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  • 1. Preis

    1. Preis: Architekturbüro Raumwerk / club L 94

    Architekten
    raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Jon Prengel , Thorsten Wagner , Sonja Moers

    Mitarbeit
    Sonja Moers

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: club L94, Köln (DE)

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    Die Analyse des OrtesDas besondere des Planungsgebietes Waldquartier am alten Zoll ist, dass das Grundstück im Grunde bereits bebaut ist . Erst durch Rückbaumaßnahmen werden Flächen für eine Neuplanung verfügbar.Damit diese Neuplanung sich in das Gesamtbild des Waldquartierareals einfügen kann, müssen die Ordnungsprinzipien des Bestandes herausgefiltert werden und als Grundlage dienen.Dabei zeigt sich, dass das Gebiet in zwei Bereiche mit unterschiedlichen Strukturen gegliedert ist:Der innere Bereich ist geprägt durch die lockere Bebauungsstruktur von niedrigen Einzelgebäuden, die sich gleichmäßig in und um den Erschließungskreis verteilen ohne sich an diesem auszurichten. Eine Besonderheit stellt der zentrale Quartiersplatz dar, der städtebaulich durch die umgebende Bebauung gefasst wird. Der äußere, ursprünglich unbebaute Bereich wird dagegen durch das orthogonale Raster der historischen Flurstücke und Feldwege geprägt. Diese Dualität von Innen und Außen spiegelt sich auch in der Landschaft wider: Im innern der gestaltete Landschaftspark mit freistehenden gepflanzten Bäumen und Baumgruppen durchzogen von geschwungenen Parkwegen, im äußeren die Reste des ursprünglichen Bewaldung durchmischt mit landschaftlicher Nutzung als „Schutzring“ um die Anlage.Durch Umbaumaßnahmen und Erweiterungen des Krankenhauses wurden diese Ordnungsprinzipien verwischt. Ziel des Entwurfes ist es, diese zu stärken.Die Gartenstadtidee gestern und heuteIn der Planung der Krankenhausanlage aus dem Jahr 1939 finden sich Parallelen zu den damaligen Leitbildern der Gartenstadtbewegung. Der antiurbane Dorfcharakter, das Prinzip der Selbstversorgung als „autarke Insel“ und nicht zuletzt die Geste des Erschließungskreises sind Elemente, die von dort entlehnt wurden.Auf Grund seiner herausragenden Grünraumqualitäten ist dieser Ort in besonderer Weise geeignet für eine zeitgemäße Neuinterpretation des Themas Gartenstadt.(Punkte Gartenstadtidee gestern und heute)Die Erschließung durch PKW / ÖPNVVom jetzigen Haupteingang wird allein das Quartierszentrum erschlossen. Die neuen Wohngebiete und das Gewerbegebiet im Bereich des Waldgürtels werden jeweils dezentral von außen angebunden. Dabei finden die bestehenden Straßen- und Alleenfragmente Berücksichtigung. Die Alleenstraße im Osten dient der Erschließung der Quartiere und wird durch Maßnahmen der Verkehrberuhigung vom Durchfahrtsverkehr abgeschirmt.Die zum Großteil bestehende Bebauung innerhalb des Parkbereiches wird weiterhin über die Parkwege und Ringallee erschlossen, welche jedoch Nichtanwohnern für PKW-Verkehr gesperrt sind. Sie dienen der Öffentlichkeit als Fuß- und Radwege.Der RundwegWichtiges Entwurfselement ist der Fußläufige von Wald gesäumte öffentliche Rundweg, der idealer weise auch durch die Randbereiche des Krankenhausareals führt. Er umfährt das Gebiet im Wechsel von „im Wald“ und „am Waldrand“ und verleiht ihm dadurch einen besonderen Reiz. Stationen öffentlicher Einrichtungen und Freizeitbereiche säumen den Weg.Die BebauungDie vorhandene Bebauung im Park wird stellenweise durch neue Gebäude aufgefüllt, die sich in Größe und Ausrichtung am Bestand orientieren.Im Bereich des Waldgürtels wechseln sich mit Bebauung durchwebte Waldbereiche und unberührte Waldgebiete ab. Im Nordwesten befindet sich das neue reine Gewerbegebiet. Die versprengte Krankenhausnutzungen zwischen Teilgebiet 2 und 4 soll sukzessive in das Krankenhausareal eingegliedert werden. Für das Dialysezentrum wird eine Verlagerung im Bereich des Quartierszentrums vorgeschlagen ( siehe Plan 1 Bebauung ). Auch für den Fremdkörper Wäscherei soll die Option einer langfristigen Verlagerung in das Gewerbegebiet westlich des Krankenhausareals offen gehalten werden. Die WohngebieteIm engen Dialog mit der bestehenden Freiraumstruktur entstehen im Waldquartier zwei kontrastreiche Wohnformen:„ Wohnen im Park“ und „ Wohnen im Wald“. Sie verleihen den Quartieren eine starke und eigenständige Identität. Beiden Bereichen gemeinsam ist Ihr Schwerpunkt auf öffentliche und gemeinschaftlich genutzte Freibereiche. Wohnen im Park, FreiraumDer Bereich um den zentralen Platz wird als weite offene Parkanlage gestaltet. Markante Einzelbäume und Gruppen werden freigestellt, die historische Ringallee wieder hergestellt und die Strauchschicht weitestgehend zurückgenommen. Der campusartige Freiraum ist gemeinschaftlich genutzt und wirkt durch seine Weite und vielfältigen Blickbezüge.Balkone und Terrassen dienen als geschützte private Freibereiche.Wohnen im Park, BebauungDie vorhandene Bebauung wird durch freistehende Mehrfamilienhäuser ergänzt. Diese bieten sich für besondere Wohnformen in größeren Wohngemeinschaften und betreutes Wohnen an. Wohnen im Wald, FreiraumIm Kontrast zur parkartigen Gestaltung des inneren Bereiches, zeichnet sich das Wohngebiet im Waldgürtel durch seinen introvertierten geschützten Charakter aus. Auf den gemeinschaftlichen Zwischenflächen wird der Waldbestand erhalten. Die öffentlichen Räume sind durch waldartige Baumpflanzungen charakterisiert. Private Gartenbereiche schneiden sich wie kleine Lichtungen in diese Waldbereiche. Je nach Bedarf kann ihre Größe variieren oder auch ganz entfallen. Der private Anliegerweg wird gleichzeitig zur Spielstraße und Nachbarschaftsplatz. Die neue Haupterschließung wird mit Alleen begleitet. Entlang des Rundweges befinden sich quartiersbezogene Freibereiche.Wohnen im Wald, BebauungIm Gegensatz zur Parkbebauung ist hier die Baustruktur kleinteilig und variabel. Mehrere Gebäude sind zu einer Nachbarschaft zusammengefasst. Wie bei einem Baukasten können die unterschiedlichen Gebäudetypen, freistehendes Einfamilienhaus, Doppelhaus, Reihenhaus, Maisonettewohnen und Geschosswohnungsbau frei miteinander kombiniert werden. Im kleinen als Nachbarschaft wird dadurch eine soziale Durchmischung erreicht, die das Quartier als ganzes widerspiegelt. Eine Durchmischung mit Büros und quartiersbezogenen Kleingewerbe ist im Erdgeschossbereich möglich.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.