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  • DE-07743 Jena, DE-99091 Erfurt
  • 04/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-243993)

Neubau des Campus Inselplatz der Friedrich-Schiller-Universität


  • Anerkennung

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    birke · zimmermann landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: LANKES KOENGETER, Berlin (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die strukturelle Leitidee ist die Schaffung eines großen zentralen Platzes, der sich in seiner Größe am Marktplatz von Jena orientiert. Der Platzraum wird durch sechs Baukörper gebildet, die den Platzraum umschließen; im Süden grenzt ein Baumhain den Platz zur Wohnbebauung ab, die dadurch positiv an Privatheit gewinnt. Die Anbindung an das städtische Wegenetz erfolgt über einen Vorplatz im Nordwesten und gassenartige Zugänge zwischen den einzelnen Baukörpern.

    Den Verfassern gelingt dadurch eine gelungene Einbindung in den Stadtraum von Jena und eine angemessene Maßstäblich der gesamten Baumaßnahme, sowohl in Bezug auf die städtischen Räume als auch auf die Baumassen. Der neue Inselplatz wird zur überzeugenden Adresse für die gesamte Campusbebauung. Sämtliche Fakultäten und Nutzungen wie Cafeteria, Bibliothek und Rechenzentrum werden von diesem einen Platz aus erschlossen, der somit eine übergeordnete Identität erhält.

    Alle dem Platz zugewandten Gebäudeseiten haben im Erdgeschoss Arkaden, die als wind- und wettergeschützte Vorzone sowie als Umgang und Weg um den Platz dienen. Die Gesamtgestalt und Anmutung der Anlage spiegelt den klassischen Charakter dieser städtebaulichen Grundidee wieder. Die Fassaden beziehen sich in ihrer durchgängigen Materialität auf den Jenaer Muschelkalk, und variieren sensibel auf die unterschiedlichen Nutzungen in ihrer jeweiligen Ausführung, Rasterung und Plastizität.

    Selbstverständlich und folgerichtig sind den jeweiligen Eingangszonen Foyerflächen zugeordnet, die gleichzeitig als Vorzonen der jeweiligen Hörsaalbereiche dienen oder Ausleihzonen im Bereich des Bibliotheksturmes sind. Auch das an der Nordseite des Platzes platzierte Café wird positiv bewertet, es kann aus funktionalen Gründen aber nicht gleichzeitig als Foyer für das anschließende Institut für Psychologie dienen.

    Die Grundrisse bieten ausreichend Funktionalität und Flexibilität. Allerdings fehlen Flächen im Bereich der Mathematik und Informatik und die Stapelung der Flächen der Bibliothek im Turm wurde ungünstig gesehen. Die insgesamt positiv bewertete große Platzfläche wurde allerdings mit fehlenden bzw. unterirdischen Flächenanteilen im Parkhaus erkauft.

    Insgesamt scheint zweifelhaft, ob der neue Inselplatz und die Anordnung des dort vorgesehenen Wasserspiels in seiner Größenordnung wirkliche Aufenthaltsqualität bieten und ob die zentralen Radstellplätze unter dem Baumhain tatsächlich funktional sind.

    Dennoch hat die Arbeit durch ihre originäre Platzlösung auf die Fragestellung nach einem kommunikativen Campus eine gute und aus Sicht der Jury anregende Antwort gefunden.