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  • DE-50939 Köln, DE-50679 Köln
  • 06/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-255596)

Parkstadt Süd – Teilbereich Eifelwall


  • 1. Preis

    Vogelperspektive, © Förder Landschaftsarchitekten GmbH

    Landschaftsarchitekten
    Förder Landschaftsarchitekten, Essen (DE), Luxembourg (LU) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Förder

    Mitarbeit
    Arnaud GREDER, Lutz Zangenberg

    Erläuterungstext
    Parkstadt Süd – Teilbereich Eifelwall in Köln Lindental

    Der Innere Grüngürtel am Eifelwall im „Spiegel der Zeit“

    Der neue Abschnitt des Grüngürtels stellt in vielerlei Hinsicht das Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft dar: Als Zeitzeuge und Träger von archäologischen Schätzen aus der Römerzeit bis hin zur Neuzeit, als neuer Parkabschnitt zwischen denkmalgeschütztem Volksgarten und bestehendem Grüngürtel und als robustes räumliches Gerüst für eine Vielfalt an Funktionen und Nutzungen die dem Wandel der Zeit unterliegen.

    An dieser Schnittstelle schlägt der neue Park die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Er greift das Erbe der Vergangenheit auf und fügt behutsam Neues hinzu. Als weithin sichtbare Metapher für das Konstante in all den vorgefundenen Spuren der Vergänglichkeit befindet sich der neue Spiegel der Zeit im Zentrum der Parkanlage: Eine bespielbare Wasserskulptur die bei Tage den Himmel und bei Nacht das Sternenbild des seit Jahrtausenden gleichen Anblicks der Atmosphäre spiegelt.

    Stadträumliche Funktion:

    Die Grünfläche am Eifelwall dient als Schlüsselgrundstück und Auftakt zur Rückgewinnung des Freiraumes am Grüngürtel. Damit einhergehen die vielfältigen Funktionsansprüche hinsichtlich seiner Biotopvernetzung, stadtklimatischen Bedeutung, Quartiersgrün mit Spiel- und Aufenthaltsfunktion sowie als Träger eines übergeordneten Fuß- und Radwegesystems.

    Parkgerüst

    Mit dem Ziel ein robustes Parkgerüst für die vielfältigen Ansprüche und Wünsche der zukünftigen Nutzer zu schaffen greift die Planung vorhandene Strukturen auf, führt sie behutsam weiter und interpretiert sie neu. Die neue Gliederung erfolgt durch ein klares Raum- und Wegesystem welches Halt und Orientierung bietet:

    Parkräume:

    Die Parkräume werden aus einem kleinräumigen Rahmen und einer weiten Lichtung geformt. So entstehen Weite und Dichte, Geborgenheit und Freiheit direkt neben einander. In Anlehnung an die charakteristischen Platanenalleen des Grüngürtels erhält der neue Park einen Baum-Hain, den „Entdeckerhain“ mit vielfältigen Nutzungen und raumprägender Prägnanz entlang der Hans- Carl-Nipperdey-Straße. Die Lichtung besteht aus einer multikodierten Wiesenfläche. Damit können die intensiven Nutzungen weitgehend im Parkrahmen integriert werden, um die Parkmitte frei zu halten.

    Wegevernetzung:

    Die Wegevernetzung erfolgt über deutlich unterschiedliche Wegetypen: den Hauptweg, die Rahmenwege und die Verbindungswege. Sie definieren sich über Breite und Materialität und ermöglichen dem Nutzer so eine eindeutige Orientierung. Der breite Hauptweg aus wassergebundener Wegedecke mit einem Schlechtwetterstreifen aus beschichtetem Asphalt verbindet die einzelnen Parkteile des Grüngürtels über die Parkmitte. Fußgänger, Radfahrer und Jogger nutzen ihn um schnell weite Strecken innerhalb des Grüngürtels zurück zu legen. Die etwas schmaleren Rahmenwege aus farbig beschichtetem Asphalt sind Rundwege für die Anwohner des Quartiers und erschließen die einzelnen Parknutzungen. Die Verbindungswege aus wassergebundener Wegedecke queren den Park und greifen die wichtigen Anknüpfungspunkte der angrenzenden Stadtquartiere auf.

    Vegetationsstrukturen:

    Baumpflanzungen, Wildwiesen und Rasenflächen tragen im Wesentlichen zur eindeutigen Ausformulierung der einzelnen Parkräume bei. Auf Strauchpflanzungen wird bis auf die Heckenpflanzung entlang der Hans-Carl-Nipperdey-Straße zugunsten einer größt möglichen Transparenz verzichtet. Baumpflanzungen erfolgen in Anlehnung an die Ausgestaltung des bestehenden Grüngürtels: Als rahmender Hain und als freie Baumgruppen innerhalb der Lichtung. Rahmenbereiche, die keiner Spielnutzung zugeführt werden, erhalten ebenso Wildwiesen wie die raumprägenden Baumgruppen der Parkmitte. Die weiten Rasenflächen der Parkmitte lassen alle Nutzungen zu.

    Topografie:

    Um den archäologischen Belangen Rechnung zu tragen greift die Planung die vorhandene Topografie weitgehend auf ohne sie zu verändern. Lediglich entlang der Rudolf-Amelunxen- Straße entsteht ein flacher Hügel, als „kleiner Bruder“ des angrenzenden Bahndammes. So ergibt sich zwischen den beiden Verbindungswegen eine seichte Talsituation, die der sportlichen Nutzung zugeführt wird.

    Park-Programm

    Das vielfältige Parkprogramm spiegelt die Bedürfnisse aller Altersstufen und Bevölkerungsgruppen wider und lässt aufgrund seiner weitläufigen Lichtungen viel Raum für Fantasie bei der Nutzungsaneignung. Neben diesen multikodierten Gemeinschaftsräumen sind vielfältige Spiel- und Sportnutzungen geplant.

    Spiegel der Zeit

    Ein aus dunklem Beton geformter um 30 cm erhabener und mit Wasser- und Nebeldüsen ausgestatteter Teller wird mit einem Wasserfilm benetzt und spiegelt so den Himmel bei Tag. Fluoreszierende Steine sind innerhalb des Tellers einem Sternenbild gleich angeordnet und leuchten bei Nacht. So wird die Wasserskulptur Spiel und Parkmetapher zugleich. In den warmen Sommermonaten wird der Wasserstand auf 15-20 cm erhöht, um Spielen im Spiegel der Zeit zu ermöglichen. Wasserdüsen sind über verschiedene Tastfelder bedienbar, diese stellen Sternbilder nach und bieten somit einen erhöhten Spielwert.

    Tal der Talente

    Die leichte Senke am südlichen Parkende ist Treffpunkt für Jugendliche und Sportinteressierte aller Altersgruppen. Fußball, Slackline und Skaten ist hier in einem geschützten lärmunempfindlichen Rahmen möglich. Das seitlich ansteigende Gelände dient als Tribüne und Ausblick zugleich.

    Entdecker Hain

    Der Baum- Hain ist Rahmen und Spielangebot zugleich. In Anlehnung an die archäologischen Funde sieht die Planung ein Sand - Experimentierfeld für die Kleinen, mit Fundgrube, Kaleidoskopen, Ferngläsern und Baumtelefonen vor. Die „Lange Bank“ aus Beton bietet einen schattigen Sitzplatz mit Blick über den Park.

    Jugendlounge

    Am Entreebereich Eifelwall befindet sich geschützt unter Bäumen die Jugendlounge – ein Holzpodest zum Chillen, Sehen und gesehen werden – ein idealer Treffpunkt also im Parkauftakt neben einer platzartigen Aufweitung für kleinere und größere Veranstaltungen. Die Jugendlounge ist örtlich dem Entreebereich Eifelwall zugeordnet, grenzt sich jedoch räumlich größtenteils durch Pflanzungen und Baumstellung von diesem ab.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.