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  • DE-14641 Wustermark
  • 05/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-265758)

Wohnungsbau Olympisches Dorf Elstal


  • 1. Preis


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    Architekten
    Schmitt von Holst Architekten, Berlin (DE)

    Verfasser
    Tim Schmitt

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Wohnquartier „Olympisches Dorf Berlin“ - eine sportliche Gartenstadt

    Aufgabe:
    Elstal ist ein Ortsteil der Gemeinde Wustermark und liegt westlich von Berlin. Innerhalb von ca. 24 Minuten erreichen künftige Bewohner vom Bahnhof Elstal mit dem RE den Berliner Hauptbahnhof, mit dem Auto in ca. 45 Minuten Berlin Mitte und ca. 30 Minuten Potsdam.
    Das Olympische Dorf wurde von den Gebrüdern Werner und Walter March geplant und zwischen 1934 bis 1936 – 18 Kilometer westlich des Olympiastadions – errichtet. Während der Olympischen Spiele 1936 wohnten hier 3.600 männliche Teilnehmer, Betreuer und Personal. Heute sind das Speisehaus der Nationen, die ehemalige Schwimmhalle, die Turnhalle und Athletenunterkünfte erhalten.

    Im Zuge des Wettbewerbes sollen um das denkmalgeschützte Speisehaus der Nationen auf 20 Baufeldern Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Grundlage der Ideenfindung stellt der im Februar 2017 vom Gemeinderat verabschiedete Bebauungsplan dar.

    Entwurfsansatz
    Die Vorgaben des Bebauungsplans hinsichtlich Baukörper und Dachform geben den äußeren Rahmen vor: das ortstypische und historisch hergeleitete Walmdach wird stilbildendes Element der Neubauten an den Positionen der ehemaligen Sportlerunterkünfte.
    Das geziegelte Walmdach ist als charakterbildendes Element mit einem kräftigen Dachüberstand geplant, der dazu beiträgt, die horizontale Ausrichtung der Baukörper zu betonen.
    Die verputzten Fassaden werden über großzügige Fassadenöffnungen strukturiert und rhythmisiert. Horizontale Fensterbänder unterstreichen zusätzlich den langgestreckten Landhaus Charakter. Die Bänderung lässt sich in Farbgebung, Materialität und Struktur verschieden ausprägen. So ist die individuelle, identitätsstiftende Gestaltung möglich und eine gute Orientierung garantiert, zusätzlich lässt sich z.B. über ein individuelles Farbkonzept die ursprüngliche Differenzierung in der Häuserbezeichnung im damaligen olympischen Sinne (Stichworte: „Völker der Welt“, ehemalige Benennung der Häuser nach deutschen Städten) zitieren und dabei in eine zeitgemäße Variante überführen.

    Gebäudetypen
    Die Reihenhäuser sind in Breite und Tiefe so konzipiert, dass Anwendung auf alle Baufelder möglich ist unter Berücksichtigung der gewünschten „Idealgröße“ von 100 m² und den Vorgaben des B-Plans.

    Mehrfamilienhäuser: Erschließungskerne auf den Nordseiten der Gebäude, dadurch entstehen 3- und 4 - Spänner mit einer Mischung von 2- bis 4- Zimmer-Wohnungen. Sämtliche Wohnungen verfügen über Ausrichtung nach Süden mit Balkonen/Terrassen. Die Mehrzahl ist darüber hinaus zweiseitig bzw. dreiseitig ausgerichtet mit Individualräumen auf der nördlichen Seite

    Hybrid TYP: Kombination von Geschosswohnungen im Mittelteil und Maisonette Wohnungen an den Stirnseiten. Diese erthalten eigene Eingänge von außen. Barrierefreie Wohnungen treffen auf Familienwohnungen, unterschiedliche Ansprüche können erfüllt werden.

    Grünräume / Außenbereiche
    Die Leitidee der Freiraumgestaltung ist der Gartenweg der Liebermann-Villa.
    Das Motiv einer Flächenteilung in Rasen und Sand ohne weitere bauliche Abgrenzung ist auch aus vielen Berliner Umrandsiedlungen bekannt. Die bewusst gestaltete Freiraumplanung geht sanft in die umgebende vorhandene Fauna über – je nach Nutzungs- bzw. Pflegeintensität.
    Junge Birken prägen die neu gestalteten Außenräume, die eine schnelle Raumbildung und zugleich Durchlässigkeit ermöglichen. Später können die Bäume gezielt entnommen oder auch ausgetauscht bzw. zu Einzelsolitären entwickelt werden.
    Die Gartenanlagen der Reihenhäuser sind zoniert, aber ohne individuelle Trennungen wie z.B. Zäune geplant, so wie es der B-Plan vorsieht. Im Terrassenbereich garantierten dezent gestaltete Trennwände den Anspruch an Privatheit. Weitere prägende Elemente sind die einheitliche Vordächer, die Zugangstreppen sowie die rückseitig zu den Zuwegen der Nachbarn angeordneten Gartenboxen („Gartenhütten“).

    Conclusio
    Im Zusammenspiel der verputzten Fassaden und der rötlichen Ziegeldächer, die den ortstypischen Kontext folgen, sowie der Außenanlagen entsteht ein attraktives Wohnquartier, das gleichzeitig den Charakter einer einheitlichen Anlage mit städtebaulicher Qualität aufweist sowie abwechslungsreiche und vielseitig ausgeprägte Gebäudekörper und Wohnungstypen bietet, die den individuellen Ansprüchen der zukünftigen Bewohner gerecht werden. Mit diesem neuen Wohnquartier gewinnt Elstal und die Gemeinde Wustermark einen familienorientierten und naturnahen, lebendigen Stadtbaustein, der die historische Grundlage der ehemaligen Olympia-Anlage in die Gegenwart und Zukunft weiterdenkt.

    Schmitt von Holst Architekten, Berlin

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 06.06.2017, 14:52
Zuletzt aktualisiert 13.06.2017, 11:32
Beitrags-ID 4-141200
Seitenaufrufe 176

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