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  • DE-74080 Heilbronn
  • 02/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-252769)

Neubau Wohnquartier Heidelberger Straße


  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ursula Hochrein , Axel Lohrer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: bächlemeid, Konstanz (DE)

    Preisgeld
    2.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau | Das Baugrundstück für das Wohnquartier in Heilbronn-Bückingen liegt prägnant zwischen der im Süden diagonal verlaufenden Heidelberger Straße und dem im Norden unter Denkmalschutz stehenden, parkähnlichen Bockiger Friedhof. Das direkte bauliche Umfeld wird im Osten und Süden durch punktförmige, kleinteilige, zwei bis dreigeschossige Wohnbaustrukturen, im Westen durch auch z.T. hohe Geschosswohnungsbauten und im Nordwesten durch einen öffentlichen Platz mit Gärtnerei, Läden und Dienstleistungen geprägt. Das Wohnquartier wird durch vier höhengestaffelte, zwei- bis dreigeschossige neue Baukörper gegliedert. Die Bebauungsstruktur nimmt die vorhandene Bebauungskörnung an der Verbindungsstraße auf und führt diese, in Form von langgestreckten Geschosswohnungsgebäuden, mit jeweiligen Kopfbauten zur Heilbronner Straße und Landwehrstraße, fort.
    Das neue Bauwerk an der Verbindungsstraße übernimmt exakt die Proportionen und Gebäudekanten des Bestandes östlich der Straße. Hierdurch entsteht, zusätzlich zur angemessene Torwirkung zum zentralen Eingang des Böckinger Friedhofs, eine Umlenkung der neuen Bebauung zur Heilbronner Straße, sowie eine kleine Platzbildung im Nordosten. Durch die Ausbildung der Kopfbauten am nördlichen Weg - Landwehrstraße- zum Friedhof, als auch an der Heilbronner Straße, werden die bestehenden Gebäude Rhythmen städtebaulich folgerichtig fortgeführt.
    durch diese Verdrehungen der kopfbauten, mit zwischenliegenden, um ein Geschoss niederen verbindungsbauten, entstehen locker verschwenkte Baukörper, die den heterogenden Baukörper der Umgebung entsprechen, die grünräume von Nord nach Süden frei lassen und die Belichtung der ostest Grundriss Typologien möglich machen.
    am westlichen Platz mit Einzelhandel und Parkplatz wird ein Café bar Restaurant laden angeboten und im darüberliegenden Geschoss Praxisräume.

    Erschließung und Freianlagen | über kurze Erschließungsstichwege werden die vier neuen Baukörper, vom nördlichen weg der Landwehrstraße, fußläufig erschlossen.
    auf eine Durchwagen der Grundstücke wird bewusst verzichtet, hierdurch können die grünräume für Gärten, Erholung, Treffpunkte und Spielflächen genutzt werden.
    das Tiefgaragen Geschoss, Sockelgeschoss, wird von Süden der östlichen Verbindungsstraße erschlossen. Dieses entlang der Heilbronner Straße geführte Sockelgeschoss wird zwischen Gehweg und Bauwerk mit Heckenstrukuren gefasst.
    Die Freiflächen entwickeln sich betont freundlich - blütenreich, dies vor dem Hintergrund des rückwärtigen Friedhofes mit seiner dunklen Gehölz Kulisse. In einer plastisch-prismischen Faltung fließt ein blütenreicher Rasen über das Gelände. In die geneigten mittigen Abschnitte eingelegt, finden sich skulpturale Spielelemente. Eine Kaskade niederer japanischer Kirschen füllt die Fugen und umspielt locker die Gebäude.
    der öffentliche Platz im Westen wird durch ein freundliches, offen verglastes Gebäude -Café- gefasst Wohnformen, Gestalt und Energie Konzept mit dem vorgeschlagenen Konzept wird eine präzise Idee für dieses Projekt an diesem Ort formuliert. Die Kopf Bauwerke werden in Massivbauweise in Mauerwerk und mineralischen Kalkputz vorgeschlagen, die zwischen Gebäude in den Fassaden verglast und mit einem Holzstab Werk geschichtet. Analog der vorhandenen Bebauungen sind die Hauptbaukörper verputzt mit Lochfenstern und die zwischen Bauwerke sekundär, dies lässt die Bebauung und die gesamt Idee leicht und heiter wirken. Das Energiekonzept soll vorbildhaft sein und ein in sich selbst tragendes Konzept beinhalten, welches sorgfältig, interdisziplinär mit Sonderingenieuren erarbeitet werden soll. Durch eine sorgfältige dem Entwurfsansatz exakt nachfolgende Realisierung, entsteht ein neues, den Inhalten angemessenes, unverwechselbares Stadtwohnmodell für die Bauherren, die Bewohner und die Stadt Heilbronn.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf leitet aus der kleinteiligen Körnung der angrenzenden Wohngebiete eine eigenständige Gestaltungsidee ab. Quadratische Gebäudekuben werden jeweils als Paare zu Gebäuderiegeln gekoppelt, wodurch eine unverwechselbare Typologie entsteht, die auch in der Architektur konsequent ausformuliert wird. Die Gleichbehandlung der so unterschiedlichen Grundstücksränder im Norden und Süden mit ihren jeweils eigenen städtebaulichen Anforderungen ist jedoch nicht nachvollziehbar. Insbesondere zur Heidelberger Straße wird der zarte Böschungssaum sowie das vorstädtische Erscheinungsbild der Häuser dem Charakter der Umgebung nicht gerecht. Dem Entwurf fehlt an dieser Stelle die notwendige Robustheit in Form, Materialität und Atmosphäre. Eine angenehm zurückhaltende Sprache der Anlage und die graphische Struktur der Fassade wird dennoch anerkennend beurteilt, wenngleich sie für den Standort letztlich als unpassend angesehen wird.

    Der Entwurf weist einige funktionale Mängel auf, insbesondere im Bezug auf das Wohnungsgemenge und die Größe der Loggien. Die Wirtschaftlichkeit ist aufgrund der geringen Ausnutzung bei vergleichsweise großer Hüllfläche unzureichend.