loading
  • DE-48163 Münster, DE-48155 Münster
  • 04/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-250220)

Albachten-Ost


  • 1. Preis

    Rahmenplan

    Architekten, Stadtplaner
    rheinflügel severin, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: 3pass Architekten Stadtplaner Part mbB, Köln (DE)
    Landschaftsarchitekten: hermanns landschaftsarchitektur umweltplanung, Schwalmtal (DE)

    Preisgeld
    28.000 EUR

    Erläuterungstext
    Mit dem neuen Quartier Albachten-Ost wird der Stadtteil Albachten auf seiner Ostseite baulich vervollständigt und abgerundet. Analog zur Westseite wird eine Verzahnung mit der Landschaft hergestellt. Wesentliches Element der Verzahnung ist ein Grünzug auf der Höhe und mit Anbindung der Straße Lütke Geist. Der Grünzug verengt sich nach Osten, bevor er sich zur Landschaft öffnet und nach Norden und Süden verzweigt. Hierdurch erfolgt eine Einbettung des neuen Quartiers in die Münsterländer Parklandschaft und zugleich eine Gliederung in einen nördlichen und südlichen Teilbereich.

    Die bauliche Struktur setzt sich in beiden Teilbereichen primär aus einem Verbund von Wohnhöfen zusammen, da dem gemeinschaftlichen Wohnen bei diesem Quartier große Bedeutung geschenkt wird. Die Mischung der verschiedenen Wohntypologien und Eigentumsformen erfolgt innerhalb der Höfe, um eine soziale Segration zu vermeiden. Über die Einbeziehung von Baugruppen- und Mehrgenerationenprojekten lässt sich der Zusammenhang des gemeinschaftlichen Wohnens weiter fördern.

    Ausgehend von der Hauptzufahrt an der Weseler Straße ergibt sich eine zentrale Erschließungsachse, welche im Trennprofil bis zur Sendener Stiege durch das Gebiet führt. Der Verlauf ist so gewählt, dass möglichst viele Wohnhöfe hierüber erreicht werden und darüber hinaus kein Durchgangsverkehr erzeugt wird. Neben der zentralen Achse ist lediglich ein weiterer Ast im Trennprofil für den nordöstlichen Bereich erforderlich, der bis zur Kita im zweiten Bauabschnitt führt. Zur optimalen Erschließung dieses nördlichen Abschnitts wurde von hier aus in westlicher Richtung eine Spielstraße (Mischverkehrsfläche) bis zur Straße Hohe Geist vorgesehen. Dies ermöglicht zudem für die Bewohner der bestehenden Siedlungsbereiche Albachtens eine attraktive Verbindung zur neuen Kleingartenanlage und den östlich gelegenen Landschaftsbereichen. Damit werden sowohl Hohe Geist wie Lütke Geist zum Ausgangspunkt für wichtige Fuß- und Radverbindungen in Ost-West-Richtung. Über die zuvor angesprochene Verzweigung des Grünzugs wird am Ostrand des neuen Quartiers zudem eine neue Nord-Südverbindung für Fußgänger und Radfahrer hergestellt.

    Dort gegenüber der Hofanlage Billermann befindet sich auch der neu angelegte Festplatz, der eine klare räumliche Fassung durch streng gesetzte Baumreihen erhält. Neben dem Festplatz taucht das Motiv der geometrischen Einfassung auch bei den Kleinspielfeldern im Nordwesten und bei einer Hundewiese im Südosten auf. Im Kontrast dazu sind die Grünzüge naturnah gestaltet und mit einer wegebegleitenden offenen Regenwasserführung versehen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser sehen in ihrem Beitrag eine bauliche Vervollständigung und Abrundung des Stadtteils Albachten über eine starke Verzahnung mit der Landschaft. So gelingt eine gute Einbettung des neuen Quartiers in die münsterländische Parklandschaft.

    Prägendes Element des Entwurfes ist die Ausbildung von kleinen, mikrokosmischen Nachbarschaften. Sie ermöglichen eine gute Mischung der Wohntypologien und Eigentumsformen, unter Einbeziehung der nachgefragten Baugruppen und Mehrgenerationsprojekten.

    Die vielzähligen Wohnhöfe sind an eine zentrale Erschließungsachse gut angebunden. Im Detail wirft das Zusammenspiel von innerer und äußerer Erschließung jedoch Fragen auf. Das betrifft insbesondere die unzureichende Erschließung der Gebäude längs der Grünfuge.

    Von besonderer Qualität ist das Freiraumsystem mit einem zentralen Quartiersanger. Es entsteht eine Vielzahl von landschaftsbezogenen Lagen der Wohnquartiere mit einer angemessenen Orts-randausbildung. Das Regenwassermanagement in den Freiflächen erscheint sinnvoll und eröffnet gute funktionale und gestalterische Optionen.

    Die dezentrale Verortung der öffentlichen Funktionen ist nachvollziehbar. Kritisch hinterfragt wird die südliche Platzierung der Kita in Sackgassenlage. Die Lage des Festplatzes erscheint aus freiraumplanerischer Sicht sinnvoll.

    Der Beitrag überzeugt insbesondere in der Schaffung von gut funktionierenden kleinen, für den Stadtteil Albachten maßstäblichen Nachbarschaften. Kritisch hinterfragt werden die nicht in Gänze überzeugende Adressbildung sowie die in Teilen des Gebietes unzureichende Orientierungsqualität.

    Der Beitrag erfüllt die geforderten städtebaulichen Kennwerte und wird der erwarteten Dichte gerecht.