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  • DE-73430 Aalen, DE-73525 Schwäbisch Gmünd
  • 07/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-250549)

„Waldcampus“ Fakultät Wirtschaftswissenschaften - Mensa - Studierendenwohnheim mit Kindertagesstätte


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Michal Michalski

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: CODE UNIQUE Architekten, Dresden (DE)

    Preisgeld
    48.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das wertvolle Grün
    Der neue Gebäudekomplex wird unter Berücksichtigung der vorhandenen Waldgehölze in die Topographie eingeordnet. Auch die Lage und die Ausbildung der Erschließungsflächen berücksichtigt die Vegetation, so werden unterschiedliche Höhenniveaus durch Rampen und Treppen verbunden um möglichst den Eingriff zu minimieren. Durchlässige Baumscheiben auf den Eingangsplätzen und Erschließungsflächen ermöglichen den Erhalt der Bäume bzw. schaffen Flächen für neues Grün. Der Verzicht die gesamten Stellplätze in den Freianlagen zu integrieren verschafft Raum für den Erhalt vorhandener Grünflächen.

    Die neuen Orte
    Die Freiflächen um die zentrale Mensa bestehen aus dem östlichen Vorplatz, der dem Campus eine grüne „Waldadresse“ verleiht und im Westen aus der Terrasse als Balkon zum Wald, diese ist gleichzeitig Freisitz der Mensa. Im Süden des Bearbeitungsgebietes wird in das vorhandene Gelände die Andienung und die benötigen Stellplätze integriert. Das studentische Wohnen und auch die Kita erhalten in unmittelbarer Nähe die gewünschten Freiflächenangebote. Das Gebäude der Wirtschaftswissenschaften ist über die nördliche Freifläche der Mensa erschossen und erhält eine Anbindung an den Waldweg nach Burren.

    Nachhaltigkeit
    Neben dem weitestgehenden Erhalt der vorhandenen Bäume, werden durchlässige Beläge verwendet. Die Entwässerung der Dach- und befestigten Flächen erfolgt in die Vegetation.
    Die Verwendung von dauerhaften Materialien schont Ressourcen und sichert einen wirtschaftlichen Unterhalt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf überzeugt durch eine konsequente städtebauliche Konzeption, die die Baukörper in einem ausgewogenen Spannungsverhältnis platziert. Dadurch werden die Baumbestände maximal erhalten. Vorplatz Mensa, Zugang Fakultätsgebäude und die großzügige Freiterrasse werden höhengleich vorgesehen, somit entsteht eine große Einheitlichkeit des Freiraums. Der dafür notwendige Bauwerkssockel lässt im Gegenzug keine direkte Verbindung in den Waldbereich zu. Die Zugänge zu Kita und Studierendenwohnheim erfordern eine Treppenverbindung. Die Zufahrten zu Kita und Parkplätzen, TG und Mensaanlieferung sind gut gelöst. Der Eingang des 7-geschossigen Fakultätsgebäudes, welches mit seiner Gebäudekante knapp zur Straße platziert ist tritt gegenüber der Mensa in den Hintergrund. Die Holz-Glas-Fassaden mit außenliegendem Sonnenschutz haben eine ausgeprägte Stringenz. Sie Spiegeln das klare Holz-Tragwerkskonzept wider.
    Die Funktionsverteilungen in den Obergeschossen sind gut geordnet, jedoch ist die Qualität der Kommunikationszonen nicht überzeugend. Das Belichtungsatrium erscheint zunächst reizvoll, ist aber brandschutztechnisch aufwändig zu realisieren. Dies gilt auch für die offenen Geschosstreppen. Die Verkehrsflächen sind insgesamt überdimensioniert. In Verbindung mit einem höheren Fensterflächenanteil, besonders bei der Mensa ergibt sich in der Gesamtbilanz bei einem durchschnittlichen Wärmebedarf ein überdurchschnittlicher Kältebedarf. Die Verwendung von Holz- Verbunddecken und Brettsperrholzwänden wird begrüßt. Die Fassade ist in Bezug auf den Holzschutz zu überprüfen.
    Das Mensabauwerk ist gut organisiert. Die Essensaugabe erfüllt die Anforderungen an heutige Belange nicht. Der Speisesaal mit umliegenden Freisitzplätzen ist kommunikativ und offen gestaltet. Der 4-geschosige Kubus des Studierendenhauses lässt durch seine Laubengangerschließung über einen knapp dimensionierten Innenhof ebenso wie die übrigen Gebäude eine wirtschaftliche Ausführung erwarten.
    Die Arbeit besticht durch die sehr kompakte Anordnung der Freiflächen, die ein Maximum an baumbestandenen Flächen erhalten. Vorplatz Mensa, Zugang Fakultätsgebäude und großzügige Mensaterrasse werden höhengleich vorgesehen. Dadurch ergibt sich eine große Einheitlichkeit des Freiraums. Der dafür notwendige Sockel lässt im Gegenzug keine direkten Verbindungen in den Waldbereich zu. Die Zugänge zu Kita und Studentenwohnheim befinden sich auf einer niedrigeren Ebene, die durch eine Treppe in selbstverständlicher Weise mit dem übrigen Freiraum verbunden wird. Die Zufahrtssituation zur Kita und den Stellplätzen ist funktional gut gelöst.