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  • DE-35096 Weimar (Lahn), DE-35096 Weimar (Lahn)
  • 06/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-251085)

Multifunktionsgebäude Freilichtmuseum Zeiteninsel


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    HOLZWARTH Landschaftsarchitektur, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Gerd Holzwarth

    Mitarbeit
    Philipp Rösner, Dominikus Littel

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: TRU ARCHITEKTEN, Berlin (DE), Düsseldorf (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das archäologische Freilichtmuseum ‚Zeiteninsel’ in Weimar (Lahn) im Marburger Land soll zukünftig einen umfassenden und erlebnisorientierten Einblick in verschiedene Zeitepochen der Menschheitsgeschichte bieten. Es soll als neuartige Bildungs-, Freizeit- und Forschungseinrichtung in Hessen von überregionalem Rang etabliert werden.

    An der abgewandten Seite des Ortskerns gelegen und angrenzend an mehrgeschossige Gebäude muss sich das Freilichtmuseum im Kontext von Bäumen, Kiesgruben und technischen Anlagen in der Landschaft behaupten, um für Besucher sichtbar zu werden und Fahrrad- und Autofahrern die Orientierung zu erleichtern. Gleichzeitig soll für Besucher des Freilichtmuseums auf einer Aussichtsebene der Bezug zur umgebenden Kulturlandschaft thematisiert werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser artikulieren eine zeichenhafte Landmarke und führen über einen gut gestalteten Vorplatz selbstverständlich zum Eingangsbereich über. Der Z-förmige und skulpturale Gebäudekörper wird sinnhaft in die öffentlichen und nicht öffentlichen Bereiche gegliedert.

    Das zentrale Foyer ist angemessen dimensioniert, funktioniert und erfüllt seine Aufgabe als Schleuse in die Zeiteninsel gut. Die Andienung der Werkstätten ist funktional und darüber hinaus gut in die Freiraumgestaltung eingebettet. Die umseitige Terrasse stellt ein schönes zusätzliches Angebot dar. Überarbeitungsbedarf wird bei der Darstellung der Landschaftsgestaltung zur Innenseite/Schaugelände gesehen, da diese zu stark überformt erscheint.

    Der signalhafte Turm sichert die visuellen Wahrnehmbarkeit des Gebäudes und bietet einen idealen Überblick über die Zeiteninsel. Die Barrierefreiheit des Turms ist nicht gegeben, alle übrigen Räume können barrierefrei erreicht werden.

    Das Raumprogramm ist erfüllt; dies wird positiv anerkannt. Die Zuschaltbarkeit von des Raums für Museumspädagogik und des Multifunktionsraums ist gegeben. Es liegt ein leicht erhöhter Verkehrsflächenanteil vor, insgesamt liegt die Wirtschaftlichkeit aber im mittleren Bereich.

    Die Materialität Holz ist angemessen für die Einbettung in den landschaftlichen Kontext. Die Wahl des Materials für den skulpturalen Ausdruck des Gebäudes wurde kontrovers diskutiert.

    Es werden angemessene Umsetzungen in Fragen der Energieeffizienz und saubere Detaillösungen angeboten.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen gelungenen Beitrag für die gestellte Aufgabe dar. Der Entwurf bietet einen hohen Identifikationsgrad gepaart mit guter Funktionalität ohne der Zeiteninsel „den Rang abzulaufen“.