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  • CH-8932 Mettmenstetten
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-234239)

Erweiterung Schulanlage Mettmenstetten


  • 2. Rang 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Projekt
    Dreisprung

    Landschaftsarchitekten
    Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Menzi Bürgler Architekten, Zürich (CH)
    Projektsteuerer: Weberwaber GmbH, Luzern (CH)
    Bauingenieure: HKP Bauingenieure AG, Baden (CH)
    Bauingenieure: Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See (CH)
    TGA-Fachplaner: Müller.Bucher, Zürich (CH)

    Preisgeld
    25.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Projektvorschlag ergänzt das bestehende Primarschulhaus Gramatt zu beiden Seiten mit neuen Gebäuden, deren Setzung und volumetrische Ausbildung streng den orthogonalen Regeln des Bestandes folgt. Die Aufnahme der Gebäudefluchten und der Firstrichtung des bestehenden Schulhauses führt zu einer präzisen Reihung der Häuser und ermöglicht die gesuchte Zusammengehörigkeit des neuen Ensembles. Ein grosszügig dimensionierter, bandartiger Vorbereich verknüpft die Bauten und führt bis zur alten Sennerei, welche als abschliessendes Element der neuen Funktion als öffentlicher Begegnungsort und Gelenk zum Dorf seiner Bedeutung gerecht werden kann. Diese im Situationsplan fast etwas schematisch anmutende Konzeption wird durch die bewegte Topographie gemildert. Der Konzeption entsprechend erfolgt die Erschliessung der drei Gebäude seriell über diesen neuen gemeinsamen Aussenraumbereich. Der gedeckte seitliche Zugangsportico wird zur Stärkung dieser Idee rückgebaut.

    Die Räume für die Tagestruktur werden zusammen mit der Turnhalle in einem Gebäude organisiert. Der doch grosse Neubau erhält durch die längs des Pausenplatzbereiches angeordneten Zimmer für die Tagesstruktur eine feingliedrige Fassadengestaltung und dadurch eine angenehme Masstäblichkeit. Die Strukturierung in drei Giebelfolgen unterstützt diese Absicht. Die Erschliessung des eingeschossig im Erdreich versenkten Volumens erfolgt für beide Nutzungen über einen gemeinsamen gedeckten Bereich. Aus Nutzersicht wäre eine stärkere Entflechtung jedoch wünschenswert. Die vorgeschlagene Organisation der Tagesstrukturen über zwei Geschosse verspricht eine flexible Nutzbarkeit und ermöglicht interessante Synergien mit dem Turnhallenbetrieb. Die Garderoben befinden sich im 1. Untergeschoss und verfügen über eine direkten Ausgang zu den Aussensportplätzen. Die vorgeschlagene Ausbildung einer über die gesamte Gebäudebreite reichende Einkerbung für die Erschliessung ist gestalterisch unbefriedigend. Die dreiteilige Struktur ermöglicht eine flexible Unterteilbarkeit der grossen Halle und verspricht eine gute Nutzbarkeit. Die Anordnung und Raumproportionen der Holzschnitzelanlage im 2. Untergeschoss werden als ungünstig beurteilt.

    Der Zugang des dreigeschossigen Neubaus mit den Klassenzimmern im Süden des bestehenden Schulhaus Gramatt führt über einen grosszügigen, gedeckten Aussenraum zur über die gesamte Gebäudelänge reichenden Erschliessungszone. Die daran einseitig angeordneten Unterrichtsräume sind zwar optimal nach Südosten orientiert, bedürfen jedoch aufgrund der vorgeschlagenen Raumproportionen einer zusätzlichen Belichtung. Ob die Oblichter zum Korridorbereich dafür ausreichen wird bezweifelt. Die Treppenbereiche müssen aus brandschutztechnischen Gründen vom Erschliessungsbereich abgetrennt werden. Diese Massnahme wird die räumliche Qualität zusätzlich schmälern.

    Die vorgeschlagenen baulichen Eingriffe bei der alten Sennerei sollen denkmalgerecht erfolgen. Die Massnahmen berücksichtigen die bestehende Bausubstanz und sind in der gezeigten Darstellung gut vorstellbar. Der neue Hauptzugang unterstreicht wirksam die neue Bedeutung des Hauses für die Öffentlichkeit.

    Die einheitlich vorgesehene, konstruktive Ausbildung der Neubauten als Massivbauten, mit hinterlüfteter Holzverkleidung und vertikalen Gliederungselementen, verbindet die Absicht, ortsübliche Materialien zu verwenden und dennoch einen eigenständigen Ausdruck für die Häuser der neuen Bauetappe zu kreiern. Diese Strategie scheint dem Ort und der gestellten Aufgabe angemessen und sensibel umgesetzt.

    Die Aneinanderreihung aller Funktionen in einem Band generiert auch im Aussenraum eine lange, zentrale Achse, die Ruhe und Klarheit ausstrahlt. Östlich davon bleibt ein grosser, zusammenhängender Raum für Spielwiesen und als Reservefläche frei. Die von Einzelbäumen gerahmte Wiese bietet viel Raum für Bewegung und Spiel. Die serielle Anordnung der Bauten bewirkt aber, dass der Anlage ein eigentliches Zentrum fehlt. Auch werden der Kindergarten und das bestehende Schulhaus Dorf eher abgekoppelt, denn als Teil des Ensembles eingebunden. Kritisch bewertet wird zudem die Dimensionierung und Ausgestaltung des zentralen Erschliessungsbandes. Die Pausenplätze liegen vor den Gebäuden in dieser Erschliessung und scheinen für die intensive Pausennutzung klein. Zwar bieten parkartig platzierte Bäume Schatten und eine einfache räumliche Gliederung, eine weitere Zonierung fehlt aber. Die Lage der Veloständer verstellt die ohnehin kleinen Pausenflächen. Der Spielplatz, der das nördliche Ende der langen Achse visuell blockiert, ist räumlich nicht nachvollziehbar und zu weit entfernt von der Alten Sennerei. Auf Seiten der Sennerei schliesst eine als "Dorfplatz" bezeichnete Natursteinfläche die Achse ab: Von der Lage her ist dieser Abschluss gelungen, dem Platz fehlt es aber an Elementen wie Bäumen oder einem Brunnen, die die Aufenthaltsqualität steigern könnten.

    Das Projekt Dreisprung bewegt sich bezüglich Wirtschaftlichkeit im Mittelfeld. Das Investitionsvolumen liegt leicht unter dem Median aller Projekte. Die Effizienz der Hauptnutzflächen (HNF) im Verhältnis zur Geschossfläche (GF) liegt leicht über dem Median. Das Verhältnis Gebäudevolumen (GV) zu Geschossflächen (GF) ist von allen Projekten am ungünstigsten bezogen auf den Median. Das Projekt Dreisprung hat ein hohes Erfüllungspotential der Anforderungen für Minergie-P. Die im Projekt beschriebene Photovoltaikanlage konnte bezüglich Lage und Grösse anhand der Pläne nicht beurteilt werden.

    Der Projektvorschlag überzeugt durch die städtebauliche Situation und der gekonnten Ausgestaltung der neuen Schulanlage mit identitätsstiftenden, ortstypischen baulichen Elementen, welche mit dem Bestand in Verbindung zu treten vermögen. Die Grundrisse wirken teilweise noch etwas schematisch und vermögen in einigen Bereichen funktional nicht ganz zu überzeugen.