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  • DE-85098 Großmehring, DE-85098 Großmehring
  • 05/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-244424)

Neubau Rathaus mit Bücherei und Freianlagen


  • Anerkennung

    Lageplan, © PSA le kroitzsch

    Landschaftsarchitekten
    landschaftsentwicklung kroitzsch, Gröbenzell (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Dr. Matthias Kroitzsch

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: PSA Pfletscher und Steffan, München (DE)

    Preisgeld
    2.750 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen einen 2-geschossigen Flachdachbau als Solitär mit einem 3-geschossigen Hochpunkt zum Marienplatz vor. Der polygonale Baukörper nimmt städtebaulich die Flucht der Volksbank und der Raiffeisenstraße auf und fügt sich somit sensibel in die Umgebung ein. Durch das Überschieben des 2.Obergeschosses entsteht eine markante Geste zum Platz, die dem Haus eine repräsentative Anmutung gibt und zugleich einen überdeckten Eingangsbereich schafft. Das Flachdach fügt sich nicht in die umgebende Satteldachbebauung ein. Es entsteht dadurch ein eigenständiger Solitär, der zwar eine repräsentative öffentliche Nutzung widerspiegelt, jedoch im Preisgericht kontroverts diskutiert wird.

    Eine Erschließung im Inneren erfolgt über eine Magistrale und verbindet die beiden Eingänge am Marienplatz und im Süden. Am Haupteingang im Norden entsteht ein großzügiges, gut belichtetes Foyer mit einer repräsentativen, skulpturalen Treppe, die in das 1.Obergeschoss führt. Es entsteht eine großzügige räumliche Qualität im Inneren. Leider führt die gewendelte Treppe nicht bis ins 2.Obergeschoss. Die Anforderungen an eine barrierefreie Erschließung sind erfüllt. Der Sitzungssaal und das Trauungszimmer im 2.Obergeschoss und die Bücherei im Erdgeschoss können auch außerhalb der Öffnungszeiten erschlossen werden. Ein 2.Rettungsweg für das 2.Obergeschoss fehlt. Ebenfalls wird in den Außenanlagen keine Aussage zum Umgang mit dem abfallenden Gelände nach Süden und der Erschließung gemacht.

    Die strukturelle Organisation im Inneren und die Aufteilung der Funktionen sind sehr gut ausgeführt. Vor allem das 1.Obergeschoss mit den Verwaltungsräumen lässt einen guten Austausch und informelle Gespräche zwischen den Mitarbeitern und auch den Besuchern in den Flurzonen erwarten. Ebenfalls lobenswert zu erwähnen ist die Anordnung des Sitzungssaals im Zusammenhang mit dem Trauungszimmer im 2.Obergeschoss und somit einer möglichen Erweiterung zu einem großen Saal. Die Orientierung der Säle zum Marienplatz und die Möglichkeit der Öffnung der Fassade ist richtig. Die Dachterrasse Richtung Süden, die dem Foyer zugeordnet ist, kann für Sektempfänge etc. genutzt werden und gibt dem Gebäude einen zusätzlichen Mehrwert.

    Lediglich die Anordnung der Bücherei an der östlichen Fassade im Erdgeschoss ist versteckt und nicht repräsentativ. Hier wäre eine Positionierung der Bücherei an der westlichen Fassade zum öffentlichen Raum wünschenswert. Ebenfalls schwächt der gläserne Anbau in der Bücherei die Klarheit des Baukörpers. Folgerichtig ist jedoch der Lesegarten im Süden positioniert. Das öffentliche WC ist wie gewünscht auch außerhalb der Öffnungszeiten des Rathauses oder der Bücherei zugänglich.

    Die Fassaden im Erdgeschoss und 1.Obergeschoss erscheinen für das dörfl iche Umfeld als zu streng ausformuliert. Hier hätte man sich eine spielerischere und lebendigere Fassadengestaltung gewünscht. Ebenfalls wird das Fassadenmaterial mit einer vorgehängten Keramikfassade, die eine sterile Erscheinung zu erwarten lässt, kritisch betrachtet. Hier ist in der Ausführung ein sensiblerer Umgang mit dem Kontext erwünscht.

    Die Freianlagen sind klar gegliedert. Durch die Aufnahme des bestehenden Belagsmaterials vom Marienplatz entsteht eine einheitliche Gestaltung die positiv bewertet wird. Jedoch beinhaltet die Darstellung des Vorplatzes keine Gestaltungsaussagen. Der Lesegarten als grüne Insel im Süden wird als Kontrast zum städtischen Platz begrüßt. Der Parkplatz ist klar gegliedert und ausreichend begrünt. Der Zugangsweg vom Parkplatz zum Eingang im Süden erhält durch die wegebegleitende Baumreihe eine positive Gestaltung. An den Weg ist eine zweite Grünfläche als Spielinsel angedockt.

    Das Raumprogramm wurde im Wesentlichen gut umgesetzt. Ebenfalls ist eine wirtschaftliche Ausführung und Bauunterhalt zu erwarten. Die aufgeständerte PV-Anlage auf dem Flachdach muss hinter der Attika verschwinden und darf nicht im städtebaulichen Raum sichtbar sein. Die Ausführung ist hier zu prüfen.

    Der Beitrag ist im Wesentlichen sehr gut gelungen. Eine repräsentative Adresse für das Rathaus im städtischen Kontext sowie attraktive innenräumliche und funktionale Qualitäten sind zu erwarten.