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  • DE-74080 Heilbronn
  • 02/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-252769)

Neubau Wohnquartier Heidelberger Straße


  • 2. Preis

    Visualisierung, Heidelberger Strasse, © haascookzemmrich STUDIO2050 Freie Architekten PartG mbB

    Architekten
    haascookzemmrich STUDIO2050, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Svetlana Normantovich

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    KONZEPT:
    Das Gelände wird in eine der Landwehrstrasse folgende Topographie mit drei Terassengrundstücken unterteilt. Das Anheben des Geländes mit einer Stützmauer zur Heidelberger Strasse ermöglicht schallgeschützte Gartenflächen, sowie eine direkte Garagenanbindung an der östlichen Grundstücksseite.
    Den Auftakt für das neue Stadtensemble bildet ein 5 geschossiger Baukörper der dem neu geschaffenen Quartiersplatz Halt und Rahmen bietet.
    Die Geometrie der Einzelhäuser erschließt sich aus den Anforderungen der unterschiedlichen Himmelsrichtungen, den Sichtachsen und der Ausbildung großzügiger Wohn und Freiflächen.

    Es entsteht eine hochwertige Wohnsituation in schöner Hanglage.

    Die großzügigen Gartenflächen zwischen den Einzelgebäuden bereichern den Wohnraum. Schattige Rückzugsbereiche, Aussichtspunkte und Plätze für Geselligkeit und Nachbarschaft wechseln einander ab. Individuell gestaltbare Eingangsbereiche sorgen für eine zusätzliche Individualisierung der einzelnen Gebäude.

    STADTHÄUSER:
    Die freigestellten Stadthäuser bieten ein Optimum an gut belichteten und von hohen Bäumen umspielten Wohnraum. Es entstehen 3 Einzelhäuser mit 3 bis 4 Vollgeschossen und einem im Sockel liegenden Gartengeschoss.
    Ein tagesbelichtetes Treppenhaus mit Aufzug erschließt je nach Konfiguration zwei bis drei Wohnungen pro Stockwerk. Es können einzelne Wohnungen zusammengeschlossen und die Kombination „Wohnen mit Einliegerwohnung“ barrierefrei angeboten werden.

    Die abschnittweise Realisierbarkeit der Anlage ist funktional und gestalterisch möglich, da es sich um freistehende Stadthäuser handelt. Die Pflanzung der Gehölzstrukturen sollte wo möglich bereits im ersten Bauabschnitt erfolgen, so daß sich die Bäume entwickeln können und das Leitthema der neu entstehenden Parklandschaft frühzeitig wahrnehmbar wird.

    LANDSCHAFTSKONZEPT:
    Jedem Stadthaus wird eine eigene Gartenterrasse gewidmet. So wird die attraktive Hanglage in unterschiedliche Plateaus gegliedert, die den Gebäuden, eine individuelle Privatheit im Freiraum verleihen. Die jeweiligen topographischen Niveaus werden durch Natursteinmauern gegliedert. So werden die Terrassierungen sensibel in die vorgegebene Hanglage eingebunden.

    Geradlinige Stufenläufe zwischen den Wohnplateaus verbinden die Freiräume zu einer zusammenhängenden und homogenen Gesamtanlage.
    Es entsteht eine vertikales Gartenbild, das sich aus den reizvollen Texturen der Natursteinmauern und den dazwischen eingelegten grünen Terrassen mit attraktiven Pflanzstrukturen zu einem hochwertigen Gesamtbild entwickelt. Einzelne lichte Solitärbäume gliedern den Freiraum und binden die Baukörper der neuen Stadtvillen in die umgebende Hanglage ein.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die drei Gebäude sind im Sinne einer Symbiose von Stadt und Landschaft - Stadtlandschaft - gesetzt. Die Landschaft geht in Nord-Süd-Richtung durch. Dies wird jedoch auf Ebene des Fußgängers an der Heidelberger Straße leider nicht erfahren, da hier eine hohe Sockelmauer den Gebäudekomplex - Straßenraum definiert. Hier sind die Gebäude als vor- und zurückspringende Baumassen wahrnehmbar. Dies erzeugt einen unruhigen Eindruck, der durch die vor- und zurückspringenden Außenanlagen verstärkt wird. Hier überlagern sich unruhiger Städtebau mit unruhiger Freiraumgestaltung. Die Gebäudevolumina sind nicht wirklich amorph, sondern erwecken den Eindruck abgeschnitten - unvollendet - zu sein. Auch dies trägt zur Unruhe des Entwurfs bei. Die Anmutung der Bebauung ist eher weniger städtisch, was der Anlage jedoch Eigenständigkeit verleiht.

    Die Grundrisse, respektive Baukörper, sind funktional, könnten jedoch in ihrer Gebäudetiefe deutlich stärker sein. Somit wären sie wirtschaftlicher und innenräumlich besser zu gestalten. Die Grundrisse sind klar gegliedert, die Erschließung der einzelnen Etagen ist gut und angemessen. Das sogenannte Gartengeschoss mit seinem dunklen Erschließungsgang hangseits überzeugt jedoch nicht. Der höhergelegene Teil der Tiefgarage kann mit der angebotenen Rampe nicht erschlossen werden, die Rampe ist schlicht zu kurz. Dies könnte jedoch mit einem halbgeschossigen Versatz der Tiefgaragenteile behoben werden.

    Die Wirtschaftlichkeit der Wohnanlage liegt im mittleren Bereich. In Summe ein guter Beitrag für eine amorphe Wohnanlage im Stadtgefüge.