loading
  • CH-8021 Zürich, CH-8049 Zürich
  • 07/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-247996)

Ersatzneubau Garderoben- und Clubgebäude Hönggerberg


  • 9. Rang 9. Preis

    kein Bild vorhanden
    Anzeige


    Projekt
    René

    Architekten
    Atelier KA, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das langgezogene Garderobengebäude will die beidseitigen Spielfelder miteinander verbinden und auf die Ausrichtung des Geländes reagieren. Das Giebeldach unterstützt diese Ausrichtung des einfachen Volumens und versucht, sich durch die ge- wählte Volumetrie in die bestehenden Bauten zu integrieren. Die zweiseitig, übereck ausgebildete Auskragung und die drei- geschossige Wirkung auf der Rückseite differenziert das Garderobengebäude jedoch gegenüber den einfacheren Bestandsbauten selbstbewusst als neue Dominante am Ort. In Erweiterung der heutigen Situation wird angrenzend an das Hauptspielfeld ein grosser Hartplatz von der Zugangsstrasse bis zum frontseitigen Restaurant vorgeschlagen, der auf selbstverständliche Art gleichzeitig Veloparkierung, Hauptzugang, Spielplatz und Gartenrestaurant sein kann. Daran anschliessend führt ein teilweise durch das auskragende Obergeschoss gedeckter Weg entlang der südlichen Hauptfassade zu den östlich liegenden Spielfeldern. Durch die Platzierung des Ersatzneubaus am Standort des Be- standsgebäudes kann der schützenswerte Baumbestand mehrheitlich bestehen bleiben. Zwei der fünf Föhren sollen gefällt werden, ein Ersatz wird nicht nachgewiesen. Der südseitige Korridor im Obergeschoss wird durch ein mit Glasbausteinen durchsetztes Backsteinmauerwerk belichtet. Mit dieser Massnahme versprechen sich die Verfassenden ne- ben dem Sichtbezug nach aussen auch eine Belebung des Aussenraums durch die theoretisch mögliche Sicht nach innen. Der Wunsch ist nachvollziehbar, da den Plänen ansonsten keine Information zu weiteren Öffnungen in der Betonfassade im Erd- geschoss oder der Backsteinfassade im Obergeschoss entnommen werden kann. Die Ausnahme bildet das grosszügig ver- glaste und gut zu öffnende Clubrestaurant gegen das Hauptspielfeld. Auf der flach geneigten Dachfläche ist an Stelle einer Dachbegrünung eine integrierte PV-Anlage vorgesehen. Die quer zum Volumen liegende Vertikalerschliessung im Aussenklima, die mit Metalltoren abgeschlossen werden soll, funktioniert bei der rückseitigen Erschliessung im Untergeschoss gut. Auf der Platzebene fehlt jedoch ein klarer räumlicher Bezug zur Haupterschliessung, die als lateraler Zugang die beiden Sportplatzseiten entlang der Obergeschossauskragung verbindet. An diesem seitlichen Verbindungsweg werden Sitzbänke und die Schuhwaschanlage für die Sportlerinnen uns Sportlervorgeschlagen. Die vertikale Nutzungstrennung – Erste Liga sowie Trainerinnen und Trainer im Untergeschoss, Erdgeschoss für allgemeine und öffentliche Nutzungen und Obergeschoss für den Breitensport – funktioniert grundsätzlich gut, allerdings ist die Garderobenwagengarage in der vorgeschlagenen zu knappen Form so nicht gut nutz- bar. Einerseits lässt das kompakte Volumen mit Innendämmung und kurzer Aufheizzeit dank Radiatoren eine relativ hohe Wirtschaftlichkeit erwarten, andererseits müssen wegen der geschlossenen, kom- pakten Fassade alle Räume künstlich belichtet und belüftet werden. Die Nutzungsverteilung auf drei Geschossen bedeutet einen erheblichen Reinigungsaufwand. Dies ermöglicht aber gleichzeitg auch, bei Bedarf ein ganzes Geschoss vorübergehend stillzulegen. Als einfache, kompakte Konstruktion lässt dieser Vorschlag eine gute Wirtschaftlichkeit bei der Erstellung und im Betrieb erwarten. Funktional ist der Entwurf durchdacht und weitgehend schlüssig, bezüglich der evozierten Stimmung bleiben aber Fragen offen: Der Eindruck eines «Gehöfts», wie von den Verfassenden bezeichnet, will sich auf Grund von Materialisierung und Detaillierung bei der Jury nicht einstellen. Auch die dreigeschossige, massive und weitestgehend geschlossene Rückfassade, die auf den Plänen leider nicht dargestellt ist, dürfte eher als Antithese zu einer regionalistisch geprägten «Landwirtschaftsarchitektur» verstanden werden.


Anzeige