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  • DE-81829 München, DE-81829 München
  • 10/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-244933)

Schulcampus mit Sportpark Messestadt Riem


  • 3. Preis

    © w+p Landschaften

    Landschaftsarchitekten
    w+p Landschaften, Berlin (DE), Offenburg (DE), Schiltach (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Hans-Jörg Wöhrle

    Mitarbeit
    Ana Stifanic

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Lehmann Architekten GmbH, Offenburg (DE), Berlin (DE)

    Preisgeld
    76.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser schlägt eine klar gegliederte, im wesentlichen dreigeschossige Teppichbebauung vor, bei der allerdings die strukturelle Klarheit des etwas zu flachen Gebäudes durch die ein wenig unbeholfen wirkenden Aufsätze (Technik, Dienstwohnungen) verunklärt wird. Die damit erzielte Höhe wird aber als positiv begrüßt. Die im Ideenteil vorgeschlagenen zeilenartigen Strukturen sind in ihrer Offenheit gegenüber der Schule nicht nachvollziehbar. Stadträumlich ebenfalls nicht schlüssig erscheint der Versprung der Gebäudevolumetrie im EG durch die sich in den Straßenraum schiebenden Turnhallen. Kritisch betrachtet wird die Situierung und Masse von gedeckten Fahrradabstellflächen am östlich gelegenen Platz im Ideenteil. Die Lage der Zufahrt TG von Osten ist hier nicht möglich und erscheint zudem unattraktiv.

    Der Entwurf bildet im Süden des Realisierungsteils einen gut proportionierten, stadträumlich differenzierten Platz aus. Hier sind sehr folgerichtig und gut auffindbar die Eingänge für alle Nutzungen platziert, die Publikumsverkehre nach sich ziehen.
    Die Adresse für Realschule, Gymnasium, VHS, Sporthallen und Schwimmbad, aber auch Mensa sind hier verortet.
    Diese konzeptionelle Klarheit zieht sich auch in der inneren Organisation des Grundrisses durch. Im Erdgeschoss sind alle gemeinsame Nutzungen, wie Sport, MINT-Bereich, Kreativbereich, Mensa und Pausenhalle angeordnet, was den gemeinschaftlichen Charakter dieser Fläche stärkt. Erkauft wird das jedoch durch die Anordnung der Verwaltung in den Obergeschossen. Dennoch sind Nutzungen wie Sport und VHS auch unabhängig vom Schulbetrieb nutzbar.
    Die interne Erschließung der beiden Schulen erfolgt über eine großzügige Treppe ins 1. OG, wo sich Lernhäuser in ein klar strukturiertes Erschließungsnetz mit offenen und geschlossenen Höhen und guter Orientierbarkeit einfügen.
    Die Lernhäuser orientieren Klassenräume um einen großzügigen Innenhof mit angeschlossenem Gemeinschaftsbereich. Kritisiert wurde lediglich die Lage des Teamraumes. Begrüßt wird die vorgeschlagene Transparenz, die über die Diagonale weite Blicke zulässt und attraktive Aufenthalts- und Kommunikationsbereiche zulässt.
    Die Lage der VHS als autarke Einheit am Platz wird wegen ihrer Sichtbarkeit und Nähe zum ÖPNV begrüßt.
    Die Eingangssituation ist allerdings beengt und wenig attraktiv.

    Die Gestaltung der Baukörper erreicht leider nicht die Qualität de Struktur im Grundriss:
    Obwohl im Detail von der Materialisierung, mit einer gebänderten Fassade aus hellem Klinker und Sichtbeton durch vorstellbar, scheinen die vorgeschlagenen Fassaden mit einer aufwendigen Konstruktion mit V-Stützen im Gesamteindruck doch etwas oberflächlich und nicht ausreichend gut proportioniert.

    Das Brandschutzkonzept scheint nicht ausreichend ausgearbeitet, es fehlen aber Zugänge ins Freie aus den Fluchttreppenhäusern und eine weitere Unterteilung in einzelne Einheiten.

    Vom Preisgericht kontrovers diskutiert wird die Orientierung von Aufenthaltsräumen nach Norden und Osten: Zum einen wird das Sichtbarwerden der Nutzung Schule zum öffentlichen Raum begrüßt, da man sich - anders als durch Laubengänge - eine belebte und lebendige Fassade verspricht, zum anderen zieht dies natürlich vermehrte Aufwände für den baulichen Schallschutz nach sich.

    Der südlich gelegene Sportpark wird intern über eine einfache Unterführung an die Schule angeschlossen, das angebotene Betriebsgebäude sinnvoll in das Wegenetz (zum Quartier, aber auch den Parkplatzflächen am Friedhof) eingebunden. Das Angebot zusätzlicher Fahrradstellplätze wird begrüßt.

    Insgesamt wird die Arbeit strukturell als sehr überzeugender Beitrag für die gestellte Aufgabe betrachtet, die es leider nicht schafft auch in der Formulierung von Volumetrie und Erscheinung dasselbe Niveau zu erreichen.

    Gesamtkonzeption der Freiräume
    Die Arbeit nimmt Themen aus dem Landschaftspark gut auf, setzt die Wegeachsen nach Norden fort und knüpft an die landschaftlichen Baumpflanzungen an. Allerdings entspricht das südlich gelegene Wäldchen im Grünzug nicht dem in der Auslobung vorgegebenen Vegetationskonzept (offene Magerrasen-Flächen).

    Schulcampus
    Im Süden orientiert sich der attraktiv gestaltete Schulcampus mit einem Vorplatz und einer Terrasse zur Landschaft. Der Platz im Osten als Pendant zur Grünoval-Fläche wird in einer gestalterischen Qualität und Nutzbarkeit durch die umfangreichen, teils überdachten Fahrradstellplätze stark eingeschränkt. Im Bereich der zwei Pausenhöfe und des Pausenbandes im Osten wird der geringe Vegetationsteil bezüglich Aufheizung und Aufenthaltsqualität kritisch gesehen.

    Sportpark
    Die räumliche Anordnung der Sportflächen mit dem zentralen Betriebsgebäude wird positiv bewertet. Die am Gebäude ankommende Unterführungsrampe erscheint zu schmal. Ein zusätzlicher Eingang zum Sportpark am Mitterfeld ermöglicht eine weitere und direkt Zugänglichkeit von Westen aus Trudering. Das Umfeld des nördlichen Tribünenendes wird hinsichtlich des heranrückenden Ballfangzaunes und der engen Wegeführung kritisch gesehen.

    Lärmschutz
    Der Schallschutz wurde unzureichend berücksichtigt.

    Energie und Behaglichkeit
    Der Entwurf hat ein mittleres Potenzial hinsichtlich der sommerlichen Behaglichkeit und des Heizwärmebedarfs. Die Klassenzimmer sollen zu lärmbelasteten Straßen mit Be- und Entlüftungsanlagen mit WRG ausgestattet werden. In den übrigen Bereichen ist freie Lüftung über Fassadenöffnungen vorgesehen. Der Lüftungsquerschnitt ist ausreichend, allerdings ragen die Fenster weit in den Raum. Behagliche Lufteinbringung im Winter und witterungssichere Nachtlüftungsmöglichkeiten sind nicht ausformuliert. Der multifunktionale Mittelbereich wird über den groß dimensionierten Innenhof und zusätzlich über die Fassade ausreichend belichtet und belüftet.

    Tragwerk
    Die Schwimmhalle wird überbaut. Hieraus resultiert eine deutlich größere Belastung des Deckentragwerks der Hallen. Dies hätte Auswirkungen auf die Kosten für das Deckentragwerk (Bauhöhe, Materialverbrauch).