in Oberursel.
    Eine gewachsene Wohnbebauung auf der Süd- und der Westseite benachbart das Grundstück und verlangt Rücksicht in der Belastung mit Lärm und der Maßstäblichkeit der Bebauung.
    Das im Nordwesten anschließende achtgeschossige Hotel- und Verwaltungsgebäude stellt eine konfliktträchtige Nachbarschaft dar (Lärm – Einblicke).


    Das Konzept

    Das neue Hallenbad findet einen sicheren Platz im südöstlichen Teil des Grundstücks.

    ● Der Baumbestand wird sehr weitgehend erhalten und wird zur atmosphärischen Erlebnis auch für das neue Hallenbad herangezogen - Baden in einer Waldlichtung.

    ● Das Freibad wird in seiner bisherigen naturräumlichen Qualität und seiner organisatorischen Struktur bestehen bleiben; die Freiflächen schließen ganz selbstverständlich an das neue Hallenbad an; Das Kinderbecken wird in den südlichen Grundstücksbereich verlagert, löst so eine bestehende Unverträglichkeit zum Hotelnachbarn und findet in seiner Lage eine gute Nähe zum neuen Hallenbad mit seinen Infrastrukturen.

    ● Die Saunalandschaft wird dem Hallenbad im Südosten vorgelagert; diese wirtschaftliche Kernstück erhält damit den ruhigsten Platz auf dem Grundstück auf der dem Badebetrieb abgewandten Seite; Sauna und Saunafreibereich erhalten Süd- und Westsonne; Einblicke aus Wohnnachbarschaft werden verhindert.

    ● Hallenbad und Sauna fügen sich in die vorhandene Topographie ein und nutzen diese:
    Ein Geländesprung begrenzt die eigentliche Freibadfläche und bildet eine Sockelfigur, in der die Freibad-, Hallenbad-, und Saunaumkleidebereiche sowie die Sauna selbst angeordnet ist.

    ● Der Baukörper des Hallenbades schwebt über dieser Geländekante. Er schließt sich nach Südosten zum Saunagarten hin und öffnet sich in seinem Profil nach Südwesten, bildet so das Gesicht des neuen Hallenbade und markiert/überdacht den Eingangsbereich in der Sockelzone. Er ist kompakt und moderat in der Höhenentwicklung, hält Abstand zur benachbarten (Wohn)bebauung und verhindert so Konflikte in der Maßstäblichkeit.

    ● Die westlich vorgelagerten Parkplätze fangen den Fahrverkehr bereits an der südlichen Grundstücksgrenze ab, reduzieren mögliche Lärmbelästigungen für die Anwohner der Altkönigstraße. Kurze (Fuß)wege zum Eingangsbereich des Bades sind ebenfalls gewährleistet.

    ● Der Lärmschutz des Freibades zur Altkönigstraße wird eigenständigen Maßnahmen optimiert (Topographie, Vegetation, Landschaftsmauer)


    Die Bauphasen

    Das bestehende Hallenbad kann bis zur Fertigstellung des Neubaus in Betrieb bleiben (1. Phase); der südlich bestehende Parkplatz übernimmt solange die Parkfunktion.
    Nach Fertigstellung des Neubaus wird das alte Hallenbad durch die neuen Parkplätze ersetzt (2. Phase);


    Öffentliche Erschließung - Parken - Anlieferung

    Die 200 notwendigen Parkplätze sind an der Südwestecke des Grundstücks vorgesehen. Der vorbeschriebene Geländesprung und die Überstellung mit der Parkfläche mit Schatten spendenden Bäumen, blenden die Fahrzeuge für den Badegast auf der Liegewiese visuell und akustisch aus.
    Fahrradabstellmöglichkeiten und die Busvorfahrt befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Eingang.
    Die Anlieferung für den Gastronomiebereich erfolgt in einer separaten Zugangsspur, östlich und separat zum Eingang.
    Die technische Anlieferung (Anlieferhof) befindet sich an der Nordostseite und wird über den Sandweg erschlossen.


    Funktion: Hallenbad + Sauna

    Der Geländeversprung (3,5 m) nimmt die Umkleidebereiche von Hallenbad und Freibad auf der westlichen Seite, die der Sauna und die Sauna selbst auf der östlichen Seite auf; dazwischen befindet sich der Eingang als Puffer und Wartebereich. Ein großzügiger Luftraum gibt bereits den Blick in die Badelandschaft frei.
    Die Umkleidezonen für Frei- und Hallenbad sind so angeordnet, dass sie sich wechselseitig in Hochlastphasen ergänzen können.
    Ein separater Eingang für das Freibad mit einer zentral angeordneten Kasse erreicht einen zeitlich unabhängigen Betrieb der beiden Einrichtungen.
    Die Verwaltungsräume befinden sich in der Ebene +2 in der Nähe
    der Vertikalerschließung aller Ebenen.

    Die darüber liegende Badeplatte des neuen Hallenbades ordnet großzügig aber auch flächeneffizient das Schwimmerbecken, das Sprungbecken und das Kinderbecken an. Der Stützpunkt des Bademeisters an zentraler Stelle überschaut das gesamte Geschehen. Die Badehalle ist nach SO (zur Sauna hin) geschlossen und öffnet sich nach NO, NW und SW zu Freibad und den schönen Bäumen.

    Die gastronomische Versorgung ist zentral und personaleffizient organisiert:
    Eine Küche auf der Ebene der Badeplatte versorgt sowohl das Hallenbad, die Sauna als den Kiosk des Freibades auf einer Ebene;
    Direkt darunter befindet sich die (Automaten)versorgung im Foyer.


    Konstruktion, Material und Klima

    Die Gebäudehülle des Hallenbadkörpers erscheint als homogene zweischalige Betonkonstruktion. Die formal geordneten Fugen der freundlich hellfarbigen Fertigteile bilden die Gestalt und definieren die punktuellen Öffnungen. Wand und Dachebenen sind in ihrem Erscheinungsbild prinzipiell gleich behandelt; die weit gespannten Dachkonstruktionen werden als beidseitig verkleidetes und damit gestalterisch anspruchloses Stahlfachwerk ausgebildet; die nicht einsehbaren Dachflächen integrieren eine solarthermische Anlage.
    Die vollflächig geöffnete Fassadenfläche nach NO, NW, SW schafft Tageslichtbedingungen im gesamten Bad – gezielte Oberlichtöffnungen ergänzen das Raumlicht atmosphärisch.
    Die Fassadenkonstruktion besteht aus einer Metall-Pfosten-Riegel-Konstruktion; Die Horizontallasten werden an die Stahlstützen des Haupttragwerks abgeleitet und versprechen so eine filigrane und wirtschaftliche Lösung. Sonnenschutzanlagen sind nicht notwendig.
    Das bestehende BHKW wird in den Neubau integriert; Geothermische sowie weitere alternativer Energien werden bei Bedarf und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingesetzt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.